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Kunst · Klasse 10 · Abstraktion und Ausdruck: Wege zur Moderne · 1. Halbjahr

Kubismus: Die Reduktion der Form

Entwicklung von der gegenständlichen Skizze zur geometrischen Abstraktion und Mehransichtigkeit.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionMethoden der Bilderschliessung

Über dieses Thema

Der Kubismus markiert einen entscheidenden Schritt in der Kunst der Moderne: die Reduktion gegenständlicher Formen auf geometrische Elemente und die Integration mehrerer Ansichten in einem Bild. Schüler der 10. Klasse erkunden, wie Künstler wie Picasso und Braque von naturalistischen Skizzen zu abstrakten Kompositionen übergehen. Sie analysieren Werke, identifizieren Kubusformen, Zylinder und Kugeln und verstehen, wie diese die Objektidentität auflösen, ohne die Bildlesbarkeit zu verlieren. Dies knüpft direkt an die KMK-Standards für bildnerische Produktion und Methoden der Bilderschließung an.

Im Kontext der Unit 'Abstraktion und Ausdruck' beleuchtet das Thema zentrale Fragen: Wann wird ein Objekt zur reinen Form? Welche kompositorischen Regeln wie Balance und Rhythmus gelten auch in der Abstraktion? Wie formt das Bildformat die Dynamik? Schüler üben, Skizzen zu fragmentieren und aus verschiedenen Perspektiven zu kombinieren, was ihr Verständnis für Raum und Komposition vertieft.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da Schüler selbst reduzieren und komponieren. Praktische Übungen machen den Übergang von der Wahrnehmung zur Abstraktion greifbar, fördern kritisches Denken und stärken die Fähigkeit, künstlerische Entscheidungen zu begründen.

Leitfragen

  1. Wann verliert ein Objekt seine Identität und wird zur reinen Form?
  2. Welche kompositorischen Regeln bleiben auch in der vollständigen Abstraktion gültig?
  3. Wie beeinflusst das Format des Bildträgers die Dynamik einer ungegenständlichen Komposition?

Lernziele

  • Analysieren Sie die schrittweise Reduktion gegenständlicher Formen in kubistischen Werken von Picasso und Braque.
  • Erklären Sie die Prinzipien der Mehransichtigkeit und geometrischen Zerlegung im Kubismus.
  • Vergleichen Sie die Wirkung verschiedener Bildformate auf die Komposition kubistischer Stillleben.
  • Entwerfen Sie eine eigene Komposition, die auf den Prinzipien des analytischen Kubismus basiert.
  • Bewerten Sie, inwieweit ein kubistisches Werk seine ursprüngliche Objektidentität bewahrt.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Perspektive und des Raumes in der Malerei

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Zentralperspektive und räumlicher Darstellung ist notwendig, um die Abkehr davon im Kubismus zu verstehen.

Einführung in die Kunst der Moderne: Impressionismus und Post-Impressionismus

Warum: Schüler sollten bereits mit den Anfängen der Abstraktion und der Auflösung traditioneller Darstellungsformen vertraut sein, um die Entwicklungen im Kubismus einordnen zu können.

Schlüsselvokabular

Geometrische AbstraktionDie Darstellung von Objekten durch vereinfachte geometrische Formen wie Würfel, Kegel und Zylinder.
MehransichtigkeitDie Darstellung eines Objekts aus mehreren Blickwinkeln gleichzeitig innerhalb desselben Bildes.
FormzerlegungDer Prozess, bei dem ein Objekt in seine grundlegenden geometrischen Bestandteile zerlegt wird.
Analytischer KubismusDie frühe Phase des Kubismus, die sich durch die Zerlegung von Objekten in kleine, überlappende Facetten und eine gedämpfte Farbpalette auszeichnet.
Synthetischer KubismusEine spätere Phase des Kubismus, die Elemente wie Collage und kräftigere Farben einführt, um Objekte aus verschiedenen Perspektiven zusammenzusetzen.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungKubismus zerstört nur Formen ohne Regeln.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Kubismus folgt strengen kompositorischen Prinzipien wie Balance und Rhythmus. Aktive Skizzierübungen helfen Schülern, diese Regeln selbst zu entdecken und anzuwenden, statt sie nur zu merken.

Häufige FehlvorstellungAbstraktion bedeutet vollständige Unkenntlichkeit.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Kubistische Werke behalten erkennbare Spuren des Motivs durch Mehransichten. Gruppenanalysen von Originalwerken klären dies und fördern differenziertes Sehen.

Häufige FehlvorstellungDas Bildformat hat keinen Einfluss auf die Komposition.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Format bestimmt Dynamik und Gewichtung. Experimente mit verschiedenen Trägern zeigen dies praxisnah und machen abstrakte Prinzipien erfahrbar.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Architekten nutzen Prinzipien der geometrischen Zerlegung und Mehransichtigkeit, um komplexe Gebäudeentwürfe zu visualisieren und verschiedene Perspektiven in technischen Zeichnungen darzustellen, wie z.B. bei der Planung des Elbphilharmonie-Konzertsaals in Hamburg.
  • Designer von Videospielen und 3D-Modellierungssoftware verwenden ähnliche Techniken, um virtuelle Objekte und Umgebungen zu erstellen, die aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden können, was für die Benutzererfahrung entscheidend ist.
  • Die Entwicklung von Röntgen- und CT-Scans in der Medizin ermöglicht es Ärzten, den menschlichen Körper aus vielen 'Schnitten' oder Ansichten zu betrachten, um ein umfassendes Bild zu erhalten, ähnlich der Mehransichtigkeit im Kubismus.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Reproduktion eines kubistischen Stilllebens. Sie sollen auf einem separaten Blatt drei geometrische Grundformen identifizieren, die sie erkennen können, und notieren, aus wie vielen verschiedenen Blickwinkeln das Hauptobjekt dargestellt wird.

Kurze Überprüfung

Stellen Sie den Schülern eine Auswahl von Objekten (z.B. eine Tasse, eine Frucht, eine Flasche) zur Verfügung. Bitten Sie sie, eine schnelle Skizze eines Objekts anzufertigen, das es aus zwei verschiedenen Perspektiven gleichzeitig zeigt, und dabei die Form zu reduzieren.

Diskussionsfrage

Leiten Sie eine Diskussion mit der Frage: 'Wenn ein Künstler ein Objekt wie eine Gitarre in rein geometrische Formen zerlegt, welche Elemente sind notwendig, damit wir die Gitarre immer noch als solche erkennen können?' Sammeln Sie die Antworten der Schüler auf dem Whiteboard.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkläre ich Kubismus in der 10. Klasse?
Beginnen Sie mit Alltagsobjekten, die Schüler skizzieren, dann reduzieren Sie gemeinsam zu Geometrien. Zeigen Sie Picasso-Werke und lassen Sie Paare ähnliche Analysen machen. Das verbindet Theorie mit eigener Produktion und festigt das Verständnis für Reduktion und Mehransichtigkeit. (62 Wörter)
Welche aktiven Methoden eignen sich für Kubismus?
Stationenlernen und Paarreduktionen machen den Prozess von Skizze zu Abstraktion hands-on. Schüler experimentieren mit Geometrien und Formaten, diskutieren Key Questions und präsentieren. Solche Ansätze vertiefen systems thinking in der Komposition und motivieren durch kreative Freiheit. Reflexionen stärken die Verbindung zu Standards. (68 Wörter)
Wie behandle ich Key Questions im Unterricht?
Integrieren Sie sie in Phasen: Diskussionen zu Identitätsverlust bei Reduktionsskizzen, Regeln bei Kompositionsübungen, Format-Einfluss bei Gruppenarbeiten. Schüler notieren Antworten und teilen sie. Das fördert eigenständiges Denken und Bilderschließung. (56 Wörter)
Materialien für Kubismus-Lektionen?
Brauchen Sie Bleistifte, Papier in Formaten, Reproduktionen von Picasso/Braque, Objekte zum Zeichnen. Optional: Geometrische Schablonen. Digitale Tools wie Tablets erweitern Mehransichten. Halten Sie es einfach, damit Fokus auf Prozess liegt. (54 Wörter)