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Geschichte · Klasse 6

Ideen für aktives Lernen

Die Kirche im Mittelalter: Glaube und Macht

Aktives Lernen ist hier besonders wirksam, weil die komplexe Wechselwirkung von Glaube und Macht im Mittelalter durch eigenes Handeln greifbar wird. Die Schülerinnen und Schüler erleben Hierarchien, Funktionen und Konflikte nicht nur theoretisch, sondern durch konkrete Rollenübernahme und Quellenarbeit.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzUrteilskompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Kirchliche Hierarchie

Schülerinnen und Schüler verkörpern Rollen wie Papst, Bischof, König und Bauer. Sie simulieren eine Synode, in der Entscheidungen über Steuern oder Konflikte getroffen werden. Jede Gruppe protokolliert Ergebnisse und diskutiert danach den Einfluss.

Analysieren Sie die vielfältigen Funktionen der Kirche in der mittelalterlichen Gesellschaft.

ModerationstippBeim Rollenspiel zur kirchlichen Hierarchie geben Sie den Schülerinnen und Schülern klare Rollenkarten mit individuellen Zielen, damit die Debatte strukturiert bleibt.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karteikarte mit einer der drei Leitfragen. Sie sollen in 2-3 Sätzen eine Antwort formulieren, die mindestens ein Schlüsselvokabelwort verwendet. Beispiel: 'Die Kirche übte Macht aus, indem sie Personen durch Exkommunikation aus der Gemeinschaft ausschloss.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Funktionen der Kirche

Richten Sie Stationen ein: Spiritualität (Gebetstexte lesen), Bildung (Klosterregeln analysieren), Macht (Investiturstreit-Quelle), Wohltätigkeit (Bilder von Hospizen). Gruppen rotieren, notieren Beobachtungen und präsentieren.

Erklären Sie, wie die Kirche ihre Macht und ihren Einfluss ausübte.

ModerationstippAn den Stationen zur Funktion der Kirche achten Sie darauf, dass die Materialien altersgerecht sind und konkrete Beispiele aus dem Alltag der Menschen enthalten.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Bauer im 12. Jahrhundert. Welche Rolle spielt die Kirche in Ihrem täglichen Leben? Nennen Sie mindestens zwei Beispiele.' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend ihre wichtigsten Punkte im Plenum vorstellen.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Partnerarbeit

Debatte: Kirche und Staat

Erstellen Sie gemeinsam einen Zeitstrahl mit Ereignissen wie Cluny-Reform oder Kreuzzügen. In Paaren debattieren Schülerinnen und Schüler, ob Kirche oder König mehr Macht hatte, mit Begründung aus Quellen.

Beurteilen Sie die Bedeutung des Glaubens für die Menschen im Mittelalter.

ModerationstippBei der Zeitstrahl-Debatte moderieren Sie die Diskussion so, dass beide Seiten (Kirche und Staat) gleichmäßig zu Wort kommen und Argumente aus Quellen einfließen.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein Bild einer mittelalterlichen Kathedrale oder einer Szene aus dem Leben eines Mönchs. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, zwei Dinge aufzuzählen, die sie über die Rolle der Kirche in dieser Darstellung gelernt haben. Dies kann mündlich oder schriftlich erfolgen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Concept-Mapping30 Min. · Einzelarbeit

Quellenkarten-Sortieren

Verteilen Sie Karten mit Zitaten, Bildern und Fakten zur Kirche. Individuen sortieren sie in Kategorien wie Glaube, Macht, Alltag und erklären ihre Gruppierung in Plenum.

Analysieren Sie die vielfältigen Funktionen der Kirche in der mittelalterlichen Gesellschaft.

ModerationstippBeim Sortieren der Quellenkarten bereiten Sie Duplicate-Exemplare vor, damit die Schülerinnen und Schüler in Partnerarbeit vergleichen und diskutieren können.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karteikarte mit einer der drei Leitfragen. Sie sollen in 2-3 Sätzen eine Antwort formulieren, die mindestens ein Schlüsselvokabelwort verwendet. Beispiel: 'Die Kirche übte Macht aus, indem sie Personen durch Exkommunikation aus der Gemeinschaft ausschloss.'

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen auf eine ausgewogene Mischung aus Empathie und Distanz: Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung der Kirche für die Gesellschaft nachvollziehen, aber auch kritisch hinterfragen. Vermeiden Sie eine rein positive Darstellung, sondern zeigen Sie auch die Schattenseiten wie Machtmissbrauch oder soziale Ungleichheit. Nutzen Sie Alltagsbezüge, etwa durch Vergleiche mit heutigen Institutionen, um die Komplexität zu verdeutlichen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die kirchliche Machtstruktur erklären, weltliche Funktionen der Kirche benennen und Konflikte zwischen Kirche und Staat in eigenen Worten darstellen können. Sie nutzen dabei Fachbegriffe wie Exkommunikation, Investitur oder Lehnswesen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zur Funktion der Kirche glauben einige Schülerinnen und Schüler, die Kirche sei nur für Gebete zuständig.

    Nutzen Sie die Stationenmaterialien, um gezielt auf weltliche Aufgaben hinzuweisen. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in ihren Arbeitsblättern jeweils eine spirituelle und eine weltliche Funktion der Kirche zu notieren und zu vergleichen.

  • Während des Rollenspiels zur kirchlichen Hierarchie nehmen Schülerinnen und Schüler an, der Papst habe immer absolute Macht über Könige.

    Beziehen Sie die Konflikte aus dem Rollenspiel direkt ein. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in ihren Rollen Kompromisse auszuhandeln und die Grenzen der Macht des Papstes in den Debatten zu benennen.

  • Während der Gruppendiskussion zu den Quellenkarten glauben einige Schülerinnen und Schüler, alle Menschen im Mittelalter seien gleich gläubig gewesen.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die Quellenkarten, die unterschiedliche Standesgruppen zeigen. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in ihren Diskussionen Unterschiede zwischen Bauern, Adligen und Geistlichen herauszuarbeiten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden