Porträts als Erzählung
Analyse von Porträts, die mehr als nur ein Abbild sind, sondern eine Geschichte über die dargestellte Person erzählen.
Über dieses Thema
Porträts sind mehr als Abbilder von Personen. Sie erzählen Geschichten über Charakter, Status oder Emotionen der Dargestellten. In diesem Thema analysieren Schülerinnen und Schüler, wie Künstler Details wie Blickrichtung, Kleidung, Accessoires und Hintergründe einsetzen, um eine Erzählung zu schaffen. Beispiele wie das Porträt der Mona Lisa von Leonardo da Vinci oder Albrecht Dürers Selbstporträts zeigen, wie Mimik und Symbolik zur Charakterisierung beitragen.
Die Schülerinnen und Schüler üben die Rezeption, indem sie Porträts beschreiben und interpretieren. Sie beantworten Fragen wie: Welche Geschichte verrät das Porträt? Welche Elemente heben Eigenschaften hervor? Im zweiten Schritt gestalten sie eigene Porträts, die eine bestimmte Eigenschaft oder Geschichte betonen. So verbinden sie Analyse mit bildnerischer Produktion gemäß KMK-Standards.
Aktives Lernen bringt hier klare Vorteile. Schülerinnen und Schüler entwickeln kritisches Denken, indem sie selbst entdecken und gestalten. Das stärkt Motivation und Verständnis, da sie nicht nur beobachten, sondern aktiv mit Kunst auseinandersetzen.
Leitfragen
- Analysieren Sie, wie Künstler durch Details und Ausdruck eine Geschichte über die porträtierte Person erzählen.
- Erklären Sie, welche Elemente in einem Porträt zur Charakterisierung beitragen.
- Gestalten Sie ein Porträt, das eine bestimmte Eigenschaft oder Geschichte der dargestellten Person hervorhebt.
Lernziele
- Analysieren Sie, wie spezifische visuelle Elemente (z.B. Kleidung, Haltung, Hintergrund) in Porträts zur Narration beitragen.
- Erklären Sie die Absicht des Künstlers hinter der Auswahl bestimmter Details zur Charakterisierung einer Person in einem Porträt.
- Gestalten Sie ein Porträt, das durch gezielte Auswahl von Details und Ausdruck eine spezifische Eigenschaft oder Geschichte der dargestellten Person visuell kommuniziert.
- Vergleichen Sie die erzählerischen Strategien zweier verschiedener Porträts hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Betrachter.
Bevor es losgeht
Warum: Schüler müssen grundlegende visuelle Elemente wie Farbe, Form und Linie erkennen und benennen können, um Porträts analysieren zu können.
Warum: Ein grundlegendes Verständnis dafür, wie Menschen in der Kunst dargestellt werden, hilft den Schülern, die spezifischen Techniken der Porträtmalerei zu verstehen.
Schlüsselvokabular
| Ikonografie | Die Lehre von den Bildinhalten und deren symbolischer Bedeutung. In Porträts können bestimmte Gegenstände oder Kleidung symbolisch für Eigenschaften oder den sozialen Status stehen. |
| Mimik | Der Ausdruck des Gesichts, der Gefühle und Gedanken einer Person vermittelt. Die Mimik ist ein zentrales Element zur Charakterisierung in Porträts. |
| Komposition | Die Anordnung der Elemente innerhalb eines Kunstwerks. Die Komposition eines Porträts beeinflusst, wie die dargestellte Person wahrgenommen wird und welche Geschichte erzählt wird. |
| Symbolik | Die Verwendung von Bildern oder Objekten, die für etwas anderes stehen. In Porträts kann Symbolik verwendet werden, um tiefere Bedeutungen über die dargestellte Person zu vermitteln. |
| Charakterisierung | Die Darstellung der Persönlichkeit und Eigenschaften einer Figur. In Porträts geschieht dies durch visuelle Mittel wie Mimik, Gestik, Kleidung und Umgebung. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungPorträts zeigen immer die reale Person genau so, wie sie ist.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Porträts sind oft idealisiert oder symbolisch. Künstler fügen Elemente hinzu, um Charakter oder Status zu betonen, nicht nur das Äußere abzubilden.
Häufige FehlvorstellungNur das Gesicht ist im Porträt wichtig.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Das gesamte Bild erzählt die Geschichte. Hintergrund, Kleidung und Accessoires tragen ebenso zur Charakterisierung bei wie Mimik und Pose.
Häufige FehlvorstellungModerne Porträts unterscheiden sich nicht von alten.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Grundsätzliche Techniken wie Symbolik und Ausdruck sind ähnlich. Unterschiede liegen in Stil und Materialien, doch die Erzählfunktion bleibt gleich.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenPärchenarbeit: Porträt-Analyse
Die Paare betrachten ein Porträt gemeinsam und notieren Details wie Pose, Blick und Objekte. Sie besprechen, welche Geschichte diese Elemente erzählen. Abschließend teilen sie ihre Interpretationen mit der Klasse.
Kleingruppen: Symbol-Suche
In Gruppen von drei bis vier suchen Schülerinnen und Schüler Symbole in mehreren Porträts und ordnen sie Eigenschaften zu. Sie erstellen eine Tabelle mit Beispielen. Die Gruppen präsentieren ein Symbol.
Ganzer Unterricht: Porträt-Diskussion
Die Klasse diskutiert gemeinsam zwei Porträts. Jede Schülerin und jeder Schüler nennt ein Detail und seine Bedeutung. Der Lehrer moderiert und fasst zusammen.
Individuell: Eigene Skizze
Jede Schülerin und jeder Schüler skizziert ein Porträt, das eine Eigenschaft wie Mut oder Freundlichkeit zeigt. Sie wählen passende Symbole und notieren die Geschichte.
Bezüge zur Lebenswelt
- Gerichtsmediziner nutzen Porträtvergleiche und forensische Bildanalyse, um Identitäten zu überprüfen oder Verdächtige anhand von Überwachungsaufnahmen zu identifizieren, wobei sie auf subtile Merkmale achten.
- Modefotografen und -designer erstellen Porträts, die nicht nur das Aussehen eines Models zeigen, sondern auch eine Geschichte über die Kleidung, die Marke oder eine bestimmte Ästhetik erzählen, um Produkte erfolgreich zu vermarkten.
- Historiker und Kunsthistoriker analysieren historische Porträts, um Einblicke in das Leben, den sozialen Status und die kulturellen Normen vergangener Epochen zu gewinnen, wie z.B. bei der Untersuchung von Porträts der Renaissance.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schülerinnen und Schüler erhalten ein Porträt und die Aufgabe, drei visuelle Details zu identifizieren, die ihrer Meinung nach eine Geschichte über die dargestellte Person erzählen. Sie begründen kurz, welche Geschichte jedes Detail unterstützt.
Stellen Sie die Frage: 'Wenn Sie ein Porträt von sich selbst erstellen würden, um eine einzige Eigenschaft hervorzuheben, welche Details würden Sie bewusst einsetzen und warum?' Leiten Sie eine Klassendiskussion, in der Schüler ihre Ideen austauschen und die Wahl der Details begründen.
Zeigen Sie zwei Porträts nebeneinander. Bitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt zu notieren, welche Elemente (z.B. Blick, Kleidung, Hintergrund) in jedem Porträt zur Erzählung beitragen und wie sich diese Elemente unterscheiden.
Häufig gestellte Fragen
Wie analysiert man ein Porträt als Erzählung?
Welche Materialien eignen sich für die eigene Porträtgestaltung?
Warum ist aktives Lernen in diesem Thema besonders wirkungsvoll?
Wie verbinde ich Analyse mit der eigenen Gestaltung?
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