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Informatik · Klasse 12 · Informatik und Gesellschaft · 2. Halbjahr

Datensouveränität und Digitale Identität

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren Konzepte wie Datensouveränität, digitale Identität und die Kontrolle über persönliche Daten.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Interagieren und ReflektierenKMK: Sekundarstufe II - Beurteilen und Bewerten

Über dieses Thema

Datensouveränität und digitale Identität sind zentrale Themen in der vernetzten Gesellschaft. Schülerinnen und Schüler erkunden, wie Individuen die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten behalten können. Sie analysieren Konzepte wie selbstbestimmte Nutzung von Daten und die Bildung einer digitalen Identität durch Profile, Biometrie und Verhaltensdaten. Die Diskussion umfasst Risiken wie Profiling und Chancen wie personalisierte Dienste.

Im Kontext der KMK-Standards für Sekundarstufe II fördert das Thema Kompetenzen im Interagieren, Reflektieren, Beurteilen und Bewerten. Schülerinnen und Schüler beantworten Schlüsselfragen zur Grenzsetzung algorithmischer Optimierung, erklären die digitale Identität und analysieren Herausforderungen der Datensouveränität. Praktische Beispiele aus Alltag und Gesellschaft vertiefen das Verständnis.

Aktives Lernen nutzt Diskussionen und Rollenspiele, um kritische Reflexion zu stärken. Es ermöglicht Schülerinnen und Schülern, ethische Dilemmata selbst zu erleben und eigene Positionen zu entwickeln, was die Transferleistung auf reale Szenarien erhöht.

Leitfragen

  1. Sollte es Grenzen für die algorithmische Optimierung des menschlichen Lebens geben?
  2. Erklären Sie das Konzept der digitalen Identität und ihre Bedeutung in der vernetzten Welt.
  3. Analysieren Sie die Herausforderungen und Chancen der Datensouveränität für Individuen und Gesellschaft.

Lernziele

  • Analysieren Sie die technischen und ethischen Implikationen der Datensouveränität für die individuelle Autonomie.
  • Bewerten Sie die Rolle von digitalen Identitäten bei der Gestaltung persönlicher und gesellschaftlicher Interaktionen im Internet.
  • Erklären Sie die Funktionsweise von Datenprofiling und dessen Einfluss auf personalisierte Dienste und potenzielle Diskriminierung.
  • Entwerfen Sie Strategien zur Stärkung der Datensouveränität im Kontext aktueller digitaler Technologien.
  • Vergleichen Sie verschiedene Ansätze zur Verwaltung digitaler Identitäten, wie z.B. dezentrale Identitäten und traditionelle Logins.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Datenverarbeitung

Warum: Ein Verständnis der grundlegenden Konzepte wie Datenerfassung, Speicherung und Verarbeitung ist notwendig, um die Komplexität von Datensouveränität zu erfassen.

Netzwerksicherheit und Datenschutz

Warum: Grundkenntnisse über Sicherheitsrisiken im Netz und allgemeine Datenschutzprinzipien bilden die Basis für die Auseinandersetzung mit spezifischen Themen wie digitaler Identität und Datensouveränität.

Schlüsselvokabular

DatensouveränitätDas Recht und die Fähigkeit von Individuen, die Kontrolle über ihre eigenen digitalen Daten auszuüben, einschließlich deren Erhebung, Nutzung und Weitergabe.
Digitale IdentitätDie Gesamtheit der Informationen und Merkmale, die eine Person in der digitalen Welt repräsentieren, oft durch Online-Profile, Verhaltensdaten und biometrische Merkmale gebildet.
DatenprofilingDer Prozess der Analyse von gesammelten Daten, um Muster zu erkennen und Profile von Individuen zu erstellen, die für gezielte Werbung oder andere Zwecke verwendet werden.
PseudonymisierungEin Verfahren zur Anonymisierung von Daten, bei dem personenbezogene Daten so verarbeitet werden, dass sie nicht mehr ohne zusätzliche Informationen einer spezifischen Person zugeordnet werden können.
Dezentrale IdentitätEin Identitätsmanagement-Ansatz, bei dem die Kontrolle über Identitätsdaten nicht bei einer zentralen Stelle liegt, sondern beim Individuum selbst verbleibt, oft unter Nutzung von Blockchain-Technologie.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDigitale Identität beschränkt sich auf Social-Media-Profile.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Digitale Identität umfasst alle digitalen Spuren, einschließlich Suchverläufe, Biometrie und Transaktionsdaten, die ein umfassendes Profil erzeugen.

