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Kunst · Klasse 10 · Künstlerische Praxis: Techniken und Experimente · 2. Halbjahr

Druckgrafik: Hoch- und Tiefdruck

Einführung in die Techniken des Hoch- und Tiefdrucks und Erstellung eigener Druckgrafiken.

KMK BildungsstandardsBildnerische Produktion

Über dieses Thema

Das Thema Druckgrafik: Hoch- und Tiefdruck führt Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 in die zentralen Techniken der Druckgrafik ein. Beim Hochdruckverfahren, wie Linolschnitt oder Holzschnitt, werden die druckenden Flächen erhöht, indem nicht druckende Bereiche herausgeschnitten werden. Farbe haftet nur auf den erhöhten Teilen. Im Tiefdruck, etwa Radierung oder Aquatinta, entstehen vertiefte Flächen, die mit Farbe gefüllt und überschüssige Farbe von den höheren Bereichen abgewischt wird. Schüler erklären diese technischen Unterschiede und analysieren ästhetische Möglichkeiten: Der Hochdruck erzeugt klare Konturen und starke Kontraste, während Tiefdruck feine Übergänge und Töne ermöglicht.

Im Rahmen der Einheit 'Künstlerische Praxis: Techniken und Experimente' und den KMK-Standards zur bildnerischen Produktion verbindet das Thema Theorie mit Praxis. Schüler gestalten eigene Druckgrafiken zu einem Motiv, wie Urbaner Wandel oder persönliche Transformationen, und diskutieren Grenzen der Verfahren, etwa die begrenzte Farbigkeit im Hochdruck. Dies fördert systematisches Gestalten und Reflexion über moderne Kunstformen.

Aktives Lernen ist hier ideal, weil Schüler die Techniken hautnah erproben. Das schnelle Ausprobieren von Drucken macht abstrakte Prinzipien greifbar, fördert Kreativität und hilft, durch Wiederholungen die Reproduzierbarkeit der Kunst zu verstehen. Experimente stärken Fehlertoleranz und motivieren zu individuellen Lösungen.

Leitfragen

  1. Erklären Sie die technischen Unterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruckverfahren.
  2. Analysieren Sie die ästhetischen Möglichkeiten und Grenzen der Druckgrafik.
  3. Gestalten Sie eine eigene Druckgrafik, die ein bestimmtes Thema oder Motiv darstellt.

Lernziele

  • Vergleichen Sie die technischen Prinzipien von Hoch- und Tiefdruckverfahren anhand von Beispielen.
  • Analysieren Sie die Wirkung von Linienführung und Tonwerten in ausgewählten Druckgrafiken von Künstlern wie Dürer oder Picasso.
  • Entwerfen Sie eine eigene Druckgrafik, die durch die Wahl des Druckverfahrens (Hoch- oder Tiefdruck) eine spezifische Aussage verstärkt.
  • Bewerten Sie die Eignung von Hoch- und Tiefdruck für die Darstellung unterschiedlicher Motive und Themen.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Bildkomposition

Warum: Ein Verständnis für Linienführung, Kontrast und Flächenaufbau ist notwendig, um die gestalterischen Möglichkeiten der Druckgrafik zu erkennen und anzuwenden.

Materialkunde: Werkzeuge und ihre Anwendung

Warum: Grundkenntnisse im Umgang mit Schneidwerkzeugen und Farben sind für die praktische Umsetzung der Drucktechniken unerlässlich.

Schlüsselvokabular

HochdruckEin Druckverfahren, bei dem die druckenden Elemente erhaben sind und die nicht druckenden Bereiche tiefer liegen. Farbe wird nur auf die erhabenen Teile aufgetragen.
TiefdruckEin Druckverfahren, bei dem die druckenden Elemente vertieft sind und Farbe in diese Vertiefungen gefüllt wird. Die Oberfläche wird gereinigt, und die Farbe wird aus den Vertiefungen auf das Papier übertragen.
DruckstockDie Platte oder das Material (z.B. Linoleum, Holz, Metall), von dem der Druck abgenommen wird. Seine Oberfläche wird entsprechend dem Hoch- oder Tiefdruckverfahren bearbeitet.
AbriebDie Übertragung der Farbe vom Druckstock auf das Papier, meist durch Ausüben von Druck, beispielsweise mit einer Walze oder einem Löffel.
AuflageDie Anzahl der identischen Drucke, die von einem Druckstock erstellt werden. Druckgrafik ist oft durch die Möglichkeit der Mehrfachherstellung gekennzeichnet.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungHoch- und Tiefdruck unterscheiden sich nur in der Farbe.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die Verfahren basieren auf unterschiedlichen Flächen: Erhöht beim Hochdruck, vertieft beim Tiefdruck. Stationenlernen hilft, da Schüler beide ausprobieren und die Farbhaftung selbst beobachten. Paardiskussionen klären Missverständnisse durch direkten Vergleich.

Häufige FehlvorstellungDruckgrafik erlaubt unbegrenzte Farben wie Digitaldruck.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Traditionelle Verfahren sind auf wenige Farben beschränkt, da jede Schicht separat gedruckt wird. Praktische Experimente zeigen diese Grenzen, und Gruppenreflexionen fördern Verständnis für ästhetische Entscheidungen in der Moderne.

Häufige FehlvorstellungSchnitzen ist nur Handwerk, keine Kunst.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schnitzen erfordert gestalterische Planung für Komposition und Kontrast. Eigene Projekte machen dies erlebbar, aktive Herstellung verbindet Technik mit künstlerischem Ausdruck.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Buchillustrationen und Poster werden häufig im Hochdruckverfahren (z.B. Linolschnitt) gestaltet, um klare, grafische Wirkungen zu erzielen, wie man sie in vielen Kinderbüchern oder Plakaten für Konzerte findet.
  • Künstler wie Rembrandt nutzten den Tiefdruck (Radierung), um feine Linien und Schattierungen darzustellen, was sich gut für detaillierte Porträts oder Landschaften eignet, die in Galerien und Museen ausgestellt werden.
  • Zeitgenössische Künstler nutzen Drucktechniken für Editionen von Kunstwerken, die für Sammler erschwinglicher sind als Einzelstücke, und erweitern so die Zugänglichkeit von Kunst.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten ein Blatt mit zwei leeren Feldern, beschriftet mit 'Hochdruck' und 'Tiefdruck'. Sie sollen in jedes Feld ein Stichwort schreiben, das die jeweilige Technik charakterisiert, und ein kleines Symbol zeichnen, das die Technik visuell darstellt.

Gegenseitige Bewertung

Nachdem die Schüler erste Entwürfe oder Probedrucke erstellt haben, tauschen sie diese mit einem Partner aus. Der Partner beantwortet zwei Fragen: 1. Welche Technik (Hoch- oder Tiefdruck) scheint hier angewendet worden zu sein und warum? 2. Was könnte verbessert werden, um die Wirkung zu steigern?

Kurze Überprüfung

Der Lehrer zeigt eine Serie von fünf Druckgrafiken. Die Schüler notieren für jede Grafik, ob es sich um Hoch- oder Tiefdruck handelt und begründen ihre Wahl kurz mit einem technischen Merkmal (z.B. klare Kanten vs. weiche Tonwerte).

Häufig gestellte Fragen

Was sind die technischen Unterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruck?
Beim Hochdruck drucken erhöhte Flächen, Farbe wird aufgetragen und überschüssige abgewischt. Tiefdruck nutzt vertiefte Flächen, die gefüllt werden, höhere Bereiche bleiben farblos. Diese Prinzipien erklären Schüler durch Modelle und eigene Drücke, was im Unterricht zu tieferem Verständnis führt. Ästhetisch ermöglicht Hochdruck klare Linien, Tiefdruck nuancierte Töne.
Wie kann aktives Lernen den Unterricht zu Druckgrafik verbessern?
Aktives Lernen macht Techniken erfahrbar: Schüler schnitzen, drucken und experimentieren in Stationen oder Paaren. Das fördert motorische Fähigkeiten, Kreativität und Problemlösung. Durch Seriendrucke verstehen sie Reproduzierbarkeit, Gruppenaustausch stärkt Reflexion. Solche Ansätze erhöhen Motivation und verbinden Theorie mit Praxis nach KMK-Standards.
Welche ästhetischen Möglichkeiten bietet Druckgrafik?
Hochdruck schafft starke Kontraste und expressive Linien, ideal für plakative Motive. Tiefdruck erzeugt feine Grauabstufungen und textuelle Tiefen. Schüler nutzen dies für Themen wie Moderne-Transformationen. Eigene Gestaltung zeigt Grenzen, etwa bei Farbübergängen, und fördert kritisches Denken über künstlerische Mittel.
Wie gestaltet man eine eigene Druckgrafik in Klasse 10?
Wählen Sie ein Motiv, planen Sie Komposition skizzierend. Bearbeiten Sie die Platte je nach Verfahren: Schnitzen für Hochdruck, Ätzen für Tiefdruck. Drucken Sie Serien auf feuchtem Papier. Reflexionen zu Erfolg und Grenzen schließen ab. Praktische Übungen bauen Kompetenzen in bildnerischer Produktion auf.