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Geschichte · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Die Rolle der Sowjetunion beim Ende der DDR

Aktive Lernformate ermöglichen es den Schülern, die komplexen Zusammenhänge zwischen Gorbatschows Reformpolitik und der DDR-Entwicklung konkret zu erleben. Durch Perspektivwechsel und Quellenarbeit verstehen sie, warum die Sowjetunion 1989/90 nicht eingriff – obwohl die Proteste oft als Überraschung dargestellt werden. So wird abstrakte Politikgeschichte greifbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzUrteilskompetenz
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Gorbatschow-Reden

Richten Sie Stationen mit Auszügen aus Gorbatschows Reden ein (z. B. 1989 in der DDR). Gruppen notieren Einfluss auf SED und Proteste, diskutieren 5 Minuten pro Station und präsentieren. Ergänzen Sie mit Karten zu UdSSR-Reformen.

Erklären Sie, wie die Reformpolitik Gorbatschows die Handlungsspielräume der SED-Führung einschränkte.

ModerationstippStellen Sie bei den Gorbatschow-Reden sicher, dass jede Gruppe einen anderen Aspekt (z.B. Wirtschaft, Außenpolitik, Ideologie) analysiert, um die Vielfalt der Reformen zu erfassen.

Worauf zu achten istLehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Mitglied des Politbüros der SED im Herbst 1989. Welche Argumente würden Sie Gorbatschow vorbringen, um ihn von einer Intervention zugunsten der DDR zu überzeugen? Welche Gegenargumente könnten Sie von ihm erwarten?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: SED-Gipfel 1989

Teilen Sie Rollen zu (SED-Politbüro, Gorbatschow-Botschafter, Demonstranten). Gruppen simulieren Verhandlungen über Reformen und Nichteinmischung, protokollieren Entscheidungen und bewerten Auswirkungen.

Analysieren Sie die Gründe für die Nichteinmischung der Sowjetunion bei den Protesten in der DDR.

ModerationstippIm Rollenspiel zum SED-Gipfel 1989 lenken Sie die Diskussion, indem Sie gezielt provokante Fragen stellen, die die Schüler zwingen, ihre Position zu begründen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält eine Karte mit einer der beiden Kernfragen: 'Wie schränkte Gorbatschows Reformpolitik die Handlungsspielräume der SED ein?' oder 'Warum griff die Sowjetunion 1989/90 nicht in die DDR-Proteste ein?'. Die Schüler verfassen eine kurze Antwort (3-4 Sätze) auf ihrer Karte.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Gründe der Untätigkeit

Formen Sie Pro- und Contra-Teams zu Thesen wie 'Gorbatschow wollte die DDR schwächen'. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert debattiert 20 Minuten, Klasse stimmt ab und begründet.

Beurteilen Sie die Bedeutung der sowjetischen Haltung für den friedlichen Verlauf der Revolution.

ModerationstippBei der Debatte zu den Gründen der Untätigkeit achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur Meinungen austauschen, sondern konkrete historische Belege aus den Quellen einbringen.

Worauf zu achten istDie Lehrkraft präsentiert drei kurze Zitate von Zeitzeugen oder Politikern aus dem Herbst 1989, die unterschiedliche Sichtweisen auf die Rolle der Sowjetunion oder Gorbatschows zeigen. Die Schüler ordnen jedem Zitat die wahrscheinlichste Perspektive zu (z.B. SED-Hardliner, Gorbatschow-Unterstützer, westlicher Beobachter) und begründen kurz.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse35 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Konstruktion: UdSSR-Einfluss

Individuen sammeln Ereignisse (Perestroika-Start, Mauerfall), gruppieren sie thematisch und verknüpfen mit DDR-Protesten. Gemeinsam bauen sie einen interaktiven Zeitstrahl mit Karten.

Erklären Sie, wie die Reformpolitik Gorbatschows die Handlungsspielräume der SED-Führung einschränkte.

Worauf zu achten istLehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Mitglied des Politbüros der SED im Herbst 1989. Welche Argumente würden Sie Gorbatschow vorbringen, um ihn von einer Intervention zugunsten der DDR zu überzeugen? Welche Gegenargumente könnten Sie von ihm erwarten?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass das Thema nur durch Perspektivwechsel und Quellenarbeit wirklich verstanden wird. Vermeiden Sie es, die Rolle der Sowjetunion als rein passiv oder aktiv darzustellen – die Entscheidungen Moskaus waren strategisch und situativ. Nutzen Sie die Debatte und das Rollenspiel, um die Schüler zu zwingen, eigene Positionen zu vertreten und historische Argumente zu prüfen. So entwickeln sie ein differenziertes Geschichtsbild, das über Klischees hinausgeht.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schüler die Wechselwirkungen zwischen Perestroika, Glasnost und der DDR-Krise erklären können. Sie analysieren Dokumente zielgerichtet, argumentieren in Rollenspielen überzeugend aus verschiedenen Perspektiven und bewerten die sowjetische Haltung differenziert. Am Ende können sie die Bedeutung Moskaus für den friedlichen Verlauf der Revolution begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Quellenstationen zu Gorbatschow-Reden könnte die Annahme aufkommen, dass die Sowjetunion die DDR erhalten wollte.

    Während der Quellenstationen vergleichen die Schüler Gorbatschows Reden mit den tatsächlichen Reformen. Weisen Sie darauf hin, dass die Schüler in ihren Analysen explizit nach Widersprüchen suchen sollen, z.B. zwischen der Betonung der 'sozialistischen Gemeinschaft' und der Forderung nach 'Offenheit'.

  • Bei der Auswertung der Quellen könnte die Meinung entstehen, die UdSSR habe keine Macht mehr gehabt, in die DDR einzugreifen.

    Im Rollenspiel zum SED-Gipfel 1989 müssen die Schüler als sowjetische Vertreter strategische Gründe für die Untätigkeit nennen. Lenken Sie die Diskussion darauf, dass die Schüler hier argumentieren, warum Moskau trotz militärischer und politischer Optionen nicht handelte.

  • Bei der Debatte zu den Gründen der Untätigkeit könnte die Auffassung entstehen, die Proteste hätten die Sowjetunion völlig überrascht.

    Während der Debatte verweisen Sie die Schüler auf die Quellen aus den Stationen, die Hinweise auf sowjetische Informationskanäle enthalten. Fordern Sie sie auf, diese Belege zu nutzen, um die These der 'Überraschung' zu widerlegen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden