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Kunst · Klasse 7

Ideen für aktives Lernen

Rollenbilder in der Kunst

Aktive Lernformen eignen sich besonders, weil Schülerinnen und Schüler durch eigenes Entdecken und Vergleichen erkennen, wie Künstler Rollenbilder bewusst gestalten. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Epochen und Stilen macht unsichtbare Normen sichtbar und fördert kritisches Denken über Gesellschaftsbilder.

KMK BildungsstandardsBild des MenschenRezeption
30–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Rollenanalyse

Richten Sie vier Stationen mit Reproduktionen ein: Barock-Weiblichkeit, Renaissance-Männlichkeit, Moderne-Kritik, Vergleichspaare. Gruppen notieren Symbole, Posen und Botschaften, rotieren alle 10 Minuten und präsentieren Erkenntnisse. Abschluss: Klassenrunde zur Synthese.

Analysieren Sie, wie Künstler Rollenbilder in ihren Werken konstruieren.

ModerationstippBereiten Sie beim Stationenlernen für jede Station eine klare Aufgabenstellung mit Leitfragen vor, die die Schülerinnen und Schüler zur genauen Bildanalyse anleiten.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten ein Kunstwerk, das ein deutliches Rollenbild zeigt. Sie notieren auf einem Zettel: 1. Welche Rolle wird dargestellt? 2. Welche visuellen Codes (z.B. Kleidung, Pose, Gegenstände) unterstützen diese Darstellung? 3. Bestätigt oder hinterfragt das Werk gesellschaftliche Normen?

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Sokratisches Seminar30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Werkvergleich

Teilen Sie Werke wie 'Die drei Grazien' und 'Guernica' aus. Paare listen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Rollenbildern auf, diskutieren gesellschaftliche Normen und skizzieren eine moderne Version. Erstellen Sie eine Tabelle für die Ergebnisse.

Vergleichen Sie die Darstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit in verschiedenen Kunstwerken.

ModerationstippGeben Sie der Paararbeit eine klare Struktur: Ein Partner analysiert das erste Werk, der andere das zweite, bevor sie gemeinsam vergleichen und Ergebnisse präsentieren.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Kunstwerke nebeneinander, die unterschiedliche Darstellungen von Männlichkeit oder Weiblichkeit zeigen (z.B. ein barockes Porträt und ein Werk des 20. Jahrhunderts). Fragen Sie die Klasse: 'Welche Unterschiede fallen Ihnen in der Darstellung auf? Wie könnten diese Unterschiede mit den gesellschaftlichen Erwartungen der jeweiligen Zeit zusammenhängen? Welche Botschaft vermitteln die Künstler?'

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Sokratisches Seminar35 Min. · Ganze Klasse

Whole Class: Rollendiskussion

Projektieren Sie ein Werk, lassen Sie Schülerinnen und Schüler abstimmen: Bestätigt oder hinterfragt es Normen? Begründen in Plenum, ergänzen mit Fakten zu Künstlerkontext. Notieren Sie Argumente an der Tafel.

Bewerten Sie, inwiefern Kunstwerke gesellschaftliche Normen hinterfragen oder bestätigen können.

ModerationstippModerieren Sie die Rollendiskussion gezielt, indem Sie neutrale Impulsfragen stellen und darauf achten, dass alle Positionen gehört werden, ohne sie zu bewerten.

Worauf zu achten istTeilen Sie Arbeitsblätter aus, auf denen verschiedene Kunstwerke abgebildet sind. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, für jedes Werk ein oder zwei Schlagworte zu notieren, die das dargestellte Rollenbild beschreiben. Sammeln Sie die Blätter ein, um das Verständnis zu überprüfen.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Sokratisches Seminar40 Min. · Einzelarbeit

Individual: Eigenes Rollenbild

Schülerinnen und Schüler zeichnen ein Selbstporträt mit Rollenattributen, notieren Erwartungen und Kritik daran. Teilen Sie in Kleingruppen für Feedback.

Analysieren Sie, wie Künstler Rollenbilder in ihren Werken konstruieren.

ModerationstippFordern Sie beim individuellen Rollenbild eine schriftliche oder zeichnerische Reflexion, die über die bloße Beschreibung hinausgeht und eine persönliche Position erkennen lässt.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten ein Kunstwerk, das ein deutliches Rollenbild zeigt. Sie notieren auf einem Zettel: 1. Welche Rolle wird dargestellt? 2. Welche visuellen Codes (z.B. Kleidung, Pose, Gegenstände) unterstützen diese Darstellung? 3. Bestätigt oder hinterfragt das Werk gesellschaftliche Normen?

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf einen induktiven Zugang: Zuerst erkunden die Schülerinnen und Schüler konkrete Werke, bevor sie theoretische Konzepte wie Stereotype oder gesellschaftliche Normen erarbeiten. Wichtig ist, Zeit für kontroverse Positionen zu lassen und klare Kriterien für die Analyse zu vermitteln. Vermeiden Sie voreilige Schlüsse, sondern lassen Sie die Schülerinnen und Schüler selbst die Unterschiede zwischen Epochen und Stilen entdecken. Nutzen Sie die Kunstwerke als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen, um historische Kontinuitäten und Brüche sichtbar zu machen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich daran, dass die Schülerinnen und Schüler Rollenbilder in Kunstwerken identifizieren, ihre Funktion beschreiben und deren gesellschaftliche Einbettung begründen können. Sie sollen Unterschiede zwischen Epochen erkennen und begründet Stellung beziehen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens Rollenanalyse könnte der Eindruck entstehen, Kunstwerke spiegeln immer die Realität ihrer Zeit wider.

    Nutzen Sie die Stationen, um explizit auf Idealisierungen und Karikaturen hinzuweisen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler an jeder Station fragen: 'Welche Botschaft könnte der Künstler mit dieser Darstellung verfolgen?' und vergleichen Sie die Werke mit historischen Quellen.

  • Während des Stationenlernens Rollenanalyse könnte der Eindruck entstehen, Rollenbilder in der Kunst seien zeitlos und unverändert.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Kunstwerke nach Epochen zu ordnen und Unterschiede in Mimik, Pose und Symbolik zu notieren. Nutzen Sie die Visualisierung, um Entwicklungslinien der Rollendarstellungen zu skizzieren.

  • Während der Paararbeit Werkvergleich könnte der Fokus nur auf weiblichen Rollenbildern liegen.

    Geben Sie beiden Partnern den Auftrag, jeweils ein männliches und ein weibliches Rollenbild zu vergleichen. Stellen Sie sicher, dass beide Geschlechter in den Arbeitsaufträgen gleichberechtigt berücksichtigt werden.


In dieser Übersicht verwendete Methoden