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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Erinnerungskultur im Wandel

Aktive Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur fördert nicht nur historische Kompetenz, sondern auch die Fähigkeit, eigene Haltungen zu reflektieren und gesellschaftliche Debatten einzuordnen. Durch konkrete Analyse- und Gestaltungsaufgaben wird der abstrakte Begriff der Erinnerungskultur für Schülerinnen und Schüler greifbar und relevant.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G: Grundlegende Kompetenzen, Reflexions- und OrientierungskompetenzKernlehrplan NRW S II: Sachkompetenz, Deutungskompetenz. Konstruktionscharakter von Geschichte erkennenKMK EPA Geschichte: Kompetenzbereich Reflexionskompetenz. die Multiperspektivität von Geschichte erkennen
20–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Museumsgang30 Min. · Partnerarbeit

Pärchenarbeit: Gedenkstätten analysieren

Schülerinnen und Schüler vergleichen Fotos und Beschreibungen zweier Gedenkstätten, z. B. Buchenwald und das Berliner Mahnmal. Sie notieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wirkung. Abschließend präsentieren sie ihre Erkenntnisse.

Analysieren Sie die Bedeutung von Gedenkstätten und Denkmälern für die Erinnerungskultur.

ModerationstippFordern Sie bei der Gedenkstättenanalyse die Schülerinnen und Schüler auf, bewusst nach Leerstellen oder impliziten Botschaften im Material zu suchen, um die Interpretationsbedürftigkeit zu verdeutlichen.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil einer Kommission, die über die Umgestaltung eines Denkmals für eine umstrittene historische Figur entscheidet. Welche Kriterien würden Sie anlegen, um zu entscheiden, ob das Denkmal erhalten, umgestaltet oder entfernt werden soll? Begründen Sie Ihre Entscheidung anhand von Beispielen aus der aktuellen Debatte um das koloniale Erbe.'

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Museumsgang45 Min. · Ganze Klasse

Klassenrunde: Geschichtspolitik debattieren

Die Klasse diskutiert aktuelle Beispiele wie die Humboldt-Statue. Jede Schülerin und jeder Schüler bringt eine Position ein. Der Fokus liegt auf Argumentation und Gegenpositionen.

Erklären Sie die Herausforderungen der Erinnerung an den Holocaust in einer sich wandelnden Gesellschaft.

ModerationstippSteuern Sie die Klassenrunde zur Geschichtspolitik, indem Sie gezielt provokante Zitate oder kontroverse Denkmalsbeispiele einbringen, um die Diskussion zu vertiefen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten die Aufgabe, auf einem Zettel eine aktuelle Debatte zur Erinnerungskultur zu beschreiben (z.B. eine Denkmalsdiskussion, eine neue Ausstellung). Sie sollen kurz erläutern, welche historischen Ereignisse im Fokus stehen und welche unterschiedlichen Perspektiven in der Debatte sichtbar werden.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Museumsgang20 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Persönliche Erinnerungskarte

Jede Schülerin und jeder Schüler erstellt eine Mindmap zu ihrer eigenen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Sie integrieren Medienberichte und familiäre Erzählungen. Im Plenum teilen sie ausgewählte Aspekte.

Bewerten Sie die Rolle der Geschichtspolitik in der heutigen Zeit.

ModerationstippGeben Sie bei der persönlichen Erinnerungskarte konkrete Leitfragen vor, die den Bogen zwischen individueller Erinnerung und kollektivem Gedächtnis schlagen.

Worauf zu achten istDer Lehrer präsentiert zwei kurze Texte, die unterschiedliche Deutungen eines historischen Ereignisses (z.B. die Rolle der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg) anbieten. Die Schülerinnen und Schüler identifizieren die zentralen Argumente beider Texte und benennen, welche Aspekte der Erinnerungskultur hier besonders deutlich werden.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Museumsgang60 Min. · Kleingruppen

Gruppenprojekt: Virtueller Gedenkweg

Kleine Gruppen planen einen digitalen Rundgang durch Gedenkstätten mit Erklärvideos. Sie recherchieren historische Kontexte und aktuelle Debatten. Das Ergebnis wird in der Klasse vorgestellt.

Analysieren Sie die Bedeutung von Gedenkstätten und Denkmälern für die Erinnerungskultur.

ModerationstippBegrenzen Sie beim virtuellen Gedenkweg die Auswahlmöglichkeiten der Stationen, um Überforderung zu vermeiden, und fordern Sie eine klare Recherche-Strategie ein.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil einer Kommission, die über die Umgestaltung eines Denkmals für eine umstrittene historische Figur entscheidet. Welche Kriterien würden Sie anlegen, um zu entscheiden, ob das Denkmal erhalten, umgestaltet oder entfernt werden soll? Begründen Sie Ihre Entscheidung anhand von Beispielen aus der aktuellen Debatte um das koloniale Erbe.'

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erinnerungskultur funktioniert am besten als lebendiger Prozess, nicht als feststehende Erzählung. Vermeiden Sie daher eine rein chronologische Darstellung, sondern arbeiten Sie mit Widersprüchen und offenen Fragen. Nutzen Sie die Ambivalenz von Gedenkstätten als Lernanlass: Sie sind weder neutral noch eindeutig, sondern spiegeln immer gesellschaftliche Aushandlungsprozesse wider. Aktuelle Debatten – etwa um koloniale Spuren in Denkmälern – zeigen, dass Erinnerungskultur ständig neu verhandelt wird und Schülerinnen und Schüler darin bestärken sollte, selbst Position zu beziehen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerungskultur erkennen, ihre eigenen Deutungen begründen können und die politischen und emotionalen Dimensionen von Gedenkstätten sowie Denkmälern differenziert beschreiben. Sie nutzen Fachbegriffe präzise und argumentieren sachlich in kontroversen Themen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Pärchenarbeit zur Analyse von Gedenkstätten, achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler nicht annehmen, Erinnerungskultur folge einem einheitlichen Muster. Fordern Sie sie auf, gezielt nach Beispielen für Konflikte oder Unterschiede in der Aufarbeitung zu suchen.

    Nutzen Sie die Pärchenarbeit, um bewusst widersprüchliche Materialien (z.B. Ausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten) zu vergleichen. Fragen Sie: Welche Gruppe der Gesellschaft wird hier besonders betont, welche marginalisiert?

  • Während der Pärchenarbeit zur Analyse von Gedenkstätten, beobachten Sie, ob Schülerinnen und Schüler die emotionale Dimension von Erinnerungskultur unterschätzen. Fragen Sie gezielt nach der Wirkung von Bildern, Texten oder räumlichen Anordnungen.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die affektive Gestaltung von Gedenkstätten: Wie wird Trauer, Scham oder Stolz inszeniert? Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler Beispiele nennen, wo Emotionen bewusst eingesetzt werden.

  • Während der individuellen Reflexion zur persönlichen Erinnerungskarte, achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler Erinnerungskultur nicht als Thema für ältere Generationen abtun. Fragen Sie nach eigenen Bezügen oder Familiengeschichten.

    Nutzen Sie die Erinnerungskarte, um Brücken zu schlagen: Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, eine Erinnerung aus ihrer Familie oder ihrem Umfeld zu beschreiben und zu erklären, wie diese mit kollektiven Erinnerungsprozessen verknüpft ist.


In dieser Übersicht verwendete Methoden