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Kunst · Klasse 6 · Kunst und Erzählung: Geschichten in Bildern · 2. Halbjahr

Porträts als Erzählung

Analyse von Porträts, die mehr als nur ein Abbild sind, sondern eine Geschichte über die dargestellte Person erzählen.

KMK BildungsstandardsRezeptionBildnerische Produktion

Über dieses Thema

Porträts sind mehr als Abbilder von Personen. Sie erzählen Geschichten über Charakter, Status oder Emotionen der Dargestellten. In diesem Thema analysieren Schülerinnen und Schüler, wie Künstler Details wie Blickrichtung, Kleidung, Accessoires und Hintergründe einsetzen, um eine Erzählung zu schaffen. Beispiele wie das Porträt der Mona Lisa von Leonardo da Vinci oder Albrecht Dürers Selbstporträts zeigen, wie Mimik und Symbolik zur Charakterisierung beitragen.

Die Schülerinnen und Schüler üben die Rezeption, indem sie Porträts beschreiben und interpretieren. Sie beantworten Fragen wie: Welche Geschichte verrät das Porträt? Welche Elemente heben Eigenschaften hervor? Im zweiten Schritt gestalten sie eigene Porträts, die eine bestimmte Eigenschaft oder Geschichte betonen. So verbinden sie Analyse mit bildnerischer Produktion gemäß KMK-Standards.

Aktives Lernen bringt hier klare Vorteile. Schülerinnen und Schüler entwickeln kritisches Denken, indem sie selbst entdecken und gestalten. Das stärkt Motivation und Verständnis, da sie nicht nur beobachten, sondern aktiv mit Kunst auseinandersetzen.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie, wie Künstler durch Details und Ausdruck eine Geschichte über die porträtierte Person erzählen.
  2. Erklären Sie, welche Elemente in einem Porträt zur Charakterisierung beitragen.
  3. Gestalten Sie ein Porträt, das eine bestimmte Eigenschaft oder Geschichte der dargestellten Person hervorhebt.

Lernziele

  • Analysieren Sie, wie spezifische visuelle Elemente (z.B. Kleidung, Haltung, Hintergrund) in Porträts zur Narration beitragen.
  • Erklären Sie die Absicht des Künstlers hinter der Auswahl bestimmter Details zur Charakterisierung einer Person in einem Porträt.
  • Gestalten Sie ein Porträt, das durch gezielte Auswahl von Details und Ausdruck eine spezifische Eigenschaft oder Geschichte der dargestellten Person visuell kommuniziert.
  • Vergleichen Sie die erzählerischen Strategien zweier verschiedener Porträts hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Betrachter.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Bildsprache und visueller Elemente

Warum: Schüler müssen grundlegende visuelle Elemente wie Farbe, Form und Linie erkennen und benennen können, um Porträts analysieren zu können.

Einführung in die Darstellung von Menschen in der Kunst

Warum: Ein grundlegendes Verständnis dafür, wie Menschen in der Kunst dargestellt werden, hilft den Schülern, die spezifischen Techniken der Porträtmalerei zu verstehen.

Schlüsselvokabular

IkonografieDie Lehre von den Bildinhalten und deren symbolischer Bedeutung. In Porträts können bestimmte Gegenstände oder Kleidung symbolisch für Eigenschaften oder den sozialen Status stehen.
MimikDer Ausdruck des Gesichts, der Gefühle und Gedanken einer Person vermittelt. Die Mimik ist ein zentrales Element zur Charakterisierung in Porträts.
KompositionDie Anordnung der Elemente innerhalb eines Kunstwerks. Die Komposition eines Porträts beeinflusst, wie die dargestellte Person wahrgenommen wird und welche Geschichte erzählt wird.
SymbolikDie Verwendung von Bildern oder Objekten, die für etwas anderes stehen. In Porträts kann Symbolik verwendet werden, um tiefere Bedeutungen über die dargestellte Person zu vermitteln.
CharakterisierungDie Darstellung der Persönlichkeit und Eigenschaften einer Figur. In Porträts geschieht dies durch visuelle Mittel wie Mimik, Gestik, Kleidung und Umgebung.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungPorträts zeigen immer die reale Person genau so, wie sie ist.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Porträts sind oft idealisiert oder symbolisch. Künstler fügen Elemente hinzu, um Charakter oder Status zu betonen, nicht nur das Äußere abzubilden.

