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Geschichte · Klasse 6

Ideen für aktives Lernen

Die Völkerwanderung: Ursachen und Folgen

Aktive Lernformen helfen den Schülerinnen und Schülern hier, Migration nicht nur als historisches Ereignis zu begreifen, sondern als komplexen Prozess mit menschlichen Entscheidungen und geografischen Zwängen. Durch Handlungsorientierung wird die Distanz zu einer fernen Epoche verringert und das Verständnis für Ursachen und Folgen vertieft.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzOrientierungskompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Ursachen der Wanderung

Richten Sie vier Stationen ein: Klimawandel (Graphen zu Temperaturdaten), Hunnensturm (Quellenkarten), Bevölkerungsdruck (Modell mit Würfeln für Ressourcenknappheit), römische Schwäche (Zeitungsartikel-Analyse). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Belege.

Analysieren Sie die verschiedenen Ursachen der Völkerwanderung, wie Klimawandel und Hunnensturm.

ModerationstippStellen Sie bei der Stationenrotation sicher, dass jede Gruppe mindestens einen Beleg zum Klimawandel und einen zum Hunnensturm diskutiert, um die Komplexität der Ursachen zu betonen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit den Schlüsselbegriffen 'Klimawandel', 'Hunnensturm', 'Bevölkerungsdruck' und 'Schwächung Roms'. Sie sollen für jeden Begriff eine kurze Erklärung schreiben, wie er zur Völkerwanderung beitrug, und einen Pfeil zeichnen, der die Richtung der Migration anzeigt.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Stammesrat

Schüler verkörpern Stammesführer, Berater und Hunnenboten. Sie debattieren in Runden, ob sie wandern oder bleiben, basierend auf Karten und Faktenkarten. Abschließend voten sie und begründen die Entscheidung.

Erklären Sie, wie die Völkerwanderung die politische Landkarte Europas veränderte.

ModerationstippBeim Rollenspiel als Stammesrat geben Sie den Schülerinnen und Schülern konkrete Rollenprofile mit unterschiedlichen Motiven (z.B. Hunger, Flucht vor den Hunnen, Landgewinn), um authentische Diskussionen anzuregen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwieweit war die Völkerwanderung eine Ursache für den Untergang des Weströmischen Reiches, und inwieweit war sie nur ein Symptom bereits bestehender Schwächen?' Die Schüler sollen ihre Antworten mit Beispielen aus dem Unterricht begründen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Concept-Mapping30 Min. · Partnerarbeit

Kartenvergleich: Vor und Nach

Paare zeichnen Europas Landkarte 375 und 500 n. Chr., markieren Wanderwege mit Pfeilen und notieren neue Reiche. Gemeinsam diskutieren sie Veränderungen und präsentieren.

Beurteilen Sie die Rolle der Völkerwanderung für den Untergang des Weströmischen Reiches.

ModerationstippBeim Kartenvergleich lassen Sie die Schülerinnen und Schüler zunächst in Partnerarbeit Unterschiede markieren, bevor sie im Plenum die politischen Folgen erarbeiten.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Karte Europas vor der Völkerwanderung und eine Karte nach der Völkerwanderung. Bitten Sie die Schüler, drei wesentliche Veränderungen aufzuzählen, die sie auf den Karten erkennen, und diese kurz zu erläutern.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 04

Concept-Mapping35 Min. · Kleingruppen

Ursache-Folge-Kette bauen

Jede Gruppe erhält Karten mit Ereignissen, sortiert sie in Ketten (z. B. Hunnen → Gotenwanderung → Adrianopel) und verbindet mit Pfeilen. Klassenpräsentation vergleicht Versionen.

Analysieren Sie die verschiedenen Ursachen der Völkerwanderung, wie Klimawandel und Hunnensturm.

ModerationstippBegrenzen Sie die Ursache-Folge-Kette auf maximal fünf Glieder, damit die Schülerinnen und Schüler die logischen Zusammenhänge klar erkennen und nicht in Spekulationen abgleiten.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit den Schlüsselbegriffen 'Klimawandel', 'Hunnensturm', 'Bevölkerungsdruck' und 'Schwächung Roms'. Sie sollen für jeden Begriff eine kurze Erklärung schreiben, wie er zur Völkerwanderung beitrug, und einen Pfeil zeichnen, der die Richtung der Migration anzeigt.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte arbeiten bei diesem Thema mit zwei zentralen Prinzipien: Erstens vermeiden sie die Darstellung der Völkerwanderung als reine Abfolge von Schlachten, sondern betonen die Alltagsgeschichten der Migrantinnen und Migranten. Zweitens nutzen sie den Perspektivwechsel, indem sie die Schülerinnen und Schüler nicht nur als Beobachter agieren lassen, sondern als Beteiligte in Entscheidungsprozesse einbinden. Wichtig ist dabei, die Quellenkritik zu üben, um einseitige Urteile zu vermeiden und die Ambivalenz von Migration zu zeigen.

Erfolgreich gelernt haben die Schülerinnen und Schüler, wenn sie die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Hunnensturm und Bevölkerungsdruck erklären sowie die langfristigen politischen Folgen für Europa nachvollziehen können. Sie erkennen dabei, dass Migration oft ein Überlebensstrategie war und nicht nur Gewalt bedeutete.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlaufs 'Ursachen der Wanderung' hören Sie möglicherweise Aussagen wie: 'Die Germanen haben einfach nur das Römische Reich überfallen und zerstört.'

    Lenken Sie die Diskussion gezielt auf die Quellen, die Ansiedlungen und Bündnisse belegen. Zeigen Sie den Schülerinnen und Schülern, wie sie zwischen Gewaltakten und langfristigen Migrationsbewegungen unterscheiden können.

  • Beim Kartenvergleich nach der Tätigkeit 'Kartenvergleich: Vor und Nach' könnte die Annahme entstehen: 'Die Germanen haben das Weströmische Reich allein mit ihren Angriffen zu Fall gebracht.'

    Nutzen Sie die Gruppenarbeit beim Kartenvergleich, um die Schülerinnen und Schüler dazu anzuleiten, interne Faktoren wie Korruption und Wirtschaftskrise mit einzubeziehen. Fordern Sie sie auf, Belege aus dem Unterricht zu nennen.

  • Während des Stationenlaufs 'Ursachen der Wanderung' wird oft die Meinung geäußert: 'Die Hunnen waren schuld an allem, weil sie die Germanen vertrieben haben.'

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Zeitachse der Stationen zu nutzen, um zu erkennen, dass Klimawandel bereits vor den Hunnen wirkte. Zeigen Sie ihnen, wie Kettenreaktionen in der Ursache-Folge-Kette modelliert werden.


In dieser Übersicht verwendete Methoden