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Kunst · Klasse 10 · Kunst im öffentlichen Raum · 2. Halbjahr

Performance Art: Körper und Aktion

Auseinandersetzung mit Performance Art als zeitbasiertem Kunstwerk, das den Körper des Künstlers einbezieht.

KMK BildungsstandardsBildnerische RezeptionBildnerische Produktion

Über dieses Thema

Performance Art als zeitbasiertes Kunstwerk setzt den Körper des Künstlers als zentrales Medium ein und fordert traditionelle Kunstformen heraus. In Klasse 10 bearbeiten Schüler nach KMK-Standards die bildnerische Rezeption und Produktion, indem sie Werke von Künstlern wie Marina Abramović oder Joseph Beuys analysieren. Sie erklären, wie Aktionen den statischen Kunstbegriff durch Lebendigkeit und Vergänglichkeit ersetzen, und untersuchen die interaktive Rolle des Publikums im öffentlichen Raum.

Im Kontext der Unit 'Kunst im öffentlichen Raum' verbindet das Thema Moderne mit gesellschaftlichem Dialog. Schüler entwickeln Konzepte für Performances, die Botschaften zu Themen wie Identität oder Umwelt vermitteln. Dies schult systematisches Denken über Kunst als Prozess, der Zuschauer einbezieht und transformiert.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, weil Schüler durch eigene Körperaktionen die Ephemerität und Intensität von Performance Art direkt erleben. Kollaborative Übungen machen Konzepte greifbar, fördern Empathie für Künstlerperspektiven und festigen das Verständnis für dialogische Kunstformen.

Leitfragen

  1. Erklären Sie, wie Performance Art traditionelle Kunstformen herausfordert.
  2. Analysieren Sie die Rolle des Publikums in einer Performance.
  3. Entwickeln Sie ein Konzept für eine Performance, die eine bestimmte Botschaft vermittelt.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Verwendung des Körpers als primäres Medium in ausgewählten Performance-Arbeiten von Marina Abramović und Joseph Beuys.
  • Erklären Sie, wie Performance Art traditionelle Kunstformen wie Malerei und Skulptur durch ihre Zeitgebundenheit und Vergänglichkeit herausfordert.
  • Bewerten Sie die Rolle des Publikums bei der Schaffung von Bedeutung und Erfahrung in einer Live-Performance.
  • Entwerfen Sie ein Konzept für eine eigene Performance, die eine spezifische gesellschaftliche Botschaft über Identität oder Umwelt vermittelt.

Bevor es losgeht

Einführung in die Kunstgeschichte der Moderne

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der Kunstströmungen und -entwicklungen der Moderne ist notwendig, um die Bruchstellen und Neuerungen der Performance Art einordnen zu können.

Grundlagen der Bildanalyse

Warum: Schüler müssen in der Lage sein, visuelle und kontextuelle Informationen aus Kunstwerken zu extrahieren, um die Bedeutung von Performances zu erschließen.

Schlüsselvokabular

Performance ArtEine Kunstform, bei der der Künstler oder eine Gruppe von Künstlern Aktionen live vor einem Publikum ausführt. Der Körper des Künstlers ist oft das zentrale Medium.
Zeitbasiertes KunstwerkEin Kunstwerk, dessen Wahrnehmung und Bedeutung sich über einen bestimmten Zeitraum entfaltet. Die Dauer ist ein wesentlicher Bestandteil des Werks.
EphemerBeschreibt etwas Flüchtiges, Vergängliches oder kurzlebiges. In der Performance Art bezieht sich dies auf die Nicht-Reproduzierbarkeit und Einmaligkeit der Aktion.
InteraktionDie gegenseitige Beeinflussung zwischen Künstlern und Publikum während einer Performance. Das Publikum kann aktiv oder passiv einbezogen werden.
KonzeptkunstEine Kunstform, bei der die Idee oder das Konzept hinter dem Werk wichtiger ist als die materielle Ausführung. Performance Art ist oft eine Form der Konzeptkunst.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungPerformance Art ist nur spontanes Chaos ohne Plan.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Performances folgen präzisen Skripten, wie bei Beuys. Aktive Konzeptionen in Gruppen zeigen Schülern, dass Planung und Improvisation koexistieren. Peer-Feedback hilft, Strukturen zu erkennen.