Häufige FehlvorstellungNur das Gesicht ist im Porträt wichtig.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Das gesamte Bild erzählt die Geschichte. Hintergrund, Kleidung und Accessoires tragen ebenso zur Charakterisierung bei wie Mimik und Pose.

Häufige FehlvorstellungModerne Porträts unterscheiden sich nicht von alten.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Grundsätzliche Techniken wie Symbolik und Ausdruck sind ähnlich. Unterschiede liegen in Stil und Materialien, doch die Erzählfunktion bleibt gleich.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Gerichtsmediziner nutzen Porträtvergleiche und forensische Bildanalyse, um Identitäten zu überprüfen oder Verdächtige anhand von Überwachungsaufnahmen zu identifizieren, wobei sie auf subtile Merkmale achten.
  • Modefotografen und -designer erstellen Porträts, die nicht nur das Aussehen eines Models zeigen, sondern auch eine Geschichte über die Kleidung, die Marke oder eine bestimmte Ästhetik erzählen, um Produkte erfolgreich zu vermarkten.
  • Historiker und Kunsthistoriker analysieren historische Porträts, um Einblicke in das Leben, den sozialen Status und die kulturellen Normen vergangener Epochen zu gewinnen, wie z.B. bei der Untersuchung von Porträts der Renaissance.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten ein Porträt und die Aufgabe, drei visuelle Details zu identifizieren, die ihrer Meinung nach eine Geschichte über die dargestellte Person erzählen. Sie begründen kurz, welche Geschichte jedes Detail unterstützt.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Wenn Sie ein Porträt von sich selbst erstellen würden, um eine einzige Eigenschaft hervorzuheben, welche Details würden Sie bewusst einsetzen und warum?' Leiten Sie eine Klassendiskussion, in der Schüler ihre Ideen austauschen und die Wahl der Details begründen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie zwei Porträts nebeneinander. Bitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt zu notieren, welche Elemente (z.B. Blick, Kleidung, Hintergrund) in jedem Porträt zur Erzählung beitragen und wie sich diese Elemente unterscheiden.

Häufig gestellte Fragen

Wie analysiert man ein Porträt als Erzählung?
Beginnen Sie mit einer Beschreibung: Was sehen Sie im Gesicht, in der Pose, an Accessoires? Fragen Sie: Welche Emotionen oder Eigenschaften vermitteln diese? Überlegen Sie zur Geschichte: Wer ist die Person? Welchen Status hat sie? Lassen Sie Schülerinnen und Schüler eigene Interpretationen bilden, dann vergleichen. Das fördert Beobachtungsgabe und Argumentation in 6 Minuten pro Porträt.
Welche Materialien eignen sich für die eigene Porträtgestaltung?
Verwenden Sie Bleistift, Buntstifte oder Aquarellfarben auf DIN-A4-Papier. Für Anfänger reicht Skizzenpapier. Ermutigen Sie zu einfachen Techniken wie Schraffur für Tiefe. Bereiten Sie Vorlagen mit Kreis für den Kopf vor, damit alle gelingt. Materialien sollten zugänglich sein, um Kreativität zu priorisieren, nicht Perfektion.
Warum ist aktives Lernen in diesem Thema besonders wirkungsvoll?
Aktives Lernen lässt Schülerinnen und Schüler Porträts selbst analysieren und gestalten, statt nur zuzuhören. Sie entdecken Symbole durch Beobachtung, diskutieren Interpretationen und experimentieren kreativ. Das vertieft Verständnis der KMK-Standards Rezeption und Produktion. Motivation steigt, da sie Erfolge spüren; kritisches Denken und Ausdrucksfähigkeit wachsen nachhaltig. In 45 Minuten entsteht echtes Lernen.
Wie verbinde ich Analyse mit der eigenen Gestaltung?
Nach der Analyse wählen Schülerinnen und Schüler eine Eigenschaft wie Neugier. Sie planen: Welche Pose, welches Accessoir? Skizzieren folgt. Reflektieren Sie gemeinsam: Hat das Porträt die Geschichte vermittelt? Das schließt den Lernkreislauf. Dauer: 10 Minuten Planung, 20 Minuten Zeichnen.