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Vom Blatt in den Raum: Plastisches Gestalten · 1. Halbjahr

Tonfiguren und Proportionen

Grundlagen des Modellierens und die Darstellung des menschlichen Körpers.

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Leitfragen

  1. Erklären Sie, wie Bewegung in einer statischen Figur eingefangen werden kann.
  2. Vergleichen Sie verschiedene Werkzeuge für feine Oberflächenstrukturen im Ton.
  3. Begründen Sie, warum die Statik bei einer Tonfigur wichtiger ist als bei einer Zeichnung.

KMK Bildungsstandards

KMK-BS-BK-P-3.1KMK-BS-BK-W-3.1
Klasse: Klasse 5
Fach: Welt der Bilder: Entdecken, Gestalten und Verstehen
Einheit: Vom Blatt in den Raum: Plastisches Gestalten
Zeitraum: 1. Halbjahr

Über dieses Thema

Das Arbeiten mit Ton bietet den Kindern eine unmittelbare, sinnliche Erfahrung. In diesem Thema stehen die menschliche Figur und ihre Proportionen im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie aus einem Klumpen Material eine stehende oder sitzende Figur entwickeln können, ohne dass diese in sich zusammenbricht. Dies verknüpft die KMK-Standards der bildnerischen Produktion mit anatomischer Wahrnehmung und statischem Verständnis.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Darstellung von Bewegung und Ausdruck. Die Kinder entdecken, wie kleine Veränderungen in der Kopfhaltung oder Armstellung die gesamte Aussage der Figur verändern. Das Modellieren fördert die Feinmotorik und das Verständnis für Volumen. Ein schülerzentrierter Ansatz, bei dem die Kinder gegenseitig Modell stehen, hilft dabei, die komplexen Proportionen des Körpers besser zu begreifen. Die haptische Arbeit mit Ton ermöglicht es auch Kindern mit weniger Zeichenerfahrung, beeindruckende Ergebnisse zu erzielen und ein Gefühl für Dreidimensionalität zu entwickeln.

Lernziele

  • Demonstrieren Sie die Grundprinzipien der Statik beim Bau einer aufrechten Tonfigur.
  • Analysieren Sie die Proportionen des menschlichen Körpers, um eine erkennbare Figur zu modellieren.
  • Vergleichen Sie die Wirkung verschiedener Werkzeuge auf die Oberflächenstruktur von Ton.
  • Erklären Sie, wie Körpersprache und Haltung in einer statischen Tonfigur dargestellt werden können.
  • Erstellen Sie eine Tonfigur, die eine spezifische Bewegung oder Emotion ausdrückt.

Bevor es losgeht

Grundlagen des Zeichnens: Perspektive und Volumen

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Volumen und wie man es zweidimensional darstellt, hilft beim Übergang zur dreidimensionalen Form.

Materialerfahrung: Einführung in verschiedene Werkstoffe

Warum: Erste Erfahrungen mit formbaren Materialien erleichtern den Umgang mit Ton und das Verständnis seiner Eigenschaften.

Schlüsselvokabular

ProportionDas Verhältnis der Größe von Körperteilen zueinander und zum Ganzen. Bei menschlichen Figuren sind dies z.B. Kopfgröße im Verhältnis zur Körperhöhe.
StatikDie Lehre vom Gleichgewicht, also wie ein Objekt stabil steht, ohne umzufallen. Bei Tonfiguren ist dies wichtig, damit sie nicht einstürzen.
VolumenDer Rauminhalt eines Körpers. Beim Modellieren mit Ton geht es darum, dreidimensionale Formen zu schaffen, die Masse und Raum einnehmen.
HaptikDie Beschaffenheit einer Oberfläche, die durch Tasten wahrgenommen wird. Beim Ton ist dies die Glätte, Rauheit oder Struktur der Oberfläche.
ModellierenDas Formen von weichem Material wie Ton zu einer dreidimensionalen Figur oder einem Objekt.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

Bildhauer und Bildhauerinnen nutzen ihre Kenntnisse über Proportionen und Statik, um lebensgroße Skulpturen aus Ton oder anderen Materialien zu schaffen, die dann oft in Museen oder öffentlichen Räumen ausgestellt werden.

