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Geschichte · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Die Aufteilung Afrikas

Aktive Methoden helfen Schülerinnen und Schülern, die willkürlichen Entscheidungen der Berliner Konferenz nachzuvollziehen, statt nur darüber zu hören. Durch Simulationen und Rollenspiele erleben sie selbst, wie Grenzen ohne afrikanische Stimmen gezogen wurden und warum das bis heute nachwirkt.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzOrientierungskompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Berliner Konferenz

Richten Sie vier Stationen ein: 1. Motive der Mächte (Quellen lesen), 2. Teilnehmer analysieren (Porträts zuordnen), 3. Afrika-Karte vor Konferenz vergleichen, 4. Folgen diskutieren (moderne Karte). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Erkenntnisse.

Analysieren Sie die Ergebnisse der Berliner Konferenz von 1884/85.

ModerationstippLegen Sie für die Stationenrotation klare Zeitlimits fest und bereiten Sie pro Station eine kurze Einleitung mit Material vor, damit die Schüler direkt arbeiten können.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte Afrikas vor der Kolonialisierung (falls verfügbar) und eine Karte nach der Berliner Konferenz. Sie sollen auf dem Ticket drei wesentliche Unterschiede benennen und eine kurze Begründung geben, warum die neuen Grenzen problematisch sein könnten.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Planspiel30 Min. · Kleingruppen

Grenzziehungs-Simulation: Willkür erleben

Teilen Sie Schüler in Gruppen ein, geben Sie ihnen eine Karte Afrikas mit ethnischen Gruppen. Sie ziehen Grenzen unter Zeitdruck ohne Kenntnisse, diskutieren dann reale Folgen und vergleichen mit der Berliner Aufteilung.

Erklären Sie, wie die willkürliche Grenzziehung die afrikanischen Gesellschaften beeinflusste.

ModerationstippAchten Sie bei der Grenzziehungs-Simulation darauf, dass die Schüler die Materialien (z.B. transparente Karten) selbstständig nutzen und ihre Entscheidungen schriftlich festhalten.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Verantwortung tragen die Nachfahren der Kolonialmächte heute für die durch die Grenzziehung entstandenen Probleme in Afrika?' Leiten Sie eine Diskussion, in der Schüler Argumente für und gegen eine historische Verantwortung austauschen.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Konferenzdelegierte

Weisen Sie Rollen zu (z.B. Bismarck, Stanley), lassen Sie verhandeln über Afrika-Aufteilung. Danach Reflexion: Welche Probleme entstanden? Präsentation der 'Verträge'.

Beurteilen Sie die langfristigen Folgen der Kolonialherrschaft für die Entwicklung Afrikas.

ModerationstippGeben Sie den Rollenspiel-Darstellern konkrete Rollenbeschreibungen und Hintergrundinformationen, damit die Diskussionen realistisch und zielgerichtet verlaufen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, in Kleingruppen die Motive von zwei verschiedenen europäischen Mächten (z.B. Deutschland und Frankreich) auf der Berliner Konferenz zu recherchieren und diese kurz vorzustellen. Fokus liegt auf wirtschaftlichen Interessen und strategischen Zielen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Planspiel35 Min. · Einzelarbeit

Kartenvergleich: Dann und Heute

Schüler vergleichen historische und aktuelle Karten Afrikas individuell, markieren willkürliche Grenzen und notieren Konflikte. Gemeinsame Präsentation in der Klasse.

Analysieren Sie die Ergebnisse der Berliner Konferenz von 1884/85.

ModerationstippVergleichen Sie bei der Kartenanalyse sowohl physische als auch politische Karten aus verschiedenen Epochen, um den Wandel sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte Afrikas vor der Kolonialisierung (falls verfügbar) und eine Karte nach der Berliner Konferenz. Sie sollen auf dem Ticket drei wesentliche Unterschiede benennen und eine kurze Begründung geben, warum die neuen Grenzen problematisch sein könnten.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen auf die Verbindung von Faktenwissen und emotionaler Betroffenheit, um nachhaltiges Lernen zu ermöglichen. Sie vermeiden eine rein chronologische Darstellung und achten stattdessen auf die Verbindung von historischen Ereignissen mit aktuellen Bezügen. Wichtig ist, dass Schüler die Perspektive der Afrikanerinnen und Afrikaner einnehmen, um eurozentrische Narrative zu hinterfragen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler die Motive der Kolonialmächte erklären und die Folgen der Grenzziehung für afrikanische Gemeinschaften beschreiben können. Sie sollen zudem eigene Perspektiven entwickeln und die historischen Ungerechtigkeiten kritisch reflektieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation zur Berliner Konferenz, hören einige Schüler, dass die Europäer Afrika genau kannten und Grenzen fair zogen.

    Zeigen Sie in der Station mit Kartenmaterial und ethnischen Gruppenkarten, wie ungenau die Kenntnisse waren. Lassen Sie die Schüler selbst Grenzen ziehen und diskutieren Sie im Plenum, warum diese Entscheidungen problematisch waren.

  • Bei der Grenzziehungs-Simulation entsteht der Eindruck, Afrika sei vor der Kolonialzeit leer oder unorganisiert gewesen.

    Nutzen Sie in der Simulation zusätzlich Quellen zu afrikanischen Reichen und Gesellschaften. Fordern Sie die Schüler auf, ihre gezogenen Grenzen mit realen ethnischen Gruppen abzugleichen und deren Existenz zu benennen.

  • Nach dem Rollenspiel zum Abschluss der Konferenz glauben einige Schüler, die Aufteilung Afrikas sei mit der Unabhängigkeit beendet worden.

    Führen Sie nach dem Rollenspiel eine Debatte mit aktuellen Beispielen zu Grenzkonflikten in Afrika. Lassen Sie die Schüler Verbindungen zwischen der Konferenz und heutigen Problemen herstellen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden