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Politik · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Strafrecht und Strafvollzug

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die Schüler die abstrakten Konzepte des Verfassungsrechts durch konkrete Handlungen begreifen. Die Simulation eines Senatsverfahrens und die Analyse realer Urteile machen die Macht des Bundesverfassungsgerichts greifbar und persönlich relevant.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Ethische UrteilsbildungKMK: Sekundarstufe II - Rechtsanwendung
20–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel90 Min. · Kleingruppen

Planspiel: Beratung im Senat

Schüler schlüpfen in die Rolle der Verfassungsrichter und beraten über eine aktuelle Verfassungsbeschwerde (z.B. zum Wahlrecht oder Datenschutz). Sie müssen ihre Entscheidung allein auf Basis des Grundgesetzes begründen und eine Mehrheit finden.

Analysieren Sie die verschiedenen Ziele von Strafe im deutschen Rechtssystem.

ModerationstippBereiten Sie für die Simulation des Senatsverfahrens vorbereitete Fallakten vor, die sowohl verfassungsrechtliche als auch politische Aspekte enthalten.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in drei Gruppen ein, die jeweils einen Strafzweck (Vergeltung, Abschreckung, Resozialisierung) vertreten. Bitten Sie jede Gruppe, Argumente zu sammeln, warum ihr zugewiesener Zweck der wichtigste sein sollte. Leiten Sie anschließend eine Podiumsdiskussion, in der die Gruppen ihre Positionen verteidigen und auf die Argumente der anderen eingehen.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Museumsgang60 Min. · Kleingruppen

Museumsgang: Meilensteine der Rechtsprechung

Schülergruppen bereiten Plakate zu historischen Urteilen des BVerfG vor (z.B. Lüth-Urteil, Volkszählungsurteil). Sie erklären den Sachverhalt, die Entscheidung und die langfristige Bedeutung für die Demokratie.

Erklären Sie die ethischen Dilemmata im Spannungsfeld von Vergeltung und Resozialisierung.

ModerationstippStellen Sie beim Gallery Walk sicher, dass die Meilensteine der Rechtsprechung chronologisch und mit kurzen Kontextinformationen präsentiert werden.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem kurzen Fallbeispiel einer Straftat. Bitten Sie die Schüler, auf der Karte zu notieren, welche drei Strafzwecke hier relevant sein könnten und wie sie diese in einer möglichen Strafzumessung gewichten würden.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Wer kontrolliert die Richter?

Die Schüler überlegen einzeln, wie die Macht von nicht gewählten Richtern legitimiert ist. Im Paar diskutieren sie das Auswahlverfahren durch den Bundestag und Bundesrat sowie die Bindung an die Verfassung als Kontrollmechanismen.

Bewerten Sie die Effektivität des Strafvollzugs bei der Wiedereingliederung von Straftätern.

ModerationstippFordern Sie beim Think-Pair-Share die Schüler auf, konkrete Beispiele aus der Rechtsprechung zu nennen, um die Unabhängigkeit der Richter zu belegen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine Liste mit Begriffen (z.B. 'Generalprävention', 'Schuldprinzip', 'Therapieauflage') und bitten Sie sie, diese den Strafzwecken (Vergeltung, Abschreckung, Resozialisierung) zuzuordnen. Überprüfen Sie die Zuordnungen im Plenum und klären Sie Unklarheiten.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Unterrichten Sie dieses Thema so, dass die Schüler die Spannung zwischen Recht und Politik selbst erleben. Vermeiden Sie es, die Richter als neutrale Figuren darzustellen – stattdessen zeigen Sie die Kontroversen und Widersprüche in Urteilen auf. Nutzen Sie aktuelle Fälle, um die Relevanz zu verdeutlichen und die Schüler zu befähigen, selbstständig Urteile und ihre Hintergründe zu analysieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schüler die Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit verstehen und die Unabhängigkeit der Richter trotz politischer Besetzung erkennen. Sie können Verfassungsbeschwerden einordnen und die Balance zwischen Demokratieprinzip und Verfassungsbindung erklären.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Simulation Beratung im Senat beobachten Sie, dass einige Schüler annehmen, das BVerfG sei eine Art 'Super-Revisionsinstanz'.

    Nutzen Sie die vorbereiteten Fallakten, um explizit zu zeigen, welche Fragen das Gericht prüft und welche nicht, etwa indem Sie abgelehnte Beschwerden mit abgelehnten Begründungen vergleichen.

  • Während des Think-Pair-Share zu 'Wer kontrolliert die Richter?' vermuten Schüler häufig, dass politische Parteizugehörigkeit die Urteile bestimmt.

    Fordern Sie die Schüler auf, konkrete Urteile aus dem Gallery Walk zu nennen, die quer zu parteipolitischen Linien liegen, und lassen Sie sie die Unabhängigkeit der Richter in diesen Fällen begründen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden