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Informatik · Klasse 12 · Informatik und Gesellschaft · 2. Halbjahr

Nachhaltigkeit in der Digitalisierung

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren über die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Digitalisierung und mögliche Lösungsansätze.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Interagieren und ReflektierenKMK: Sekundarstufe II - Beurteilen und Bewerten

Über dieses Thema

Das Thema Nachhaltigkeit in der Digitalisierung regt Schülerinnen und Schüler der Klasse 12 an, die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Digitalisierung kritisch zu reflektieren. Sie analysieren den enormen Energieverbrauch von Rechenzentren, die bis zu 2 Prozent des globalen Stroms beanspruchen, und von Alltagsgeräten wie Smartphones. Konzepte wie Green IT werden erläutert, darunter energieeffiziente Hardware, optimierte Algorithmen und nachhaltige Datenmanagement-Strategien. So lernen sie, Lösungsansätze zu entwickeln, die den ökologischen Fußabdruck reduzieren.

Im Kontext der KMK-Standards für die Sekundarstufe II stärkt dieses Thema Kompetenzen im Interagieren und Reflektieren sowie im Beurteilen und Bewerten. Schüler verknüpfen Informatikwissen mit gesellschaftlichen Herausforderungen, bewerten die Rolle digitaler Technologien bei Klimaschutz und diskutieren ethische Aspekte wie E-Waste und soziale Ungleichheiten durch Digital Divide. Dies fördert systemisches Denken und die Fähigkeit, technische Innovationen verantwortungsvoll einzuordnen.

Aktives Lernen passt hervorragend zu diesem Thema, weil abstrakte Zusammenhänge durch Experimente, Debatten und Projekte konkret werden. Wenn Schüler ihren Geräteverbrauch messen oder Gruppenlösungen für Green IT entwerfen, entsteht Motivation und tiefes Verständnis für nachhaltige Praktiken.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie den Energieverbrauch von Rechenzentren und digitalen Geräten.
  2. Erklären Sie das Konzept der 'Green IT' und mögliche Strategien zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks.
  3. Beurteilen Sie die Rolle der Informatik bei der Bewältigung globaler Nachhaltigkeitsherausforderungen.

Lernziele

  • Analysieren Sie den Energieverbrauch spezifischer digitaler Geräte (z.B. Smartphone, Laptop) und Rechenzentren unter Verwendung bereitgestellter Daten.
  • Erklären Sie die Kernprinzipien von 'Green IT' und schlagen Sie mindestens drei konkrete Strategien zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks von IT-Infrastrukturen vor.
  • Bewerten Sie die potenziellen positiven und negativen Auswirkungen der Informatik auf die Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs).
  • Entwerfen Sie ein einfaches Konzept für eine energieeffiziente Softwareanwendung oder einen Algorithmus.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Informatik: Hardware und Software

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Computern, deren Komponenten und der Funktionsweise von Software ist notwendig, um deren Energieverbrauch und Optimierungspotenziale zu verstehen.

Algorithmen und Datenstrukturen

Warum: Das Wissen über Algorithmen ermöglicht es den Schülern, die Effizienz von Software zu analysieren und zu verstehen, wie optimierte Algorithmen Energie sparen können.

Netzwerke und das Internet

Warum: Das Verständnis von Netzwerken ist wichtig, um die Funktionsweise und den Energieverbrauch von Rechenzentren und Cloud-Diensten nachvollziehen zu können.

Schlüsselvokabular

EnergieeffizienzDie Reduzierung des Energieverbrauchs zur Erbringung einer bestimmten Leistung. Im IT-Kontext bedeutet dies, dass Hardware und Software weniger Strom verbrauchen.
Ökologischer FußabdruckDie Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen, die durch eine Aktivität, eine Person, eine Organisation oder ein Produkt verursacht wird. Bei der Digitalisierung umfasst dies Stromverbrauch, Hardwareproduktion und Entsorgung.
Green ITEin Ansatz zur Gestaltung, Herstellung, Nutzung und Entsorgung von IT-Geräten und -Systemen, der darauf abzielt, die Umweltauswirkungen zu minimieren.
E-Waste (Elektroschrott)Elektronische Geräte, die nicht mehr funktionieren oder nicht mehr benötigt werden. Die unsachgemäße Entsorgung führt zu Umweltverschmutzung und Ressourcenverlust.
Cloud ComputingDie Bereitstellung von IT-Ressourcen (Server, Speicher, Software) über das Internet. Die Energieeffizienz von Rechenzentren ist hierbei ein entscheidender Faktor für die Nachhaltigkeit.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDigitalisierung ist per se umweltfreundlich, da sie papierlos ist.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele übersehen den hohen Stromhunger von Servern und Produktion. Aktive Messungen am eigenen Gerät und Vergleiche mit Daten zu Rechenzentren korrigieren dies durch eigene Erfahrungen. Gruppendiskussionen helfen, den Gesamtfußabdruck zu erkennen.

Häufige FehlvorstellungGreen IT betrifft nur Hardware, nicht Software.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Software-Optimierungen wie effiziente Algorithmen sparen ebenso Energie. Simulationen von Code-Varianten zeigen den Unterschied. Peer-Teaching in Gruppen festigt dieses Verständnis und motiviert zu eigenen Ideen.

Häufige FehlvorstellungDer ökologische Fußabdruck der Digitalisierung ist vernachlässigbar.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Er macht 4 Prozent der globalen Emissionen aus, mehr als der Flugverkehr. Datenvisualisierungen und Rechnungen in Projekten machen die Skala greifbar. Reflexionsrunden klären Missverständnisse durch faktenbasierte Debatten.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Große Technologieunternehmen wie Google und Microsoft veröffentlichen Nachhaltigkeitsberichte, in denen sie ihren Energieverbrauch von Rechenzentren und ihre Ziele zur Nutzung erneuerbarer Energien darlegen. Schüler können diese Berichte analysieren, um reale Strategien der Green IT zu verstehen.
  • Die Entwicklung und der Einsatz von energieeffizienten Algorithmen in Bereichen wie Streaming-Diensten (z.B. Netflix) oder Suchmaschinen (z.B. Google) haben direkte Auswirkungen auf den globalen Stromverbrauch. Die Optimierung dieser Dienste ist eine praktische Anwendung von Green IT.
  • Organisationen wie der 'Green IT-Bundesverband' in Deutschland setzen sich für die Förderung nachhaltiger Praktiken in der IT-Branche ein. Sie entwickeln Standards und bieten Schulungen an, um Unternehmen und Anwendern zu helfen, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Beginnen Sie eine Klassendiskussion mit der Frage: 'Welche drei digitalen Aktivitäten verbrauchen Ihrer Meinung nach am meisten Energie und warum?' Lassen Sie die Schüler ihre Vermutungen begründen und vergleichen Sie diese anschließend mit realen Daten zu Energieverbrauch von Geräten und Rechenzentren.

Kurze Überprüfung

Geben Sie den Schülern eine Liste mit verschiedenen IT-bezogenen Maßnahmen (z.B. 'Server virtualisieren', 'Bildschirmhelligkeit reduzieren', 'Cloud-Speicher nutzen', 'Alte Geräte entsorgen'). Bitten Sie sie, jede Maßnahme als 'trägt zur Green IT bei', 'trägt nicht zur Green IT bei' oder 'unklar' zu klassifizieren und eine kurze Begründung für ihre Wahl zu geben.

Lernstandskontrolle

Bitten Sie die Schüler, auf einem Zettel zwei Fragen zu beantworten: 1. Nennen Sie eine konkrete Maßnahme, die Sie persönlich ergreifen können, um Ihren digitalen ökologischen Fußabdruck zu verringern. 2. Beschreiben Sie in einem Satz, wie die Informatik dazu beitragen kann, globale Nachhaltigkeitsherausforderungen zu lösen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Green IT und welche Strategien gibt es?
Green IT umfasst Maßnahmen zur Reduzierung des Umwelteinflusses der IT, wie energieeffiziente Server, Virtualisierung und nachhaltige Entsorgung. Strategien beinhalten Software-Optimierung für geringeren Rechenaufwand, erneuerbare Energien für Rechenzentren und Langlebigkeitskonzepte für Geräte. Schüler können diese in Fallstudien wie Googles CO2-neutralen Betrieb analysieren, um praktische Umsetzung zu verstehen.
Wie hoch ist der Energieverbrauch von Rechenzentren?
Rechenzentren verbrauchen weltweit etwa 200-400 Terawattstunden jährlich, was 1-2 Prozent des globalen Stroms entspricht. In Deutschland sind es rund 10 TWh. Wachstum durch KI und Cloud treibt dies an. Schüler vergleichen dies mit Haushaltsverbrauch, um die Dimension zu erfassen und Reduktionspotenziale zu diskutieren.
Wie kann Informatik globale Nachhaltigkeitsherausforderungen lösen?
Informatik ermöglicht smarte Systeme wie intelligente Netze für Energieeinsparung, Algorithmen zur Optimierung von Logistik und Big Data für Klimamodellierung. Beispiele sind predictive Analytics gegen Abfall oder IoT in der Landwirtschaft. Schüler bewerten diese in Szenarien und entwickeln eigene Anwendungen für lokale Probleme.
Wie hilft aktives Lernen beim Thema Nachhaltigkeit in der Digitalisierung?
Aktives Lernen macht abstrakte Auswirkungen erfahrbar, etwa durch Messung des Stromverbrauchs eigener Geräte oder Simulationen von Serverlasten. Gruppenprojekte zu Green-IT-Plänen fördern Kreativität und Kollaboration, während Debatten ethische Aspekte vertiefen. Solche Methoden steigern Engagement, da Schüler eigene Verhaltensänderungen planen und langfristig nachhaltiges Handeln internalisieren. (68 Wörter)

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