Druckgrafik: Hoch- und Tiefdruck
Einführung in die Techniken des Hoch- und Tiefdrucks und Erstellung eigener Druckgrafiken.
Über dieses Thema
Das Thema Druckgrafik: Hoch- und Tiefdruck führt Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 in die zentralen Techniken der Druckgrafik ein. Beim Hochdruckverfahren, wie Linolschnitt oder Holzschnitt, werden die druckenden Flächen erhöht, indem nicht druckende Bereiche herausgeschnitten werden. Farbe haftet nur auf den erhöhten Teilen. Im Tiefdruck, etwa Radierung oder Aquatinta, entstehen vertiefte Flächen, die mit Farbe gefüllt und überschüssige Farbe von den höheren Bereichen abgewischt wird. Schüler erklären diese technischen Unterschiede und analysieren ästhetische Möglichkeiten: Der Hochdruck erzeugt klare Konturen und starke Kontraste, während Tiefdruck feine Übergänge und Töne ermöglicht.
Im Rahmen der Einheit 'Künstlerische Praxis: Techniken und Experimente' und den KMK-Standards zur bildnerischen Produktion verbindet das Thema Theorie mit Praxis. Schüler gestalten eigene Druckgrafiken zu einem Motiv, wie Urbaner Wandel oder persönliche Transformationen, und diskutieren Grenzen der Verfahren, etwa die begrenzte Farbigkeit im Hochdruck. Dies fördert systematisches Gestalten und Reflexion über moderne Kunstformen.
Aktives Lernen ist hier ideal, weil Schüler die Techniken hautnah erproben. Das schnelle Ausprobieren von Drucken macht abstrakte Prinzipien greifbar, fördert Kreativität und hilft, durch Wiederholungen die Reproduzierbarkeit der Kunst zu verstehen. Experimente stärken Fehlertoleranz und motivieren zu individuellen Lösungen.
Leitfragen
- Erklären Sie die technischen Unterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruckverfahren.
- Analysieren Sie die ästhetischen Möglichkeiten und Grenzen der Druckgrafik.
- Gestalten Sie eine eigene Druckgrafik, die ein bestimmtes Thema oder Motiv darstellt.
Lernziele
- Vergleichen Sie die technischen Prinzipien von Hoch- und Tiefdruckverfahren anhand von Beispielen.
- Analysieren Sie die Wirkung von Linienführung und Tonwerten in ausgewählten Druckgrafiken von Künstlern wie Dürer oder Picasso.
- Entwerfen Sie eine eigene Druckgrafik, die durch die Wahl des Druckverfahrens (Hoch- oder Tiefdruck) eine spezifische Aussage verstärkt.
- Bewerten Sie die Eignung von Hoch- und Tiefdruck für die Darstellung unterschiedlicher Motive und Themen.
Bevor es losgeht
Warum: Ein Verständnis für Linienführung, Kontrast und Flächenaufbau ist notwendig, um die gestalterischen Möglichkeiten der Druckgrafik zu erkennen und anzuwenden.
Warum: Grundkenntnisse im Umgang mit Schneidwerkzeugen und Farben sind für die praktische Umsetzung der Drucktechniken unerlässlich.
Schlüsselvokabular
| Hochdruck | Ein Druckverfahren, bei dem die druckenden Elemente erhaben sind und die nicht druckenden Bereiche tiefer liegen. Farbe wird nur auf die erhabenen Teile aufgetragen. |
| Tiefdruck | Ein Druckverfahren, bei dem die druckenden Elemente vertieft sind und Farbe in diese Vertiefungen gefüllt wird. Die Oberfläche wird gereinigt, und die Farbe wird aus den Vertiefungen auf das Papier übertragen. |
| Druckstock | Die Platte oder das Material (z.B. Linoleum, Holz, Metall), von dem der Druck abgenommen wird. Seine Oberfläche wird entsprechend dem Hoch- oder Tiefdruckverfahren bearbeitet. |
| Abrieb | Die Übertragung der Farbe vom Druckstock auf das Papier, meist durch Ausüben von Druck, beispielsweise mit einer Walze oder einem Löffel. |
| Auflage | Die Anzahl der identischen Drucke, die von einem Druckstock erstellt werden. Druckgrafik ist oft durch die Möglichkeit der Mehrfachherstellung gekennzeichnet. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungHoch- und Tiefdruck unterscheiden sich nur in der Farbe.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Die Verfahren basieren auf unterschiedlichen Flächen: Erhöht beim Hochdruck, vertieft beim Tiefdruck. Stationenlernen hilft, da Schüler beide ausprobieren und die Farbhaftung selbst beobachten. Paardiskussionen klären Missverständnisse durch direkten Vergleich.
Häufige FehlvorstellungDruckgrafik erlaubt unbegrenzte Farben wie Digitaldruck.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Traditionelle Verfahren sind auf wenige Farben beschränkt, da jede Schicht separat gedruckt wird. Praktische Experimente zeigen diese Grenzen, und Gruppenreflexionen fördern Verständnis für ästhetische Entscheidungen in der Moderne.
Häufige FehlvorstellungSchnitzen ist nur Handwerk, keine Kunst.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Schnitzen erfordert gestalterische Planung für Komposition und Kontrast. Eigene Projekte machen dies erlebbar, aktive Herstellung verbindet Technik mit künstlerischem Ausdruck.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenLernen an Stationen: Technikvergleich
Richten Sie vier Stationen ein: 1. Hochdruck-Modell mit Linol (Schnitzen und Drucken), 2. Tiefdruck-Simulation mit Styroporplatte, 3. Farbauftrag-Vergleich, 4. Druckergebnisse analysieren. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Unterschiede.
Paararbeit: Eigene Druckplatte
In Paaren wählen Schüler ein Motiv, schnitzen eine Hochdruckplatte aus Linol und drucken Serien. Sie experimentieren mit Druckpapier und Farbdichte, dann tauschen sie Platten und drucken gegenseitig.
Klassenprojekt: Thematische Serie
Die Klasse entwirft kollektiv Drucke zu 'Transformationen der Moderne'. Jede Gruppe erstellt Tiefdruck-Proben, kombiniert sie zu einer Wandinstallation und reflektiert ästhetische Effekte gemeinsam.
Individuelle Experimente: Grenzen testen
Schüler testen Grenzen einzeln: Überdrucken im Hochdruck oder Mehrfarb-Tiefdruck. Sie dokumentieren Ergebnisse in Skizzenbüchern und präsentieren Erfolge und Misserfolge.
Bezüge zur Lebenswelt
- Buchillustrationen und Poster werden häufig im Hochdruckverfahren (z.B. Linolschnitt) gestaltet, um klare, grafische Wirkungen zu erzielen, wie man sie in vielen Kinderbüchern oder Plakaten für Konzerte findet.
- Künstler wie Rembrandt nutzten den Tiefdruck (Radierung), um feine Linien und Schattierungen darzustellen, was sich gut für detaillierte Porträts oder Landschaften eignet, die in Galerien und Museen ausgestellt werden.
- Zeitgenössische Künstler nutzen Drucktechniken für Editionen von Kunstwerken, die für Sammler erschwinglicher sind als Einzelstücke, und erweitern so die Zugänglichkeit von Kunst.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schüler erhalten ein Blatt mit zwei leeren Feldern, beschriftet mit 'Hochdruck' und 'Tiefdruck'. Sie sollen in jedes Feld ein Stichwort schreiben, das die jeweilige Technik charakterisiert, und ein kleines Symbol zeichnen, das die Technik visuell darstellt.
Nachdem die Schüler erste Entwürfe oder Probedrucke erstellt haben, tauschen sie diese mit einem Partner aus. Der Partner beantwortet zwei Fragen: 1. Welche Technik (Hoch- oder Tiefdruck) scheint hier angewendet worden zu sein und warum? 2. Was könnte verbessert werden, um die Wirkung zu steigern?
Der Lehrer zeigt eine Serie von fünf Druckgrafiken. Die Schüler notieren für jede Grafik, ob es sich um Hoch- oder Tiefdruck handelt und begründen ihre Wahl kurz mit einem technischen Merkmal (z.B. klare Kanten vs. weiche Tonwerte).
Häufig gestellte Fragen
Was sind die technischen Unterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruck?
Wie kann aktives Lernen den Unterricht zu Druckgrafik verbessern?
Welche ästhetischen Möglichkeiten bietet Druckgrafik?
Wie gestaltet man eine eigene Druckgrafik in Klasse 10?
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