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Geschichte · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Die Dritte Welt im Kalten Krieg

Aktive Lernformen sind hier besonders wirksam, weil sie Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die komplexen globalen Machtverhältnisse im Kalten Krieg durch eigenes Handeln zu begreifen. Die Themen Blockfreiheit und Stellvertreterkonflikte werden greifbar, wenn sie nicht nur gehört, sondern durch Rollenspiele, Kartenarbeit oder Diskussionen selbst erarbeitet werden.

KMK BildungsstandardsOrientierungskompetenzSachkompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Blockfreie und Konflikte

Richten Sie vier Stationen ein: Entstehung der Blockfreien (Quellen zu Bandung), Stellvertreterkriege (Karten zu Vietnam/Angola), Supermacht-Strategien (Primärquellen), Folgen (Statistiken zu Entwicklung). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Erkenntnisse und präsentieren.

Erklären Sie die Entstehung und Ziele der Bewegung der Blockfreien Staaten.

ModerationstippIn der Kartenarbeit die Schüler auffordern, nicht nur zu markieren, sondern auch eine kurze Begründung für ihre Markierung zu notieren – das fördert die Reflexion über die geografischen Machtverhältnisse.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe eine Karteikarte mit einem spezifischen Stellvertreterkonflikt (z.B. Korea, Vietnam, Angola). Die Gruppen diskutieren und präsentieren kurz: Wer waren die Hauptakteure? Welche Supermacht unterstützte wen und warum? Welche Folgen hatte der Konflikt für das Land selbst?

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Blockfreien-Konferenz

Teilen Sie Rollen aus (z.B. Nehru, Nasser, Tito). Schüler bereiten Positionen vor, verhandeln Ziele und simulieren Debatten über Neutralität. Abschließende Reflexion: War Neutralität machbar?

Analysieren Sie, wie Entwicklungsländer zum Schauplatz von Stellvertreterkonflikten wurden.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einem Zettel zwei Sätze schreiben: 1. Nennen Sie ein wichtiges Ziel der Blockfreien Bewegung und erklären Sie es kurz. 2. Beschreiben Sie eine konkrete Auswirkung der Supermacht-Einmischung auf ein Entwicklungsland.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Kartenarbeit: Einflusssphären

Schüler markieren auf Weltkarten Stellvertreterkonflikte, US-/USSR-Einfluss und blockfreie Staaten. Gemeinsam analysieren sie Muster und diskutieren Auswirkungen auf Entwicklungsländer.

Beurteilen Sie die langfristigen Folgen der Einmischung der Supermächte in die Dritte Welt.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste von Begriffen bereit (z.B. Bandung-Konferenz, Stellvertreterkrieg, Dekolonisation, Neutralität). Bitten Sie die Schüler, jeden Begriff mit einer kurzen Erklärung in eigenen Worten zu verbinden, um ihr Verständnis der Kernkonzepte zu überprüfen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse40 Min. · Kleingruppen

Expertenjury: Folgen bewerten

Gruppen werden Experten für einen Konflikt (z.B. Kuba), sammeln Daten zu Folgen und präsentieren vor der Klasse. Klasse bewertet in Jury-Form die langfristigen Auswirkungen.

Erklären Sie die Entstehung und Ziele der Bewegung der Blockfreien Staaten.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe eine Karteikarte mit einem spezifischen Stellvertreterkonflikt (z.B. Korea, Vietnam, Angola). Die Gruppen diskutieren und präsentieren kurz: Wer waren die Hauptakteure? Welche Supermacht unterstützte wen und warum? Welche Folgen hatte der Konflikt für das Land selbst?

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass dieses Thema oft mit vereinfachten Vorstellungen von Neutralität oder Entwicklungshilfe einhergeht. Wichtig ist, durch gezielte Materialien und Fragen die Komplexität zu betonen: Blockfreiheit war ein Ideal, aber selten eine Realität. Vermeiden Sie es, die Blockfreien Staaten als einheitliche Gruppe darzustellen – ihre Strategien und Abhängigkeiten unterschieden sich stark.

Am Ende des Stationenlernens und der Rollenspiele sollen die Schülerinnen und Schüler die Ziele der Blockfreien Bewegung erklären und konkrete Beispiele für Stellvertreterkonflikte in Entwicklungsländern nennen können. Erfolg zeigt sich in nuancierten Antworten, die sowohl die Neutralitätsideale als auch die realen Abhängigkeiten benennen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels zur Blockfreien-Konferenz könnte der Eindruck entstehen, dass die blockfreien Staaten vollständig neutral und unabhängig waren.

    Nutzen Sie die Rollenkarten und die anschließende Reflexionsrunde, um gezielt nach wirtschaftlichen oder militärischen Abhängigkeiten zu fragen – z.B. Jugoslawiens Beziehung zur Sowjetunion oder Indiens Position im Chinesisch-Indischen Krieg.

  • Während der Kartenarbeit zur Einflusssphären könnte die Annahme aufkommen, der Kalte Krieg habe sich auf Europa und Nordamerika beschränkt.

    Lassen Sie die Schüler ihre Karten mit historischen Beispielen wie Vietnam oder Angola vergleichen und gezielt nachfragen, warum gerade diese Regionen zu Schauplätzen wurden.

  • Während der Expertenjury zu den Folgen der Supermacht-Einmischung könnte die These entstehen, dass diese Einmischung der Entwicklung der Dritten Welt half.

    Fordern Sie die Schüler auf, die präsentierten Quellen kritisch zu hinterfragen und alternative Perspektiven – z.B. von lokalen Akteuren – einzubeziehen, um einseitige Darstellungen zu erkennen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden