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Kunst · Klasse 9 · Kunst und Identität: Selbst und Gesellschaft · 2. Halbjahr

Selbstporträt und Selbstdarstellung

Die Schülerinnen und Schüler analysieren historische und zeitgenössische Selbstporträts und gestalten eigene Werke, die ihre Identität reflektieren.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionBildnerische Rezeption

Über dieses Thema

Das Thema Selbstporträt und Selbstdarstellung lädt Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 ein, historische und zeitgenössische Werke wie Rembrandts introspektive Porträts oder Cindy Shermans konstruierte Identitäten zu analysieren. Sie erkunden, welche Aspekte der Persönlichkeit Künstler betonen, etwa innere Konflikte oder soziale Rollen, und vergleichen dies mit gefilterten Selbstdarstellungen in sozialen Medien. Diese Auseinandersetzung stärkt die bildnerische Rezeption und Produktion nach KMK-Standards und regt zur Reflexion über eigene Identität an.

Im Kontext der Einheit 'Kunst und Identität: Selbst und Gesellschaft' verbindet das Thema Kunstgeschichte mit Alltagsrealitäten. Schülerinnen und Schüler lernen, dass Selbstporträts nicht nur Abbilder, sondern bewusste Konstruktionen sind, die kulturelle und persönliche Narrative transportieren. Durch Analyse von Key Questions wie 'Wie unterscheidet sich Selbstdarstellung in Kunst von Social Media?' entwickeln sie kritisches Denken und ästhetisches Urteilsvermögen.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, weil Schülerinnen und Schüler durch eigenes Gestalten und kollaboratives Diskutieren abstrakte Konzepte wie Identität erfahrbar machen. Praktische Übungen fördern Kreativität und Selbstreflexion, machen den Unterricht lebendig und verbinden Kunst mit persönlicher Entwicklung.

Leitfragen

  1. Wie unterscheidet sich die Selbstdarstellung in der Kunst von der in sozialen Medien?
  2. Analysieren Sie, welche Aspekte der Identität Künstler in ihren Selbstporträts betonen.
  3. Gestalten Sie ein Selbstporträt, das eine bestimmte Facette Ihrer Persönlichkeit hervorhebt.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Techniken und Intentionen hinter historischen und zeitgenössischen Selbstporträts, um deren Aussagekraft zu bewerten.
  • Vergleichen Sie die Darstellung von Identität in der bildenden Kunst mit der Selbstdarstellung in sozialen Medien und identifizieren Sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
  • Entwerfen und gestalten Sie ein eigenes Selbstporträt, das gezielt eine spezifische Facette der eigenen Identität visuell hervorhebt.
  • Erklären Sie, wie Künstler durch bewusste Entscheidungen bei Komposition, Material und Stil ihre persönliche oder soziale Identität in Selbstporträts konstruieren.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Bildanalyse

Warum: Schülerinnen und Schüler müssen grundlegende Methoden zur Analyse von Kunstwerken kennen, um historische und zeitgenössische Selbstporträts verstehen zu können.

Einführung in visuelle Kommunikation

Warum: Ein Verständnis dafür, wie Bilder Botschaften vermitteln, ist notwendig, um die bewusste Selbstdarstellung in der Kunst und den Medien zu erfassen.

Schlüsselvokabular

SelbstporträtEin Kunstwerk, das der Künstler von sich selbst schafft. Es kann eine realistische Darstellung oder eine symbolische Interpretation der eigenen Person sein.
SelbstdarstellungDie Art und Weise, wie eine Person sich selbst präsentiert und wahrgenommen werden möchte. In der Kunst ist dies oft eine bewusste Inszenierung.
IdentitätDie Gesamtheit der Merkmale, die eine Person als einzigartig kennzeichnen. Dies umfasst persönliche Eigenschaften, soziale Rollen und kulturelle Zugehörigkeiten.
InszenierungDie bewusste und oft theatralische Anordnung von Elementen, um eine bestimmte Wirkung oder Botschaft zu erzielen, wie z.B. die Darstellung einer bestimmten Rolle oder Stimmung.
KonstruktionDer Prozess, bei dem etwas erschaffen oder aufgebaut wird. Im Kontext der Identität bedeutet dies, dass sie nicht nur gegeben ist, sondern aktiv geformt wird.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungSelbstporträts sind immer fotorealistische Abbilder.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Künstler konstruieren oft übertriebene oder symbolische Darstellungen, um innere Zustände zu zeigen. Aktive Analysen in Gruppen helfen, da Schüler Beispiele vergleichen und durch Diskussion erkennen, wie Stil und Medium die Wahrnehmung beeinflussen.