Häufige FehlvorstellungDatensouveränität bedeutet vollständige Kontrolle über alle Daten.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Datensouveränität ermöglicht selbstbestimmte Entscheidungen über Nutzung und Weitergabe, doch totale Kontrolle ist durch technische und rechtliche Rahmenbedingungen begrenzt.

Häufige FehlvorstellungDaten teilen ist immer riskant und sollte vermieden werden.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Kontrolliertes Teilen kann Vorteile wie personalisierte Services bieten, solange Transparenz und Einwilligung gewährleistet sind.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Datenschutzbeauftragte in Unternehmen wie Google oder Meta analysieren täglich die Einhaltung von Datenschutzgesetzen wie der DSGVO und beraten zur sicheren Verarbeitung personenbezogener Daten.
  • Entwickler von Smart-Home-Geräten müssen die Datensouveränität der Nutzer berücksichtigen und klare Optionen für die Datenkontrolle und -löschung anbieten, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen.
  • Verbraucherschutzorganisationen wie die Stiftung Warentest untersuchen regelmäßig die Datenschutzpraktiken von Apps und Online-Diensten und informieren die Öffentlichkeit über Risiken und Möglichkeiten zur Datensicherung.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Lehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, eine Social-Media-Plattform bietet Ihnen an, Ihre Daten für personalisierte Inhalte freizugeben, im Gegenzug erhalten Sie exklusiven Zugang. Diskutieren Sie in Kleingruppen die Vor- und Nachteile dieser Wahl im Hinblick auf Datensouveränität und digitale Identität. Welche Argumente würden Sie anführen, um Ihre Entscheidung zu begründen?'

Lernstandskontrolle

Lehrkraft: 'Auf einem Zettel notieren die Schülerinnen und Schüler eine konkrete Situation, in der ihre digitale Identität eine Rolle spielt (z.B. Online-Banking, Social Media). Anschließend formulieren sie einen Satz, der erklärt, welche Herausforderung für ihre Datensouveränität in dieser Situation besteht.'

Kurze Überprüfung

Lehrkraft präsentiert eine kurze Fallstudie über eine fiktive Person, deren Daten von einem Unternehmen ohne explizite Zustimmung für Marketingzwecke genutzt werden. Die Schülerinnen und Schüler bewerten schriftlich (zwei Sätze), ob hier die Datensouveränität verletzt wurde und warum.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Datensouveränität genau?
Datensouveränität beschreibt das Recht und die Fähigkeit von Individuen, über ihre personenbezogenen Daten zu entscheiden. Sie umfasst Aspekte wie Speicherung, Nutzung, Löschung und Weitergabe. In der EU stärkt die DSGVO dieses Konzept durch Rechte wie Auskunft und Widerspruch. Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie diese Rechte in der Praxis anwenden können, um ihre Privatsphäre zu schützen.
Wie fördert aktives Lernen dieses Thema?
Aktives Lernen aktiviert Diskussionen und Rollenspiele, die Schülerinnen und Schüler emotional in ethische Konflikte einbinden. Dadurch internalisieren sie Konzepte wie Datensouveränität tiefer und entwickeln Bewertungskompetenzen. Im Vergleich zu Frontalunterricht steigt die Motivation, und Transfer auf Alltagssituationen gelingt besser, wie KMK-Standards fordern.
Welche Rolle spielt die digitale Identität in der Gesellschaft?
Die digitale Identität formt Interaktionen in vernetzten Systemen und beeinflusst Chancen wie Zugang zu Diensten. Sie birgt Risiken durch Missbrauch, birgt aber auch Potenziale für Inklusion. Schülerinnen und Schüler bewerten diese Dualität und diskutieren Regulierungsbedarf.
Wie verbinden sich die Schlüsselfragen mit den Standards?
Die Fragen zu Grenzen algorithmischer Optimierung, digitaler Identität und Datensouveränität adressieren KMK-Kompetenzen im Beurteilen und Reflektieren. Schülerinnen und Schüler üben Argumentation und ethische Bewertung, was Transferfähigkeiten stärkt.

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