Häufige FehlvorstellungDer Künstler hat in Performance Art volle Kontrolle.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Das Publikum beeinflusst den Ablauf stark. Rollenspiele demonstrieren diese Dynamik und korrigieren das Bild eines passiven Zuschauers durch eigene Erfahrungen.

Häufige FehlvorstellungPerformance Art braucht keine Vorbereitung.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Konzepte erfordern intensive Planung. Workshop-Übungen mit Proben machen dies erlebbar und widerlegen den Mythos der Willkür.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Theaterregisseure und Choreographen entwickeln Inszenierungen, die auf ähnlichen Prinzipien der Körperlichkeit und Zeitlichkeit basieren, um Geschichten zu erzählen und Emotionen beim Publikum hervorzurufen. Sie arbeiten mit Schauspielern und Tänzern, um Konzepte auf einer Bühne umzusetzen.
  • Street Art Künstler nutzen den öffentlichen Raum für temporäre Aktionen und Installationen, die oft eine direkte Botschaft an Passanten senden. Ihre Werke sind vergänglich und dialogisch, ähnlich wie viele Performances.
  • Aktivisten und soziale Bewegungen nutzen performative Aktionen, wie Protestmärsche oder Flashmobs, um auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen und zum Dialog anzuregen. Diese Aktionen sind oft zeitlich begrenzt und zielen auf eine unmittelbare Wirkung ab.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen einer Performance-Künstlerin oder eines Künstlers (z.B. Marina Abramović). Sie sollen eine Aktion oder ein Werk dieser Person beschreiben und erklären, wie es traditionelle Kunstformen herausfordert. Zusätzlich sollen sie eine Frage formulieren, die die Rolle des Publikums in dieser spezifischen Performance thematisiert.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Inwiefern ist eine Performance, die nur einmal stattfindet, wertvoller oder weniger wertvoll als ein Gemälde, das über Jahrhunderte erhalten bleibt?' Leiten Sie eine Diskussion, in der Schüler Argumente für die Bedeutung von Ephemerität und für die Dauerhaftigkeit in der Kunst austauschen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie ein kurzes Video oder eine Bildsequenz einer Performance. Bitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt drei Schlüsselwörter zu notieren, die die Aktion beschreiben, und eine kurze Erklärung abzugeben, welche Botschaft der Künstler vermitteln könnte. Vergleichen Sie die Antworten im Plenum.

Häufig gestellte Fragen

Wie fordert Performance Art traditionelle Kunstformen heraus?
Performance Art ersetzt statische Objekte durch zeitbasierte Aktionen mit dem Körper als Medium. Sie integriert den Künstler selbst und macht Kunst vergänglich. Schüler analysieren, wie dies den Fokus von Ästhetik auf Prozess und Gesellschaftskritik verlagert, etwa bei Abramovićs Werken.
Welche Rolle spielt das Publikum in einer Performance?
Das Publikum wird aktiv eingebunden und kann den Verlauf mitbestimmen, was Kunst zu einem Dialog macht. In Analysen lernen Schüler, dass Reaktionen Teil des Werks sind, wie bei interaktiven Aktionen. Dies transformiert passive Betrachtung in Mitwirkung.
Wie kann aktives Lernen das Verständnis von Performance Art verbessern?
Durch eigene Performances erleben Schüler die körperliche Intensität und Publikumsdynamik hautnah. Gruppenkonzeptionen fördern Kreativität und Reflexion, machen abstrakte Ideen konkret. Solche Übungen stärken die Verbindung zu KMK-Standards und verbessern die Fähigkeit, Konzepte zu entwickeln.
Wie entwickelt man ein Konzept für eine Performance mit Botschaft?
Beginnen Sie mit einer klaren Message, wählen Sie Körperaktionen und Requisiten passend. Skizzieren Sie Ablauf, Dauer und Publikumsinteraktion. Schüler testen in Paaren und iterieren basierend auf Feedback, um Wirkkraft zu steigern.