Häufige FehlvorstellungIdentität in Porträts ist statisch und unveränderlich.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Identität entwickelt sich dynamisch, wie zeitgenössische Werke zeigen. Praktisches Gestalten eigener Porträts lässt Schüler verschiedene Facetten ausprobieren und durch Reflexion verstehen, dass Selbstdarstellung kontextabhängig ist.

Häufige FehlvorstellungSelbstdarstellung in Social Media ist authentischer als in Kunst.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Beide sind inszeniert, doch Kunst erlaubt tiefere Reflexion. Vergleichsübungen in Paaren machen dies evident, indem Schüler Filter und Posen analysieren und künstlerische Intentionen entdecken.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Fotografen und Influencer auf Plattformen wie Instagram und TikTok inszenieren sich täglich für ihre Follower, wobei sie Filter und Bearbeitungswerkzeuge nutzen, um ein bestimmtes Image zu schaffen. Dies ist vergleichbar mit der bewussten Selbstdarstellung in der Kunst.
  • Künstler wie Cindy Sherman oder Frida Kahlo nutzten ihre Selbstporträts, um gesellschaftliche Erwartungen an Frauen zu hinterfragen und ihre eigene komplexe Identität zu erforschen, was Parallelen zur persönlichen Identitätsfindung Jugendlicher aufweist.
  • Museen und Galerien, wie die Alte Pinakothek in München oder das Centre Pompidou in Paris, zeigen Sammlungen von Selbstporträts, die historische Perspektiven auf Identität und Gesellschaft bieten.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Unterschiede zwischen der Selbstdarstellung in einem Kunst-Selbstporträt und einem Social-Media-Profil. Geben Sie für jeden Unterschied ein kurzes Beispiel an.'

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage in die Klasse: 'Welche Aspekte Ihrer Identität würden Sie in einem Selbstporträt hervorheben und warum? Beschreiben Sie kurz, wie Sie diese Aspekte visuell umsetzen würden.'

Gegenseitige Bewertung

Nachdem die Schülerinnen und Schüler Skizzen für ihr Selbstporträt angefertigt haben, tauschen sie diese mit einem Partner aus. Der Partner gibt Feedback zu zwei Punkten: 1. Wird die gewählte Facette der Identität klar dargestellt? 2. Welche künstlerische Technik könnte die Aussage noch verstärken? Die Schülerinnen und Schüler notieren sich das Feedback.

Häufig gestellte Fragen

Wie analysiert man Aspekte der Identität in Selbstporträts?
Beginnen Sie mit Beobachtung von Elementen wie Gesichtsausdruck, Kleidung, Hintergrund und Symbolen. Fragen Sie: Welche Emotionen oder Rollen werden vermittelt? Historische Werke wie Dürers betonen Status, moderne wie Traceys innere Welten. Schüler notieren in Tabellen und diskutieren in Gruppen, um Muster zu erkennen. Dies fördert differenziertes Sehen und verbindet Rezeption mit persönlicher Reflexion. (62 Wörter)
Wie fördert aktives Lernen das Verständnis von Selbstporträts?
Aktive Methoden wie Stationenlernen und eigenes Gestalten machen abstrakte Konzepte greifbar. Schülerinnen und Schüler experimentieren mit Materialien, reflektieren Facetten ihrer Identität und erhalten Peer-Feedback, was Kreativität und Selbstbewusstsein stärkt. Kollaborative Präsentationen vertiefen den Dialog zwischen Kunst und Alltag, machen den Unterricht motivierend und nachhaltig. (68 Wörter)
Unterschiede Selbstdarstellung Kunst vs. Social Media?
In Kunst ist die Darstellung bewusst konstruiert und vielschichtig, oft mit Symbolik und historischen Bezügen, während Social Media schnelle, gefilterte Impressionen priorisiert. Schüler vergleichen durch Paararbeiten Posen und Intentionen, erkennen, dass beide inszeniert sind, doch Kunst tiefer reflektiert. Dies sensibilisiert für Medienkompetenz. (64 Wörter)
Welche Materialien für eigene Selbstporträts?
Nutzen Sie Acryl, Collage-Materialien, digitale Tools oder Mixed Media, passend zur betonten Identitätsfacette. Für emotionale Tiefe eignen sich expressive Pinselstriche, für Konstruktionen Collagen. Schüler planen skizzierend, was sie hervorheben wollen, und testen Varianten. Dies ermöglicht individuelle Ausdrucksformen und entspricht Produktionsstandards. (70 Wörter)