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Geschichte · Klasse 5

Ideen für aktives Lernen

Die Teilung des Reiches und das Ende im Westen

Aktive Lernformate eignen sich hier besonders, weil sie abstrakte Prozesse wie Reichsteilung und Niedergang greifbar machen. Durch das Arbeiten mit Timelines, Rollenspielen und Stationen erkennen Schülerinnen und Schüler Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, statt nur Fakten zu memorieren. Die Mischung aus kreativen und analytischen Methoden fördert nachhaltiges Verständnis für historische Langzeitprozesse.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 6: G 6.3 Von der Antike zum Mittelalter, Reichsteilung und das Ende des Weströmischen ReichesKernlehrplan NRW Geschichte G9: Inhaltsfeld 2 Die griechisch-römische Antike, Völkerwanderung und der Untergang Westroms
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Zeitstrahl-Challenge45 Min. · Kleingruppen

Gruppenarbeit: Reichsteilungs-Timeline

Teilen Sie die Klasse in Gruppen auf. Jede Gruppe recherchiert und zeichnet ein Segment der Timeline von 395 bis 476, inklusive Schlüsselpersonen und Ereignisse. Gruppen präsentieren und ergänzen die Gesamttimeline gemeinsam. Schließen Sie mit einer Diskussion der Kausalketten ab.

Erklären Sie die Gründe für die Teilung des Römischen Reiches in Ost und West.

ModerationstippSorgen Sie bei der Reichsteilungs-Timeline für klare Arbeitsanweisungen, damit Schülerinnen und Schüler Ereignisse nicht nur ordnen, sondern auch deren Bedeutung für die Teilung erklären.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karteikarte mit einer der folgenden Fragen: 'Nenne zwei Gründe für die Teilung des Römischen Reiches.' oder 'Beschreibe die Rolle eines germanischen Stammes beim Untergang des Weströmischen Reiches.' Die Antworten werden zur Überprüfung des Verständnisses eingesammelt.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Germanische Invasionen

Weisen Sie Rollen zu: Römer, Germanenführer wie Alarich oder Odoaker. Gruppen planen und spielen Szenarien der Plünderungen nach, mit Fokus auf Motive und Folgen. Danach reflektiert die Klasse in Plenum die historischen Perspektiven.

Analysieren Sie die Rolle der germanischen Stämme beim Untergang des Weströmischen Reiches.

ModerationstippBeim Rollenspiel zu germanischen Invasionen achten Sie darauf, dass alle Schülerinnen und Schüler eine aktive Rolle übernehmen, um Empathie und verschiedene Perspektiven zu fördern.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'War der Untergang des Weströmischen Reiches ein plötzliches Ereignis oder ein langer Prozess?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen Argumente sammeln, die beide Perspektiven unterstützen, und präsentieren Sie diese dann im Plenum.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Lernen an Stationen40 Min. · Partnerarbeit

Lernen an Stationen: Gründe für den Untergang

Richten Sie Stationen ein: innere Schwächen, Völkerwanderung, Wirtschaftskrise. Paare rotieren, sammeln Belege aus Quellen und notieren. Abschließende Partnerdiskussion verknüpft Stationen zu einem Gesamtbild.

Beurteilen Sie, ob der Untergang Roms ein plötzliches Ereignis oder ein langer Prozess war.

ModerationstippBei den Stationen zu Gründen des Untergangs bereiten Sie unterschiedliche Materialien vor, damit Schülerinnen und Schüler die Komplexität des Themas durch verschiedene Zugänge erfassen können.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine Zeitleiste mit wichtigen Ereignissen (z.B. Teilung 395, Plünderung 410, Absetzung 476). Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, die Ereignisse in die richtige Reihenfolge zu bringen und jeweils eine kurze Erklärung für ihre Bedeutung zu geben.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Debatte35 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Plötzlich oder Prozess?

Teilen Sie die Klasse in zwei Lager: 'Plötzlicher Untergang' vs. 'Langer Prozess'. Jede Seite bereitet Argumente vor, debattiert dann vor der Klasse. Wählen Sie per Abstimmung und reflektieren Bias.

Erklären Sie die Gründe für die Teilung des Römischen Reiches in Ost und West.

ModerationstippSteuern Sie die Debatte zum Prozesscharakter des Untergangs klar, indem Sie gezielt Zwischenfragen stellen, die Schülerinnen und Schüler zum vertieften Nachdenken anregen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karteikarte mit einer der folgenden Fragen: 'Nenne zwei Gründe für die Teilung des Römischen Reiches.' oder 'Beschreibe die Rolle eines germanischen Stammes beim Untergang des Weströmischen Reiches.' Die Antworten werden zur Überprüfung des Verständnisses eingesammelt.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte arbeiten am besten mit multiperspektivischen Ansätzen, um die einseitige Darstellung des 'Römerfalls' zu vermeiden. Vermeiden Sie es, den Untergang als unvermeidbar darzustellen, sondern betonen Sie die Wechselwirkungen zwischen internen und externen Faktoren. Forschungsbasiert ist die Kombination aus narrativen Elementen (z.B. Rollenspiele) und analytischen Methoden (z.B. Stationenarbeit) besonders wirksam.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die Teilung als Prozess verstehen und nicht als singuläres Ereignis. Sie können Faktoren wie Überdehnung, innere Konflikte und germanische Einflüsse sachlich einordnen und historische Perspektiven einnehmen. Die Fähigkeit, Argumente zu entwickeln und Quellen zu nutzen, steht im Mittelpunkt.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Gruppenarbeit zur Reichsteilungs-Timeline achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler nicht einzelne Ereignisse isoliert betrachten, sondern deren Zusammenhänge herstellen.

    Nutzen Sie die Timeline als Grundlage, um gezielt nach Kausalitäten zu fragen: 'Wie hing die Plünderung Roms 410 mit der Reichsteilung 395 zusammen?' – so wird der Prozesscharakter deutlich.

  • Während des Rollenspiels zu germanischen Invasionen könnte der Eindruck entstehen, germanische Stämme seien ausschließlich zerstörerisch gewesen.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel auf, sowohl negative als auch positive Aspekte der germanischen Einflüsse zu benennen, um ein differenziertes Bild zu entwickeln.

  • Bei der Stationenarbeit zu Gründen des Untergangs könnte die Annahme entstehen, Ost- und Westreich seien nach 395 gleich stark gewesen.

    Nutzen Sie die bereitgestellten Quellen, um die Schülerinnen und Schüler explizit vergleichen zu lassen: 'Welche Faktoren machten das Ostreich widerstandsfähiger als das Westreich?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden