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Politik · Klasse 7

Ideen für aktives Lernen

Integration: Chancen und Anforderungen

Aktive Lernformen wirken hier besonders nachhaltig, weil das Thema Integration ohne persönliche Erfahrung oft abstrakt bleibt. Bewegung, Perspektivwechsel und praktische Übungen helfen Schülern, Gefühle und Prozessdenken zu verknüpfen. Gerade die wechselseitige Natur des Themas wird so fassbar und diskussionsanregend.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - FachwissenKMK: Sekundarstufe I - Politische Urteilskompetenz
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Positionslinie45 Min. · Kleingruppen

Diskussionskarussell: Definitionen von Integration

Teilen Sie die Klasse in Gruppen auf, jede definiert Integration aus Sicht von Zuwanderer, Einheimischem oder Gesellschaft. Gruppen rotieren und ergänzen Definitionen anderer. Abschließend teilt die Klasse Gemeinsamkeiten.

Definieren Sie, was gelungene Integration für den Einzelnen und die Gesellschaft bedeutet.

ModerationstippStellen Sie beim Diskussionskarussell sicher, dass jede Gruppe ihre Definition auf einem Plakat festhält und mit einem Symbol versieht, das sie später im Raum aufhängen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten die Aufgabe, auf einem Zettel zwei Sätze zu schreiben: einen über eine Chance, die Integration bietet, und einen über eine Pflicht, die damit verbunden ist. Sie sollen dies aus der Perspektive eines Neuzugewanderten tun.

VerstehenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Rechte und Pflichten

Schüler verkörpern Rollen wie Asylbewerber, Beamter oder Nachbar und simulieren ein Gespräch über Integrationskurse. Jede Rolle notiert Rechte und Pflichten. Debriefing klärt Missverständnisse.

Erklären Sie, welche Rechte und Pflichten Menschen haben, die neu in ein Land kommen.

ModerationstippBeim Rollenspiel wechseln die Schüler nach 5 Minuten die Rollen, um den Perspektivwechsel direkt zu erleben – eine Methode, die auch in Theaterpädagogik bewährt ist.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Was bedeutet es für Sie persönlich, wenn jemand Neues in Ihre Klasse oder Nachbarschaft kommt? Welche Erwartungen hätten Sie an die Person, und welche Erwartungen hätte die Person an Sie?' Sammeln Sie die Antworten und leiten Sie daraus die wechselseitige Natur der Integration ab.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Positionslinie60 Min. · Kleingruppen

Projekttafel: Sprache und Bildung

Gruppen recherchieren Erfolgsstories zu Sprachkursen und Bildung. Sie gestalten eine Tafel mit Chancen und Anforderungen. Präsentationen laden zur Beurteilung ein.

Beurteilen Sie die Rolle von Sprache und Bildung für den Integrationsprozess.

ModerationstippBei der Projekttafel sammeln Sie Sprachbeispiele aus dem Alltag (z.B. Speisekarten, Schulanmeldungen) und lassen Schüler Lücken markieren, die durch Integration geschlossen werden.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine Liste mit Aussagen zur Integration (z.B. 'Nur Zuwanderer müssen Deutsch lernen', 'Integration ist nur einseitig'). Die Schülerinnen und Schüler stimmen zu oder lehnen ab und begründen kurz ihre Entscheidung.

VerstehenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Debatte30 Min. · Partnerarbeit

Debatte: Chancen vs. Herausforderungen

Paare debattieren Für und Wider bestimmter Integrationsmaßnahmen. Wechseln Sie Rollen nach 5 Minuten. Plenum stimmt über beste Argumente ab.

Definieren Sie, was gelungene Integration für den Einzelnen und die Gesellschaft bedeutet.

ModerationstippBei der Debattenpaarung geben Sie eine klare Struktur vor: 2 Minuten Pro, 1 Minute Contra, 1 Minute Reflexion – das fördert strukturiertes Denken und Zeitmanagement.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten die Aufgabe, auf einem Zettel zwei Sätze zu schreiben: einen über eine Chance, die Integration bietet, und einen über eine Pflicht, die damit verbunden ist. Sie sollen dies aus der Perspektive eines Neuzugewanderten tun.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Fokussieren Sie auf Alltagsbezug: Nutzen Sie Beispiele aus der Schule oder dem Wohnumfeld, um Integration greifbar zu machen. Vermeiden Sie theoretische Vorträge – stattdessen lenken Sie die Aufmerksamkeit auf konkrete Handlungen wie Sprachlernen oder Willkommensgestaltung. Forschung zeigt, dass Schüler durch Simulationen und Rollenspiele komplexe Zusammenhänge besser internalisieren als durch Frontalunterricht.

Am Ende sollen Schüler nicht nur Fakten nennen, sondern Integration als dynamischen Prozess verstehen, der von beiden Seiten Gestaltungswillen erfordert. Sie erkennen, dass Chancen und Pflichten gleichberechtigt sind und benennen konkrete Beispiele aus ihrem Alltag. Ihre Argumente basieren auf erlebten Perspektiven, nicht auf Vorurteilen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Integration bedeutet nur, dass Zuwanderer sich anpassen müssen.

    Während des Diskussionskarussells achten Sie darauf, wer in den Definitionen der Gruppen die Aufnahmegesellschaft als aktiv gestaltend benennt. Fragen Sie gezielt nach: 'Wer muss hier noch etwas tun – und was konkret?'.

  • Zuwanderer haben keine Pflichten, nur Rechte.

    Beobachten Sie beim Rollenspiel, ob Schüler in der Rolle der Aufnahmegesellschaft Pflichten thematisieren (z.B. Sprachkurse anbieten). Lenken Sie die Diskussion mit: 'Was könnte die Schule tun, damit Sprachlernen leichter wird?'

  • Sprache ist unwichtig für Integration.

    Bei der Projekttafel lassen Sie Schüler Sprachproben sammeln und markieren, wo Missverständnisse entstehen könnten. Fragen Sie: 'Welche Folgen hat es, wenn jemand diese Formulierung nicht versteht?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden