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Kunst · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Kubismus: Die Reduktion der Form

Aktives Handeln verankert das abstrakte Konzept des Kubismus in konkreten Erfahrungen. Wenn Schüler selbst Formen reduzieren und neu zusammensetzen, verstehen sie die Regeln der Komposition, die hinter der scheinbaren Willkür stehen. Diese praktische Annäherung macht die Auflösung gegenständlicher Formen greifbar und verhindert das bloße Auswendiglernen von Fakten.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionMethoden der Bilderschliessung
20–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Vom Objekt zur Abstraktion

Richten Sie vier Stationen ein: 1. Gegenstandszeichnung, 2. Zerlegung in Geometrien, 3. Mehransichten kombinieren, 4. Komposition finalisieren. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und dokumentieren jeden Schritt mit Fotos oder Notizen.

Wann verliert ein Objekt seine Identität und wird zur reinen Form?

ModerationstippStellen Sie beim Stationenlernen sicher, dass die Arbeitsanweisungen an jeder Station klar strukturiert sind und Beispiele aus Originalwerken enthalten, um die Schüler zu führen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Reproduktion eines kubistischen Stilllebens. Sie sollen auf einem separaten Blatt drei geometrische Grundformen identifizieren, die sie erkennen können, und notieren, aus wie vielen verschiedenen Blickwinkeln das Hauptobjekt dargestellt wird.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Museumsgang30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Reduktionsskizzen

Paare wählen ein Alltagsobjekt, skizzieren es realistisch, dann geometrisch und schließlich kubistisch mit mehreren Ansichten. Sie vergleichen die Skizzen und diskutieren den Identitätsverlust.

Welche kompositorischen Regeln bleiben auch in der vollständigen Abstraktion gültig?

ModerationstippBei der Paararbeit zu Reduktionsskizzen achten Sie darauf, dass beide Partner ihre Skizzen gegenseitig erklären, um den Austausch über kompositorische Entscheidungen zu fördern.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine Auswahl von Objekten (z.B. eine Tasse, eine Frucht, eine Flasche) zur Verfügung. Bitten Sie sie, eine schnelle Skizze eines Objekts anzufertigen, das es aus zwei verschiedenen Perspektiven gleichzeitig zeigt, und dabei die Form zu reduzieren.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Museumsgang50 Min. · Kleingruppen

Gruppenkomposition: Formatexperimente

Gruppen erstellen abstrakte Kompositionen auf verschiedenen Formaten (quadratisch, rechteckig). Sie testen Dynamik und Balance, präsentieren und bewerten gegenseitig.

Wie beeinflusst das Format des Bildträgers die Dynamik einer ungegenständlichen Komposition?

ModerationstippBei der Gruppenkomposition mit Formatexperimenten beobachten Sie, ob die Schüler die Formatwirkung bewusst einsetzen oder nur zufällig platzieren – lenken Sie sie bei Bedarf mit gezielten Fragen.

Worauf zu achten istLeiten Sie eine Diskussion mit der Frage: 'Wenn ein Künstler ein Objekt wie eine Gitarre in rein geometrische Formen zerlegt, welche Elemente sind notwendig, damit wir die Gitarre immer noch als solche erkennen können?' Sammeln Sie die Antworten der Schüler auf dem Whiteboard.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Museumsgang20 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Kubismus-Tagebuch

Jeder Schüler zeichnet ein Objekt in drei Phasen und notiert Fragen zu Form und Komposition. Am Ende teilen sie Einsichten im Plenum.

Wann verliert ein Objekt seine Identität und wird zur reinen Form?

ModerationstippBeim Kubismus-Tagebuch geben Sie konkrete Schreibimpulse vor, die die Schüler zu reflexiven Beobachtungen anleiten, statt nur subjektive Eindrücke zu sammeln.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Reproduktion eines kubistischen Stilllebens. Sie sollen auf einem separaten Blatt drei geometrische Grundformen identifizieren, die sie erkennen können, und notieren, aus wie vielen verschiedenen Blickwinkeln das Hauptobjekt dargestellt wird.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer klaren Struktur: Zuerst erkunden die Schüler gegenständliche Formen, bevor sie sie reduzieren. Vermeiden Sie es, abstrakte Prinzipien vorab zu erklären – lassen Sie die Schüler diese selbst in den Werken und ihren Skizzen entdecken. Nutzen Sie Vergleichsarbeiten, um den Lernfortschritt sichtbar zu machen. Ein häufiger Fehler ist es, zu früh auf historische Zusammenhänge einzugehen, bevor die Schüler die Formensprache verstanden haben. Beginnen Sie stattdessen mit der direkten Auseinandersetzung mit den Werken.

Schüler erkennen, dass geometrische Reduktion und Mehransichten keine willkürlichen Zerstörungen sind, sondern gezielte Gestaltungsmittel. Sie wenden diese Prinzipien in eigenen Arbeiten an und können sie mündlich und schriftlich begründen. Ihre Analysen zeigen, dass sie die Balance zwischen Abstraktion und Erkennbarkeit nachvollziehen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Kubismus zerstört nur Formen ohne Regeln.

    Während des Stationenlernens 'Vom Objekt zur Abstraktion' zeigen Sie den Schülern Originalwerke und Skizzen von Picasso, um nachzuweisen, dass Balance und Rhythmus die Komposition bestimmen. Bitten Sie sie, in ihren eigenen Skizzen gezielt mit Symmetrie und Asymmetrie zu experimentieren.

  • Abstraktion bedeutet vollständige Unkenntlichkeit.

    In der Partnerarbeit 'Reduktionsskizzen' wählen die Schüler ein Objekt und skizzieren es aus zwei Perspektiven. Beobachten Sie, ob sie erkennbare Merkmale wie Kanten oder Proportionen erhalten, und fragen Sie nach, warum diese Elemente für die Identität des Objekts notwendig sind.

  • Das Bildformat hat keinen Einfluss auf die Komposition.

    Während der Gruppenkomposition 'Formatexperimente' geben Sie den Schülern quadratische, horizontale und vertikale Formate vor. Fragen Sie sie, wie sich die Dynamik ändert, wenn sie dasselbe Motiv in den verschiedenen Formaten arrangieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden