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Geographie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Landgrabbing und Ernährungssicherheit

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Landgrabbing ein komplexes, global vernetztes Thema ist. Schülerinnen und Schüler verstehen globale Zusammenhänge besser, wenn sie sie durch Fallbeispiele, Perspektivwechsel und konkrete Handlungen erleben.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - SystemcheckKMK: Sekundarstufe I - Beurteilung
40–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Fallbeispiele Landgrabbing

Richten Sie vier Stationen ein: Ursachen (Infoblätter zu Krisen), Folgen (Videos von Betroffenen), Akteure (Profile von Konzernen) und Lösungen (Rechtstexte). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen und diskutieren in Plenum. Ergänzen Sie mit Weltkarten zur Visualisierung.

Erklären Sie die Ursachen und Folgen von Landgrabbing in Entwicklungsländern.

ModerationstippFordern Sie die Schülerinnen und Schüler während der Stationenrotation auf, bei jedem Fallbeispiel Notizen zu den Akteuren, ihren Interessen und den Konsequenzen zu machen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Investoren und lokale Bauern. Lassen Sie jede Gruppe Argumente für ihre Position bezüglich einer fiktiven Landinvestition sammeln. Leiten Sie eine Debatte, in der die Schüler ihre erarbeiteten Argumente austauschen und nach Kompromissen suchen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Verhandlungen um Land

Teilen Sie Rollen zu: lokale Bauern, Investoren, NGOs, Regierungsvertreter. Gruppen bereiten Argumente vor, führen 15-minütige Verhandlungen und einigen sich auf einen Vertrag. