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Kunst · Klasse 10 · Kunst im öffentlichen Raum · 2. Halbjahr

Kunst am Bau: Integration in die Architektur

Untersuchung von Kunstwerken, die fest in die Architektur von Gebäuden integriert sind.

KMK BildungsstandardsGestaltete UmweltBildnerische Produktion

Über dieses Thema

Kunst am Bau integriert bildnerische Werke fest in die Architektur von Gebäuden. Schülerinnen und Schüler untersuchen, wie solche Kunst die Funktion und Ästhetik ergänzt oder kontrastiert. Beispiele wie die Mosaike von Joan Miró am Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt oder die Reliefs von Georg Kolbe verdeutlichen die enge Verzahnung von Kunst und Bau. Die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Architekten birgt Herausforderungen, etwa bei der Skalierung oder der Witterungsbeständigkeit.

Im Unterricht analysieren Lernende diese Werke anhand der KMK-Standards Gestaltete Umwelt und Bildnerische Produktion. Sie bewerten, wie Kunst den öffentlichen Raum bereichert, und entwerfen eigene Konzepte für Fassaden. Die Key Questions leiten zu einer fundierten Auseinandersetzung: Ergänzt Kunst die Architektur oder stellt sie sie infrage? Welche Kooperationshürden gibt es?

Aktives Lernen nutzt hier Vorteile, da es Schülerinnen und Schüler motiviert, eigene Entwürfe zu skizzieren und zu diskutieren. So entsteht ein tieferes Verständnis für die dialektische Beziehung von Kunst und Architektur.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie, wie Kunst am Bau die Funktion und Ästhetik eines Gebäudes ergänzt oder kontrastiert.
  2. Bewerten Sie die Herausforderungen bei der Zusammenarbeit von Künstlern und Architekten.
  3. Entwerfen Sie ein Kunstwerk für eine spezifische Gebäudefassade und begründen Sie Ihre Wahl.

Lernziele

  • Analysieren Sie, wie spezifische Kunstwerke am Bau die architektonische Form und Funktion eines Gebäudes visuell interpretieren oder herausfordern.
  • Bewerten Sie die Komplexität der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Architekten anhand von Fallstudien, identifizieren Sie mindestens zwei kritische Herausforderungen.
  • Entwerfen Sie ein detailliertes Konzept für ein Kunstwerk am Bau für eine reale Gebäudefassade, einschließlich Materialwahl und Begründung der gestalterischen Absicht.
  • Vergleichen Sie die ästhetische Wirkung und die kommunikative Funktion von zwei unterschiedlichen Kunst-am-Bau-Beispielen in Bezug auf ihre architektonische Einbettung.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Architektur und Baukunst

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von architektonischen Elementen und Funktionen ist notwendig, um die Beziehung zwischen Kunst und Gebäude zu analysieren.

Einführung in verschiedene Kunstgattungen und Techniken

Warum: Kenntnisse über Malerei, Skulptur und Installationen erleichtern die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Formen von Kunst am Bau.

Analyse von Kunstwerken im öffentlichen Raum

Warum: Erste Erfahrungen mit der Betrachtung und Interpretation von Kunst im öffentlichen Raum bereiten auf die spezifische Einbettung in die Architektur vor.

Schlüsselvokabular

Kunst am BauEin Oberbegriff für Kunstwerke, die integraler Bestandteil von Gebäuden oder städtebaulichen Anlagen sind und deren Gestaltung maßgeblich beeinflussen.
Architektonische IntegrationDie bewusste und funktionale Einbindung eines Kunstwerks in die Struktur, Materialien und den räumlichen Kontext eines Gebäudes.
Skulpturales ReliefEine dreidimensionale Darstellung, die aus einer flachen Oberfläche herausgearbeitet ist und oft zur Gestaltung von Fassaden oder Innenräumen dient.
MuralmalereiEin großflächiges Wandgemälde, das direkt auf eine Wand oder Decke aufgetragen wird und oft eine erzählerische oder dekorative Funktion erfüllt.
RaumskulpturEine dreidimensionale Kunstform, die den umgebenden Raum einbezieht und oft im öffentlichen Raum oder in direkter Verbindung mit Architektur platziert wird.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungKunst am Bau dient nur der Dekoration.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Kunst am Bau ergänzt oder kontrastiert die Architektur funktional und ästhetisch, beeinflusst Wahrnehmung und Nutzung des Raums.

Häufige FehlvorstellungKünstler und Architekten arbeiten konfliktfrei zusammen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Zusammenarbeit birgt Herausforderungen wie Skalierungsfragen, Materialkompatibilität und künstlerische Freiheit.

Häufige FehlvorstellungSolche Kunst ist immer dauerhaft.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Integrationen sind wetterbeständig geplant, doch Pflege und Kontextveränderungen fordern Anpassungen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen fördert Projekte, bei denen Kunst am Bau gezielt zur Aufwertung von öffentlichen Plätzen und Gebäuden eingesetzt wird, wie beispielsweise die Neugestaltung des Willy-Brandt-Hauses in Berlin.
  • Architekten und Künstler arbeiten bei der Planung von Universitätsgebäuden, Museen oder Bahnhöfen eng zusammen, um sicherzustellen, dass Kunstwerke wie die Glasfenster von Sigmar Polke in der Kölner Philharmonie sowohl ästhetisch als auch funktional überzeugen.
  • Städte wie Hamburg mit der Elbphilharmonie oder Frankfurt mit seinen Bankentürmen integrieren Kunst am Bau als identitätsstiftendes Element, das die architektonische Aussage verstärkt und den Dialog mit der Öffentlichkeit sucht.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler auf einer Karteikarte ein bekanntes Kunst-am-Bau-Werk benennen und kurz beschreiben, wie es mit der Architektur interagiert (ergänzend, kontrastierend). Fordern Sie sie auf, eine spezifische Herausforderung bei der Entstehung dieses Werkes zu vermuten.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Wenn Sie eine leere Fassade eines Schulgebäudes gestalten könnten, welche Art von Kunst am Bau würden Sie wählen und warum? Welche Botschaft soll das Kunstwerk vermitteln?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen in Kleingruppen diskutieren und die Begründungen präsentieren.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie Bilder von zwei unterschiedlichen Kunst-am-Bau-Projekten. Bitten Sie die Lernenden, auf einem Arbeitsblatt die Begriffe 'Integration', 'Funktion' und 'Ästhetik' zuzuordnen und für jedes Beispiel kurz zu erläutern, wie diese Aspekte zusammenspielen.

Häufig gestellte Fragen

Wie integriere ich die Key Questions in den Unterricht?
Beginnen Sie mit der Analyse realer Beispiele wie Mirós Mosaike, lassen Sie Paare Ergänzungen und Kontraste notieren. Führen Sie zu Bewertung der Kooperationsherausforderungen über Fallstudien. Schließen Sie mit Entwurfsaufgaben ab, in denen Schüler begründen. So decken Sie alle Fragen ab und verknüpfen Rezeption mit Produktion, passend zu den Standards. (62 Wörter)
Welche Materialien eignen sich für Kunst am Bau?
Wählen Sie wetterfeste Materialien wie Naturstein, Beton oder Keramik, die mit der Architektur harmonieren. Berücksichtigen Sie Skalierbarkeit und Pflege. Schüler testen Modelle mit Gips oder Karton, um Integration zu simulieren. Das fördert praktisches Verständnis für Gestaltete Umwelt. (58 Wörter)
Warum ist aktives Lernen hier besonders wirksam?
Aktives Lernen lässt Schüler entwerfen und diskutieren, was abstrakte Konzepte wie Kontrast greifbar macht. Durch Skizzieren und Präsentieren internalisieren sie Herausforderungen der Zusammenarbeit. Es steigert Motivation und verbindet Rezeption mit Produktion, wie in den Standards gefordert. Ergebnis: nachhaltiges Wissen über Kunst im öffentlichen Raum. (67 Wörter)
Wie bewerten Sie Entwürfe der Schüler?
Nutzen Sie Kriterien wie Passung zur Fassade, Begründung der Form und Materialwahl. Fordern Sie Reflexion zu Funktion und Ästhetik. Rubriken mit Stufen von Grundlegend bis Exzellent erleichtern faire Bewertung. Integrieren Sie Peer-Feedback für Lernprozesse. (54 Wörter)