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Geschichte · Klasse 7

Ideen für aktives Lernen

Ursachen der Kreuzzüge

Aktivierende Methoden helfen den Schülern, die vielschichtigen Ursachen der Kreuzzüge zu verstehen, denn hier werden abstrakte Motive wie Machtpolitik oder religiöser Eifer mit konkreten historischen Akteuren und Entscheidungen verknüpft. Durch Rollenspiele, Quellenarbeit und Debatten wird das komplexe Zusammenspiel dieser Faktoren für die Lernenden greifbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsKMK Bildungsstandards Mittlerer Schulabschluss: Europa im Mittelalter, Die christlich-abendländische Einheit und ihre AuflösungLehrplanPLUS Bayern G 7.2: Begegnung von Christen, Juden und Muslimen, Die KreuzzügeKernlehrplan NRW G9 Sek I: Inhaltsfeld 3, Leben und Herrschen im mittelalterlichen Europa (Begegnung mit dem Islam)
40–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Der Aufruf von Clermont

Schüler schlüpfen in die Rollen von Rittern, Bauern, Mönchen und Kaufleuten, die die Rede des Papstes hören. Sie diskutieren in Kleingruppen ihre jeweiligen Gründe, das Kreuz auf sich zu nehmen oder zu Hause zu bleiben.

Analysieren Sie die vielfältigen Motive, die Menschen unterschiedlicher Stände zur Teilnahme an den Kreuzzügen bewegten.

ModerationstippLassen Sie die Schüler beim Rollenspiel zum Konzil von Clermont die Rede Papst Urbans II. nicht einfach vortragen, sondern in Kleingruppen die Argumente auf Plakate übertragen und diskutieren, wie sie auf verschiedene Zuhörergruppen wirkten.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit einer der drei Hauptkategorien (religiös, politisch, wirtschaftlich). Sie sollen eine konkrete Motivation für die Kreuzzüge nennen, die in diese Kategorie passt, und kurz erklären, warum sie jemanden zur Teilnahme bewogen hätte.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Forschungskreis50 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Die Route der Kreuzfahrer

In Teams kartieren Schüler die verschiedenen Kreuzzugsrouten und recherchieren die logistischen Herausforderungen (Verpflegung, Klima, Krankheiten), um die Strapazen der Reise zu verstehen.

Erklären Sie, wie der 'Heilige Krieg' von christlicher und islamischer Seite theologisch legitimiert wurde.

ModerationstippStellen Sie bei der kollaborativen Untersuchung der Kreuzfahrerrouten sicher, dass die Schüler nicht nur die geografische Route nachvollziehen, sondern auch die Dauer, die Gefahren und die logistischen Herausforderungen für jeden Abschnitt dokumentieren.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wenn Sie ein einfacher Bauer im 11. Jahrhundert wären, welche der genannten Motive (Sündenablass, Abenteuer, Landgewinn, Pilgerfahrt) wären für Sie am überzeugendsten, um Ihr Zuhause zu verlassen?' Lassen Sie die Schüler ihre Wahl begründen und diskutieren Sie die unterschiedlichen Perspektiven.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Religiöser Eifer oder Machtpolitik?

Zwei Gruppen bereiten Argumente vor: War die Rückeroberung Jerusalems das Hauptziel oder die Ausweitung des päpstlichen Einflusses und die Sicherung von Handelswegen?

Beurteilen Sie, inwiefern die Kreuzzüge eher ein politisches als ein rein religiöses Phänomen waren.

ModerationstippGeben Sie im strukturierten Debatte pro Gruppe einen vorbereiteten Argumentationsbaum mit Stichpunkten zu religiösen, politischen und wirtschaftlichen Motiven als Grundlage, um die Diskussion zu fokussieren und alle Perspektiven einzubeziehen.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine Liste mit 5 Aussagen über die Motive der Kreuzzüge (z.B. 'Nur religiöser Eifer trieb die Kreuzfahrer an.'). Die Schüler markieren jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' und korrigieren die falschen Aussagen kurz.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrungsgemäß gelingt die Vermittlung der Kreuzzugsmotive am besten, wenn die Lehrer die Perspektivenvielfalt betonen und nicht nur die Ritter, sondern auch die Bauern, Pilger und lokalen Bevölkerungen im Orient in den Blick nehmen. Vermeiden Sie eine vereinfachende Gegenüberstellung von 'Gut' und 'Böse', sondern arbeiten Sie mit Quellen, die unterschiedliche Handlungsmotive offenlegen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Schüler besonders dann nachhaltig lernen, wenn sie die Motive der Kreuzfahrer mit eigenen Erfahrungen verknüpfen können, etwa durch die Frage, warum Menschen heute für bestimmte Ideale oder Ziele kämpfen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schüler nicht nur Fakten wiedergeben, sondern die Motive der Kreuzfahrer differenziert analysieren und in Beziehung zueinander setzen können. Sie sollen erklären, warum verschiedene Gruppen unterschiedliche Gründe hatten, sich den Kreuzzügen anzuschließen, und dabei historische Quellen sowie zeitgenössische Perspektiven nutzen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Rollenspiel-Aktivität 'Der Aufruf von Clermont' wird oft angenommen, dass alle Zuhörer aus rein religiösem Eifer handelten.

    Nutzen Sie die vorbereiteten Plakate mit den Argumenten Urbans II., um gezielt nach politischen und wirtschaftlichen Motiven zu fragen, die in seiner Rede angedeutet werden, und lassen Sie die Schüler diese in ihren Rollen aufgreifen und diskutieren.

  • Während der kollaborativen Untersuchung 'Die Route der Kreuzfahrer' entsteht der Eindruck, alle Teilnehmer seien wohlhabende Ritter gewesen.

    Weisen Sie die Schüler explizit auf die Quellen zum Volkskreuzzug hin und lassen Sie sie die demografische Zusammensetzung der Gruppen rekonstruieren, indem sie mittelalterliche Chroniken und moderne Forschungsergebnisse vergleichen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden