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Politik · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Jugendstrafrecht: Besonderheiten und Ziele

Aktive Lernformen eignen sich besonders gut für dieses Thema, weil die Schülerinnen und Schüler durch konkrete Anwendung die Unterschiede zwischen Jugend- und Erwachsenenstrafrecht selbst erleben. Durch Rollenspiele und Fallanalysen wird das abstrakte Rechtssystem greifbar und die Bedeutung pädagogischer Ziele klarer.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - RechtsverständnisKMK: Sekundarstufe II - Ethische Urteilsbildung
20–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Jugendgerichtsverhandlung

Schülerinnen und Schüler übernehmen Rollen wie Richterin, Verteidigerin und Angeklagte. Sie simulieren ein Verfahren und diskutieren pädagogische Maßnahmen. Dies verdeutlicht Unterschiede zum Erwachsenenstrafrecht.

Analysieren Sie die Unterschiede zwischen Jugendstrafrecht und Erwachsenenstrafrecht.

ModerationstippBeim Rollenspiel die Rollenkarten mit klaren Erwartungen und Zeitvorgaben für die Vorbereitung der Gruppen versehen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe einen anonymisierten Fall aus der Jugendgerichtsbarkeit (z.B. Sachbeschädigung, Diebstahl). Die Gruppen diskutieren: Welche Besonderheiten des Jugendstrafrechts sind hier relevant? Welche Maßnahmen wären denkbar und warum? Welche pädagogischen Ziele verfolgt das Gericht in diesem Fall?

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Vergleichstabelle: JGG vs. StGB

In Paaren erstellen Lernende eine Tabelle mit Unterschieden in Strafen und Zielen. Gemeinsam präsentieren sie Ergebnisse. Fördert analytisches Denken.

Erklären Sie die pädagogischen Ziele des Jugendstrafrechts und seine Maßnahmen.

ModerationstippDie Vergleichstabelle als Gruppenarbeit anlegen, sodass die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Paragraphen vergleichen und Unterschiede herausarbeiten.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält eine Karte mit zwei Fragen: 1. Nennen Sie einen wesentlichen Unterschied zwischen Jugend- und Erwachsenenstrafrecht. 2. Beschreiben Sie in einem Satz, was das Hauptziel des Jugendstrafrechts ist.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse20 Min. · Einzelarbeit

Fallstudie-Analyse

Individuell analysieren Schülerinnen und Schüler einen realen Fall aus dem Jugendstrafrecht. Sie bewerten Resozialisierungsaspekte in der Klasse.

Bewerten Sie die Effektivität des Jugendstrafrechts bei der Resozialisierung junger Straftäter.

ModerationstippBei der Fallstudie-Analyse die Schülerinnen und Schüler anleiten, zuerst die rechtlichen Rahmenbedingungen zu klären, bevor pädagogische Maßnahmen diskutiert werden.

Worauf zu achten istStellen Sie eine wahre/falsche Aussage zum Jugendstrafrecht auf, z.B. 'Im Jugendstrafrecht steht die Strafe immer im Vordergrund.' Lassen Sie die Schüler dies mit Handzeichen (Daumen hoch/runter) oder kleinen Kärtchen beantworten. Besprechen Sie kurz die korrekte Antwort und die Begründung.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Effektivität des Systems

Die Klasse teilt sich in Für- und Gegnergruppen. Sie argumentieren zur Resozialisierung. Schließt mit Abstimmung ab.

Analysieren Sie die Unterschiede zwischen Jugendstrafrecht und Erwachsenenstrafrecht.

ModerationstippFür die Debatte klare Pro- und Contra-Argumente vorgeben, um eine strukturierte Diskussion zu ermöglichen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe einen anonymisierten Fall aus der Jugendgerichtsbarkeit (z.B. Sachbeschädigung, Diebstahl). Die Gruppen diskutieren: Welche Besonderheiten des Jugendstrafrechts sind hier relevant? Welche Maßnahmen wären denkbar und warum? Welche pädagogischen Ziele verfolgt das Gericht in diesem Fall?

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Politik-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass der Fokus auf dem pädagogischen Ansatz des Jugendstrafrechts liegen sollte. Vermeiden Sie es, das Thema ausschließlich rechtlich zu behandeln, sondern verknüpfen Sie es immer mit konkreten Lebenssituationen junger Menschen. Nutzen Sie reale Fallbeispiele, um die Zielsetzung des Jugendstrafrechts nachvollziehbar zu machen.

Am Ende der Einheit können die Schülerinnen und Schüler die zentralen Besonderheiten des Jugendstrafrechts erklären und pädagogische Maßnahmen von reinen Strafen unterscheiden. Sie begründen Entscheidungen in Fallbeispielen und bewerten die Effektivität des Systems kritisch.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Jugendgerichtsverhandlung' könnte die Annahme entstehen, 'Das Jugendstrafrecht ist immer milder und kennt keine Haft.'

    Nutzen Sie die Verhandlung, um auf die Möglichkeit der Freiheitsentziehung hinzuweisen und zu erklären, dass das Hauptziel der Erziehung dient, nicht der Strafe.

  • Während der Vergleichstabelle 'JGG vs. StGB' könnte die Annahme entstehen, 'Jugendstrafrecht gilt nur unter 18-Jährigen.'

    Verweisen Sie in der Tabelle auf die Altersgrenzen im JGG und besprechen Sie gemeinsam, warum junge Erwachsene bis 21 Jahre einbezogen werden können.

  • Während der Fallstudie-Analyse könnte die Annahme entstehen, 'Pädagogische Ziele sind unwichtig gegenüber Strafe.'

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in der Analyse die Erziehungsmaßregeln und deren Ziele zu identifizieren und mit den Strafen zu vergleichen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden