Tonfiguren und Proportionen
Grundlagen des Modellierens und die Darstellung des menschlichen Körpers.
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Leitfragen
- Erklären Sie, wie Bewegung in einer statischen Figur eingefangen werden kann.
- Vergleichen Sie verschiedene Werkzeuge für feine Oberflächenstrukturen im Ton.
- Begründen Sie, warum die Statik bei einer Tonfigur wichtiger ist als bei einer Zeichnung.
KMK Bildungsstandards
Über dieses Thema
Das Arbeiten mit Ton bietet den Kindern eine unmittelbare, sinnliche Erfahrung. In diesem Thema stehen die menschliche Figur und ihre Proportionen im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie aus einem Klumpen Material eine stehende oder sitzende Figur entwickeln können, ohne dass diese in sich zusammenbricht. Dies verknüpft die KMK-Standards der bildnerischen Produktion mit anatomischer Wahrnehmung und statischem Verständnis.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Darstellung von Bewegung und Ausdruck. Die Kinder entdecken, wie kleine Veränderungen in der Kopfhaltung oder Armstellung die gesamte Aussage der Figur verändern. Das Modellieren fördert die Feinmotorik und das Verständnis für Volumen. Ein schülerzentrierter Ansatz, bei dem die Kinder gegenseitig Modell stehen, hilft dabei, die komplexen Proportionen des Körpers besser zu begreifen. Die haptische Arbeit mit Ton ermöglicht es auch Kindern mit weniger Zeichenerfahrung, beeindruckende Ergebnisse zu erzielen und ein Gefühl für Dreidimensionalität zu entwickeln.
Lernziele
- Demonstrieren Sie die Grundprinzipien der Statik beim Bau einer aufrechten Tonfigur.
- Analysieren Sie die Proportionen des menschlichen Körpers, um eine erkennbare Figur zu modellieren.
- Vergleichen Sie die Wirkung verschiedener Werkzeuge auf die Oberflächenstruktur von Ton.
- Erklären Sie, wie Körpersprache und Haltung in einer statischen Tonfigur dargestellt werden können.
- Erstellen Sie eine Tonfigur, die eine spezifische Bewegung oder Emotion ausdrückt.
Bevor es losgeht
Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Volumen und wie man es zweidimensional darstellt, hilft beim Übergang zur dreidimensionalen Form.
Warum: Erste Erfahrungen mit formbaren Materialien erleichtern den Umgang mit Ton und das Verständnis seiner Eigenschaften.
Schlüsselvokabular
| Proportion | Das Verhältnis der Größe von Körperteilen zueinander und zum Ganzen. Bei menschlichen Figuren sind dies z.B. Kopfgröße im Verhältnis zur Körperhöhe. |
| Statik | Die Lehre vom Gleichgewicht, also wie ein Objekt stabil steht, ohne umzufallen. Bei Tonfiguren ist dies wichtig, damit sie nicht einstürzen. |
| Volumen | Der Rauminhalt eines Körpers. Beim Modellieren mit Ton geht es darum, dreidimensionale Formen zu schaffen, die Masse und Raum einnehmen. |
| Haptik | Die Beschaffenheit einer Oberfläche, die durch Tasten wahrgenommen wird. Beim Ton ist dies die Glätte, Rauheit oder Struktur der Oberfläche. |
| Modellieren | Das Formen von weichem Material wie Ton zu einer dreidimensionalen Figur oder einem Objekt. |
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenRollenspiel: Das lebende Modell
Die Kinder arbeiten in Paaren. Ein Kind nimmt eine Pose ein (z.B. 'beim Sport'), das andere Kind skizziert die Hauptachsen des Körpers. Danach wird getauscht. Diese Skizzen dienen als Bauplan für die spätere Tonfigur.
Forschungskreis: Das Statik-Labor
In kleinen Gruppen testen die Kinder, wie dünn ein Tonbein sein darf, bevor es die Figur nicht mehr trägt. Sie experimentieren mit inneren Stützen (Draht oder Holz) und diskutieren, warum manche Figuren stabiler stehen als andere.
Museumsgang: Gefühle in Ton
Alle fertigen Figuren werden im Raum verteilt. Die Kinder gehen herum und kleben Post-its mit Adjektiven zu den Figuren, die deren Stimmung beschreiben. Abschließend wird besprochen, welche körperlichen Merkmale diese Wirkung erzielt haben.
Bezüge zur Lebenswelt
Bildhauer und Bildhauerinnen nutzen ihre Kenntnisse über Proportionen und Statik, um lebensgroße Skulpturen aus Ton oder anderen Materialien zu schaffen, die dann oft in Museen oder öffentlichen Räumen ausgestellt werden.
Figurendesigner im Bereich Animation oder Spielzeugentwicklung erstellen zunächst Tonmodelle, um die Charaktere dreidimensional zu gestalten, bevor sie digitalisiert oder in andere Materialien umgesetzt werden.
Restauratoren arbeiten mit Tonmodellen, um beschädigte archäologische Funde zu rekonstruieren oder um zu verstehen, wie antike Objekte ursprünglich geformt waren.
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungMan muss Arme und Beine einzeln ankleben.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Einzelteile fallen beim Trocknen oft ab. Es ist besser, die Figur aus einem Ganzen herauszuarbeiten oder die Teile mit 'Schlicker' (Tonschlamm) und Aufrauen der Flächen fest zu verbinden. Aktives Ausprobieren zeigt schnell, welche Verbindung hält.
Häufige FehlvorstellungKöpfe sind kreisrund.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Kinder modellieren Köpfe oft als Kugeln. Durch das gegenseitige Betrachten und Befühlen der eigenen Kopfform lernen sie, dass der Schädel eher eiförmig ist und die Augen in der Mitte des Gesichts liegen, nicht oben.
Ideen zur Lernstandserhebung
Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler ihre Tonfiguren nebeneinander stellen. Geben Sie ihnen die Aufgabe, zwei Dinge zu benennen, die ihnen an der Figur des Partners gut gefallen (z.B. Ausdruck, Proportionen) und eine konkrete Verbesserungsidee für die Statik oder die Oberflächenstruktur.
Stellen Sie eine einfache Tonfigur (z.B. einen Würfel mit einer angedeuteten Person darauf) auf einen Tisch. Fragen Sie: 'Was muss ich tun, damit diese Figur stabil steht und nicht umfällt?' Sammeln Sie Antworten wie 'Basis verbreitern', 'Gewicht nach unten verlagern'.
Jeder Schüler erhält ein Kärtchen. Darauf schreibt er oder sie: 1) Ein Werkzeug, das er/sie für die Oberflächenstruktur verwendet hat und warum. 2) Eine Körperhaltung, die er/sie bewusst in seiner/ihrer Figur dargestellt hat.
Vorgeschlagene Methoden
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Eigene Mission generierenHäufig gestellte Fragen
Wie verhindere ich, dass Tonfiguren beim Trocknen reißen?
Was ist der Vorteil von Ton gegenüber Knete?
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis von Proportionen?
Muss jede Tonfigur gebrannt werden?
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