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Kunst · Klasse 1 · Collage und Montage: Bilder zusammensetzen · 2. Halbjahr

Reiß- und Klebebilder

Erstellung von Bildern durch das Reißen und Kleben von Papierstücken.

KMK BildungsstandardsKMK: Grundschule - Bildnerische VerfahrenKMK: Grundschule - Bildnerische Mittel

Über dieses Thema

Reiß- und Klebebilder führen die Schüler:innen der Klasse 1 in kreative Bildnerische Verfahren ein. Sie experimentieren mit dem Reißen von Papier, das im Gegensatz zum Schneiden organische, unregelmäßige Formen erzeugt. Durch Kleben von Papierstücken entstehen Collagen, bei denen Überlappungen Tiefe und Schichten schaffen. Die Schüler:innen beantworten Fragen wie: Was passiert beim Reißen? Wie überlappen Stücke, um Teile zu verstecken? Dies stärkt Feinmotorik und Farb- sowie Formwahrnehmung.

Im KMK-Lehrplan für Bildnerische Verfahren und Mittel der Grundschule passt das Thema perfekt in die Einheit Collage und Montage. Es verbindet Wahrnehmung mit Gestaltung und fördert Ausdrucksfähigkeit. Schüler:innen lernen, dass Kunst aus einfachen Mitteln entsteht und Variationen durch Materialbehandlung möglich sind. Solche Erfahrungen bauen Selbstvertrauen auf und bereiten auf komplexere Techniken vor.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da Reißen und Kleben sensorisch greifbar sind. Kinder tasten Texturen, spüren Risse und sehen sofort Ergebnisse. Gruppenarbeiten regen Austausch an, Experimente machen Prozesse erlebbar und fehlerfreie Korrekturen durch Wiederholung vertiefen das Verständnis nachhaltig.

Leitfragen

  1. Probiere aus: Was passiert, wenn du Papier reißt statt schneidest , welche Formen entstehen?
  2. Reiße verschiedene Papierstücke und bastle daraus ein Bild.
  3. Erkläre, wie du Papierstücke überlappen kannst, damit manche Teile hinter anderen versteckt sind.

Lernziele

  • Reiße verschiedene Papierformen und klassifiziere sie nach ihrer Oberflächenstruktur (glatt, rau).
  • Erkläre, wie das Überlappen von Papierstücken Tiefe und räumliche Ebenen in einer Collage erzeugt.
  • Gestalte ein eigenes Reiß- und Klebebild, das ein bestimmtes Thema oder eine Emotion darstellt.
  • Vergleiche die entstehenden Formen beim Reißen von Papier mit denen beim Schneiden von Papier.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Farblehre: Primär- und Sekundärfarben

Warum: Die Schüler:innen sollten die grundlegenden Farbbeziehungen kennen, um bewusste Farbentscheidungen bei der Auswahl ihrer Papiere zu treffen.

Formerkennung: Kreis, Quadrat, Dreieck

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Formen hilft den Schüler:innen, die durch das Reißen entstehenden neuen Formen zu identifizieren und zu benennen.

Feinmotorische Fähigkeiten: Greifen und Manipulieren von Objekten

Warum: Das Reißen und Kleben erfordert präzise Handbewegungen, die auf bereits entwickelten feinmotorischen Fähigkeiten aufbauen.

Schlüsselvokabular

ReißenDas Trennen von Papier durch Ziehen, wodurch unregelmäßige, organische Kanten entstehen.
KlebenDas Befestigen von Papierstücken auf einer Unterlage mit Klebstoff.
ÜberlappungDas Legen eines Papierstücks über ein anderes, um Tiefe zu erzeugen oder Teile zu verdecken.
CollageEin Bild, das aus verschiedenen ausgeschnittenen oder zerrissenen Materialien, wie Papier, zusammengesetzt wird.
TexturDie Oberflächenbeschaffenheit des Papiers, die durch das Reißen unterschiedlich wahrgenommen werden kann.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungReißen erzeugt nur chaotische Formen ohne Nutzen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Reißen schafft natürliche, wellige Kanten, die organische Formen wie Blätter oder Wolken ermöglichen. Aktive Experimente mit verschiedenen Papieren zeigen Vielfalt, Peer-Austausch klärt, dass Unregelmäßigkeit kreativ ist.

