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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Geschichte und Identität

Aktives Lernen fördert bei diesem Thema die Reflexion über die eigene Positionierung und den Bezug zu historischen Narrativen. Durch handlungsorientierte Methoden wie Diskussionen und Quellenarbeit wird der Zusammenhang zwischen Geschichte und Identität für Schülerinnen und Schüler erfahrbar und diskutierbar.

KMK BildungsstandardsKMK-OrientierungskompetenzKMK-Urteilskompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Philosophische Stühle45 Min. · Ganze Klasse

Diskussionskreis: Persönliche Geschichte

Schüler teilen in einem Kreis Familienerzählungen zum Kaiserreich. Jeder notiert einen Satz zur Identitätswirkung, dann diskutiert die Gruppe Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu offiziellen Narrativen. Abschluss: Gemeinsame Mindmap erstellen.

Analysiere, wie die Auseinandersetzung mit Geschichte die eigene Identität prägen kann.

ModerationstippBeim Diskussionskreis 'Persönliche Geschichte' achten Sie darauf, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einmal zu Wort kommt, um unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülerinnen und Schülern folgende Frage: 'Denken Sie an ein nationales Symbol oder eine historische Figur, die oft mit der deutschen Identität verbunden wird. Welche Geschichte wird typischerweise erzählt? Welche Perspektiven fehlen in dieser Erzählung?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und ihre Ergebnisse im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Philosophische Stühle50 Min. · Kleingruppen

Quellenkarussell: Multiperspektive

Vier Stationen mit Quellen zu Imperialismus aus deutscher, kolonialer, britischer und afrikanischer Sicht. Gruppen analysieren pro Station eine Quelle, notieren Identitätsauswirkungen und rotieren. Plenum präsentiert Ergebnisse.

Erkläre, welche Rolle nationale Narrative für das Geschichtsbewusstsein spielen.

ModerationstippBeim Quellenkarussell 'Multiperspektive' stellen Sie sicher, dass die Quellen klar kontrastierend gewählt sind, damit Schülerinnen und Schüler die Unterschiede direkt erkennen können.

Worauf zu achten istBitten Sie jede Schülerin und jeden Schüler, auf einem Zettel zwei Sätze zu schreiben: 1. Wie kann das Wissen über den Imperialismus meine heutige Sicht auf Deutschland beeinflussen? 2. Nennen Sie ein Beispiel für ein nationales Narrativ, das Ihnen bekannt ist, und erklären Sie kurz, warum es für die Identität wichtig sein könnte.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Philosophische Stühle30 Min. · Partnerarbeit

Identitäts-Tagebuch: Reflexion

Schüler führen über zwei Wochen ein Tagebuch: Täglich eine Notiz, wie Geschichtsunterricht die eigene Identität berührt. Wöchentliche Partnergespräche vertiefen Einträge. Abschlusspräsentation in Kleingruppen.

Beurteile die Bedeutung einer multiperspektivischen Geschichtsbetrachtung für eine offene Gesellschaft.

ModerationstippBeim Identitäts-Tagebuch 'Reflexion' geben Sie konkrete Leitfragen vor, die den Bezug zur eigenen Biografie und historischen Ereignissen herstellen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine kurze Liste von Aussagen zum Thema nationale Narrative und Identität. Lassen Sie sie entscheiden, ob jede Aussage 'stimmt' oder 'nicht stimmt' und eine kurze Begründung für eine der Aussagen liefern. Dies dient als schnelle Überprüfung des Verständnisses.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Philosophische Stühle40 Min. · Kleingruppen

Narrativ-Poster: Kontraste

In Gruppen nationale Narrative zum Ersten Weltkrieg sammeln und kontrastieren mit multiperspektivischen. Poster gestalten mit Zitaten und Reflexionen zur Identitätsbildung. Ausstellung im Klassenzimmer.

Analysiere, wie die Auseinandersetzung mit Geschichte die eigene Identität prägen kann.

ModerationstippBeim Narrativ-Poster 'Kontraste' fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, sowohl textliche als auch visuelle Elemente zu nutzen, um die Narrative plastisch darzustellen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülerinnen und Schülern folgende Frage: 'Denken Sie an ein nationales Symbol oder eine historische Figur, die oft mit der deutschen Identität verbunden wird. Welche Geschichte wird typischerweise erzählt? Welche Perspektiven fehlen in dieser Erzählung?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und ihre Ergebnisse im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrungsgemäß gelingt das Thema am besten, wenn Lehrkräfte historische Narrative nicht als feststehende Fakten vermitteln, sondern als Konstruktionen sichtbar machen, die Identitäten prägen. Vermeiden Sie es, nationale Erzählungen als gegeben hinzustellen, sondern regen Sie durch gezielte Fragen zum Perspektivwechsel an. Aktuelle Forschung betont, dass multiperspektivisches Lernen die Fähigkeit zur Urteilsbildung nachhaltig stärkt.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Lernenden historische Narrative kritisch hinterfragen und ihre eigene Identität in Bezug zu historischen Ereignissen setzen können. Sie erkennen die Subjektivität von Geschichtserzählungen und bewerten multiperspektivische Zugänge als Bereicherung für ihr Geschichtsbewusstsein.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Diskussionskreises 'Persönliche Geschichte' wird oft angenommen, dass Geschichte eine objektive Abfolge von Fakten ist, die keinerlei Einfluss auf die Identität hat.

    Nutzen Sie die Beiträge der Schülerinnen und Schüler im Diskussionskreis, um gezielt nachzufragen: 'Welche persönliche Verbindung haben Sie zu dieser historischen Erzählung? Welche Gefühle oder Werte werden dadurch bei Ihnen angesprochen?' So wird der subjektive Einfluss von Geschichte auf die Identität sichtbar.

  • Während des Quellenkarussells 'Multiperspektive' wird angenommen, dass nationale Narrative immer wahr und positiv für die Identität sind.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Quellen zu vergleichen und zu beschreiben, welche Perspektiven jeweils ausgeblendet werden. Fragen Sie: 'Welche Gruppe profitiert von dieser Erzählung? Welche verliert dabei?' So erkennen sie die konstruierte Natur nationaler Narrative.

  • Während des Identitäts-Tagebuchs 'Reflexion' wird angenommen, dass die eigene Identität nicht von Geschichte abhängt.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf konkrete Einträge im Tagebuch, indem Sie fragen: 'Welche historischen Ereignisse haben Ihr Selbstverständnis geprägt? Wie haben Sie diese Ereignisse in Ihrem Leben erlebt?' So wird der Zusammenhang zwischen Geschichte und persönlicher Identität greifbar.


In dieser Übersicht verwendete Methoden