Figurendesigner im Bereich Animation oder Spielzeugentwicklung erstellen zunächst Tonmodelle, um die Charaktere dreidimensional zu gestalten, bevor sie digitalisiert oder in andere Materialien umgesetzt werden.

Restauratoren arbeiten mit Tonmodellen, um beschädigte archäologische Funde zu rekonstruieren oder um zu verstehen, wie antike Objekte ursprünglich geformt waren.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungMan muss Arme und Beine einzeln ankleben.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Einzelteile fallen beim Trocknen oft ab. Es ist besser, die Figur aus einem Ganzen herauszuarbeiten oder die Teile mit 'Schlicker' (Tonschlamm) und Aufrauen der Flächen fest zu verbinden. Aktives Ausprobieren zeigt schnell, welche Verbindung hält.

Häufige FehlvorstellungKöpfe sind kreisrund.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Kinder modellieren Köpfe oft als Kugeln. Durch das gegenseitige Betrachten und Befühlen der eigenen Kopfform lernen sie, dass der Schädel eher eiförmig ist und die Augen in der Mitte des Gesichts liegen, nicht oben.

Ideen zur Lernstandserhebung

Gegenseitige Bewertung

Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler ihre Tonfiguren nebeneinander stellen. Geben Sie ihnen die Aufgabe, zwei Dinge zu benennen, die ihnen an der Figur des Partners gut gefallen (z.B. Ausdruck, Proportionen) und eine konkrete Verbesserungsidee für die Statik oder die Oberflächenstruktur.

Kurze Überprüfung

Stellen Sie eine einfache Tonfigur (z.B. einen Würfel mit einer angedeuteten Person darauf) auf einen Tisch. Fragen Sie: 'Was muss ich tun, damit diese Figur stabil steht und nicht umfällt?' Sammeln Sie Antworten wie 'Basis verbreitern', 'Gewicht nach unten verlagern'.

Lernstandskontrolle

Jeder Schüler erhält ein Kärtchen. Darauf schreibt er oder sie: 1) Ein Werkzeug, das er/sie für die Oberflächenstruktur verwendet hat und warum. 2) Eine Körperhaltung, die er/sie bewusst in seiner/ihrer Figur dargestellt hat.

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Häufig gestellte Fragen

Wie verhindere ich, dass Tonfiguren beim Trocknen reißen?
Risse entstehen oft durch Lufteinschlüsse oder zu schnelles Trocknen. Achten Sie darauf, den Ton gut durchzukneten und die fertigen Werke langsam unter einer Plastikfolie trocknen zu lassen. Dicke Stellen sollten vorsichtig ausgehöhlt werden.
Was ist der Vorteil von Ton gegenüber Knete?
Ton ist ein Naturmaterial, das nach dem Brennen dauerhaft haltbar wird. Er bietet einen größeren Widerstand und erlaubt feinere Oberflächenstrukturen. Zudem lernen Kinder den gesamten Prozess vom feuchten Material bis zum fertigen Keramikobjekt kennen.
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis von Proportionen?
Wenn Kinder sich gegenseitig vermessen oder Posen nachstellen, wird Abstraktes körperlich erfahrbar. Sie merken selbst, wo Gelenke sitzen und wie sich das Gewicht verlagert. Diese Selbsterfahrung übersetzt sich viel leichter in die Gestaltung der Tonfigur als das bloße Betrachten von Anatomie-Abbildungen.
Muss jede Tonfigur gebrannt werden?
Nicht zwingend für den Lernprozess, aber für die Haltbarkeit ist es ratsam. Wenn kein Brennofen vorhanden ist, kann man lufttrocknenden Ton verwenden, der zwar nicht wasserfest ist, aber stabil genug für die Ausstellung im Klassenzimmer wird.