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Geschichte · Klasse 5

Ideen für aktives Lernen

Der Weg zur Volksherrschaft

Aktives Lernen hilft den Schülerinnen und Schülern, die komplexen Entwicklungen der attischen Demokratie greifbar zu machen. Durch Rollenspiele, Zeitstrahlen und Simulationen erleben sie direkt, wie Entscheidungen getroffen wurden und wer daran beteiligt war. Diese Methoden fördern nicht nur das historische Verständnis, sondern auch die Fähigkeit, historische Quellen kritisch zu hinterfragen und Einfühlungsvermögen für vergangene Gesellschaften zu entwickeln.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 6: G 6.1 Die Welt der Griechen, Die attische Demokratie: Entwicklung und InstitutionenKernlehrplan NRW Geschichte G9: Inhaltsfeld 2 Die griechisch-römische Antike, Die Entwicklung der Demokratie in Athen
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Athenische Volksversammlung

Teilen Sie die Klasse in Athener-Gruppen ein: Bürger, Ausgeschlossene, Beamte. Schüler debattieren eine Reform wie Perikles' Bürgerrechtsbeschränkung, stimmen ab oder lotsen Ämter. Abschließend reflektieren sie Inklusion in Kleingruppen.

Analysieren Sie, welche Bevölkerungsgruppen in der athenischen Demokratie mitbestimmen durften und welche ausgeschlossen waren.

ModerationstippBeim Rollenspiel zur Volksversammlung sollten Sie klare Rollenkarten mit Argumenten und Interessen verteilen, damit die Schülerinnen und Schüler sich in ihre Figuren hineinversetzen können.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Gruppen, die von der athenischen Demokratie ausgeschlossen waren, und erklären Sie kurz, warum.' Auf einer zweiten Karte sollen sie die Funktion des Losverfahrens in einem Satz beschreiben.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Lernen an Stationen50 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Reformen-Zeitstrahl

Richten Sie Stationen zu Solon, Kleisthenes und Perikles ein mit Quellenkarten und Mustern. Gruppen ergänzen einen gemeinsamen Zeitstrahl, erklären Losverfahren und notieren Ausgeschlossene. Präsentation schließt ab.

Erklären Sie die Funktionsweise des Losverfahrens und begründen Sie dessen Einsatz in Athen.

ModerationstippBeim Stationen-Lernen zum Reformen-Zeitstrahl ist es hilfreich, wenn die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen arbeiten und ihre Ergebnisse auf einem gemeinsamen Plakat festhalten.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'War die athenische Demokratie eine echte Herrschaft des Volkes?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen Argumente sammeln, die dafür und dagegen sprechen, und präsentieren Sie die Ergebnisse im Plenum. Fokussieren Sie auf die Kriterien 'Wer durfte mitbestimmen?' und 'Wie wurde entschieden?'.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Debatte35 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Echte Volksherrschaft?

Teilen Sie in Für- und Gegen-Teams ein. Schüler sammeln Argumente zu Mitbestimmung und Ausschlüssen, debattieren 10 Minuten, dann Abstimmung per Los. Reflexion: Stärken und Schwächen notieren.

Beurteilen Sie, inwiefern die athenische Demokratie eine 'echte' Herrschaft des Volkes darstellte.

ModerationstippBei der Debatte zur echten Volksherrschaft sollten Sie die Schülerinnen und Schüler anleiten, ihre Argumente mit konkreten historischen Beispielen zu untermauern.

Worauf zu achten istZeigen Sie Bilder oder kurze Beschreibungen von Personen (z.B. ein athenischer Bürger, eine athenische Frau, ein Sklave, ein Metöke). Die Schülerinnen und Schüler schreiben auf, ob diese Person an der Volksversammlung teilnehmen durfte und warum (ja/nein, Begründung).

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Planspiel30 Min. · Partnerarbeit

Losverfahren-Simulation

Jede Gruppe zieht Lose für Ämterrollen, simuliert Boulé-Sitzung mit Entscheidungsfindung. Dokumentieren Vor- und Nachteile, vergleichen mit Wahlverfahren heute.

Analysieren Sie, welche Bevölkerungsgruppen in der athenischen Demokratie mitbestimmen durften und welche ausgeschlossen waren.

ModerationstippBei der Losverfahren-Simulation ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler die Zufallsziehung transparent dokumentieren, um das Prinzip der Chancengleichheit nachvollziehbar zu machen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Gruppen, die von der athenischen Demokratie ausgeschlossen waren, und erklären Sie kurz, warum.' Auf einer zweiten Karte sollen sie die Funktion des Losverfahrens in einem Satz beschreiben.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Diese Einheit lebt von der Verbindung zwischen Handeln und Reflektieren. Beginnen Sie mit einer Bildstunde, die die athenische Gesellschaftsordnung zeigt, um Vorwissen zu aktivieren. Vermeiden Sie es, die Demokratie als perfektes System darzustellen – betonen Sie stattdessen die Widersprüche und Ausschlüsse. Nutzen Sie den Perspektivwechsel, um Empathie für die Ausgeschlossenen zu wecken und gleichzeitig die Funktionsweise der Demokratie zu analysieren. Forschungen zeigen, dass Schülerinnen und Schüler historische Zusammenhänge besser verstehen, wenn sie sie selbst erarbeiten und diskutieren können.

Am Ende der Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler die Reformen von Solon, Kleisthenes und Perikles benennen und erklären können, wie sich die attische Demokratie schrittweise entwickelte. Sie sollen die Institutionen der Volksversammlung, des Rates der 500 und die Rolle des Losverfahrens verstehen und die Grenzen der Partizipation analysieren können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels zur athenischen Volksversammlung beobachten Sie, dass Schülerinnen und Schüler annehmen, alle Bewohner Athens hätten mitbestimmen dürfen.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die Rollenkarten und fragen Sie konkret: 'Welche Personengruppen fehlen hier? Warum dürfen sie nicht mitentscheiden?' Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Karten um Positionen von Frauen, Sklaven oder Metöken zu ergänzen und deren Perspektiven in die Diskussion einzubringen.

  • Während der Losverfahren-Simulation hören Sie Kommentare wie: 'Das Losverfahren war doch nur Glücksspiel!'

    Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler, warum das Losverfahren eingeführt wurde: 'Welche Probleme sollten durch die Zufallsziehung gelöst werden?' Lassen Sie sie in der Diskussion herausarbeiten, dass das Losverfahren Korruption verhindern und allen Bürgern eine faire Chance geben sollte.

  • Während der Stationenarbeit zum Reformen-Zeitstrahl notieren einige Schülerinnen und Schüler, dass Perikles die Demokratie 'erfunden' habe.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Zeitleiste zu überprüfen und die Reformen von Solon und Kleisthenes zu benennen. Bitten Sie sie, mit Pfeilen zu zeigen, wie Perikles auf den Vorarbeiten aufbaute – etwa durch die Erweiterung des Bürgerrechts oder die Förderung der Volksversammlung.


In dieser Übersicht verwendete Methoden