Häufige FehlvorstellungPapierstücke kleben immer flach nebeneinander.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Überlappungen erzeugen Tiefe und Versteck-Effekte. Praktisches Üben mit Modellen hilft, Schichten zu verstehen, Gruppendiskussionen korrigieren durch Vergleich eigener Bilder.

Häufige FehlvorstellungNur schönes Papier eignet sich zum Reißen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Jedes Papier reagiert anders, z. B. wird Glanzpapier zerrissen. Stationen mit Materialtests machen das erlebbar und fördern offene Wahrnehmung.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Künstler wie Henri Matisse nutzten die Technik der Papierschnipsel (gouaches découpées), um nach einer Krankheit lebendige und farbenfrohe Werke zu schaffen, die oft auf organischen Formen basieren.
  • Grafikdesigner verwenden Collagen-Techniken, um visuell ansprechende Layouts für Buchcover, Poster oder Webseiten zu erstellen, indem sie verschiedene Papiere und Texturen kombinieren.
  • Kinderbuchillustratoren gestalten oft Bilder für ihre Geschichten, indem sie gerissene und geklebte Papiere verwenden, um eine taktile und fantasievolle Ästhetik zu erzielen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler:innen erhalten ein kleines Blatt Papier. Sie sollen es reißen und auf eine Karte kleben. Auf der Rückseite schreiben sie einen Satz darüber, welche Form ihr gerissenes Stück hat und warum sie diese Form gewählt haben.

Kurze Überprüfung

Während des Klebens gehen Sie herum und stellen gezielte Fragen: 'Wie hast du dieses Stück Papier überlappt, damit es größer aussieht?' oder 'Welche Farbe möchtest du als Nächstes hinzufügen und warum?'

Diskussionsfrage

Lassen Sie die Schüler:innen ihre fertigen Reiß- und Klebebilder im Kreis präsentieren. Fragen Sie: 'Was ist das Besondere an den Kanten, die du gerissen hast, im Vergleich zu geschnittenen Kanten?' und 'Wie hast du durch das Überlappen Tiefe in deinem Bild erzeugt?'

Häufig gestellte Fragen

Wie fördere ich Feinmotorik bei Reiß- und Klebebildern?
Beginnen Sie mit dicken Papieren für einfaches Reißen, wechseln Sie zu dünneren für Präzision. Kleben mit Stiften statt Flüssigkleber trainiert Greifen. Paararbeiten mit gegenseitiger Hilfe stärken Koordination, regelmäßige Übungen bauen Ausdauer auf. So wachsen Kinder spielerisch in Techniken hinein. (62 Wörter)
Welche Materialien brauche ich für Reiß- und Klebebilder?
Buntes Bastelpapier in A4-Format, Karton als Untergrund, Klebestifte und Scheren als Alternative. Variieren Sie mit Zeitungspapier oder Servietten für Texturen. Pro Kind 5-10 Bögen reichen, recycelte Materialien sparen Kosten und thematisieren Nachhaltigkeit. Vorbereitung dauert 10 Minuten. (68 Wörter)
Wie hilft aktives Lernen bei Reiß- und Klebebildern?
Aktives Lernen macht Prozesse greifbar: Kinder spüren Risse, experimentieren mit Überlappungen und sehen Effekte sofort. Stationenrotation fördert Konzentration, Paarbeziehungen Austausch. Solche Methoden wandeln abstrakte Ideen in sensorische Erfahrungen um, erhöhen Motivation und Festigung des Lernstoffs durch Wiederholung und Variation. (72 Wörter)
Wie differenziere ich in der Klasse 1?
Schnelle Lerner:innen basteln komplexe Motive mit vielen Schichten, Langsamere üben mit Vorlagen. Starke Hände reißen fein, andere nutzen vorge rissenes Papier. Alle präsentieren, um Erfolge zu teilen. So fühlen sich alle wertgeschätzt und Fortschritte sichtbar. (64 Wörter)