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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Alltag an der Mauer und Fluchtversuche

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil das Thema emotionale und praktische Erfahrungen erfordert. Die Schülerinnen und Schüler begreifen die Teilung und die Risiken von Fluchtversuchen erst durch selbstständiges Erarbeiten, Anfassen und Perspektivwechsel. Die Kombination aus Quellenarbeit, Rollenspiel und Kartenarbeit macht abstrakte historische Fakten direkt erlebbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 13.1: Deutschland nach 1945, Leben im geteilten DeutschlandKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 6, Nachkriegszeit, deutsche Teilung und internationale Entwicklungen. Leben in der DDR
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Quellen zum Alltag

Richten Sie vier Stationen ein: Alltagsbeschreibungen aus Ost-Berlin, Fluchtberichte, Propaganda-Fotos, Karten der Grenze. Gruppen notieren Beobachtungen und diskutieren in Plenum. Ergänzen Sie mit Primärquellen aus Archiven.

Analysieren Sie die Auswirkungen der Mauer auf den Alltag der Menschen in Berlin und Deutschland.

ModerationstippBei der Stationenrotation achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler die Quellen nicht nur lesen, sondern auch in Kleingruppen diskutieren und mit den bereitgestellten Materialien (z.B. Fotos, Statistiken) verknüpfen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine kurze Quelle (z.B. einen Zeitzeugenbericht, einen Zeitungsartikel von 1961, ein Stasi-Protokoll). Die Gruppen diskutieren und beantworten folgende Fragen: Welche Perspektive wird deutlich? Welche Emotionen werden geweckt? Wie unterscheidet sich diese Darstellung von der offiziellen DDR-Linie?

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Fluchtplanung

Teilen Sie Rollen zu: Flüchtling, Grenzer, Familienmitglied. Gruppen planen eine Flucht mit begrenzten Mitteln und präsentieren Risiken. Abschließende Reflexion zu Erfolgschancen.

Erklären Sie die Risiken und Methoden der Fluchtversuche aus der DDR.

ModerationstippIm Rollenspiel zur Fluchtplanung geben Sie klare Rollen vor, aber lassen Sie Raum für spontane Entscheidungen, um die Unsicherheit und den Druck der historischen Situation nachzuempfinden.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einem Zettel zwei Hauptgründe zu nennen, warum Menschen trotz der enormen Gefahren versuchten, aus der DDR zu fliehen. Geben Sie ihnen eine kurze Frist von 5 Minuten für die Beantwortung.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Kartenarbeit: Grenzanlagen

Schüler markieren Mauerabschnitte auf Karten und notieren Todesfälle pro Meter. Paare vergleichen mit heutigen Satellitenbildern und diskutieren Symbolik.

Bewerten Sie die Rolle der Grenzanlagen als Symbol der Teilung.

ModerationstippBei der Kartenarbeit zu den Grenzanlagen fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, nicht nur die Standorte von Wachtürmen und Todesstreifen zu markieren, sondern auch ihre Funktionen und Auswirkungen auf den Alltag zu beschreiben.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Reihe von Aussagen zur Berliner Mauer und zu Fluchtversuchen auf (z.B. 'Der Schießbefehl galt für alle Grenzsoldaten', 'Tunnelbau war die einzige erfolgreiche Fluchtmethode'). Die Schülerinnen und Schüler stimmen mit 'wahr' oder 'falsch' ab und begründen kurz ihre Wahl.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Zeitzeugen-Debatte

Lesen Sie Auszüge aus Berichten vor. Ganze Klasse debattiert: War die Mauer Schutz oder Gefängnis? Moderieren Sie mit Pro/Contra-Karten.

Analysieren Sie die Auswirkungen der Mauer auf den Alltag der Menschen in Berlin und Deutschland.

ModerationstippEröffnen Sie die Zeitzeugen-Debatte mit einer kurzen Einführung in die Methode, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sachlich und respektvoll diskutieren.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine kurze Quelle (z.B. einen Zeitzeugenbericht, einen Zeitungsartikel von 1961, ein Stasi-Protokoll). Die Gruppen diskutieren und beantworten folgende Fragen: Welche Perspektive wird deutlich? Welche Emotionen werden geweckt? Wie unterscheidet sich diese Darstellung von der offiziellen DDR-Linie?

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit persönlichen Perspektiven, um die emotionale Betroffenheit zu wecken, bevor sie die historischen und politischen Zusammenhänge vertiefen. Vermeiden Sie eine rein chronologische Abfolge, sondern verknüpfen Sie die Inhalte mit aktuellen Bezügen, wie z.B. der Bedeutung von Grenzen heute. Nutzen Sie gezielt die Methode des Perspektivwechsels, um Empathie zu fördern und die Komplexität der Teilung zu verdeutlichen. Wichtig ist es, die Schülerinnen und Schüler nicht mit zu vielen Details zu überfordern, sondern zentrale Konzepte wie Überwachung, Familienzerrissenheit und Risikobereitschaft herauszuarbeiten.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Komplexität der Grenzanlagen verstehen, Fluchtmethoden und ihre Gefahren differenziert bewerten und die humanen Kosten der Teilung aus verschiedenen Perspektiven darstellen können. Sie begründen ihre Urteile mit konkreten Quellen und erkennen die politischen und menschlichen Dimensionen des Themas.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation halten einige Schülerinnen und Schüler die Berliner Mauer für eine einfache Betonwand.

    Nutzen Sie die bereitgestellten Modelle und Quellen wie Stasi-Berichte oder Fotografien der Grenzanlagen, um den Unterschied zwischen einer Betonwand und der realen Anlage mit Stacheldraht, Todesstreifen und Wachtürmen zu verdeutlichen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Komplexität selbstständig in einer Tabelle zusammenfassen.

  • Im Rollenspiel zur Fluchtplanung unterschätzen Schülerinnen und Schüler die Risiken und gehen von einer hohen Erfolgsquote aus.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, während des Rollenspiels konkrete Konsequenzen (z.B. Schießbefehl, Strafe für Helfer) zu benennen und in einer Risikomatrix zu bewerten. Die Simulation soll zeigen, dass selbst gut geplante Fluchten oft scheiterten.

  • Während der Zeitzeugen-Debatte nehmen einige Schülerinnen und Schüler an, Westdeutschland habe alle Flüchtlinge ohne Bedingungen aufgenommen.

    Nutzen Sie Quellen wie Protokolle der Bundesregierung oder Berichte von Flüchtlingslagern, um die Bürokratie und den Spionageverdacht zu verdeutlichen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in der Debatte die offizielle Linie mit den tatsächlichen Erfahrungen vergleichen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden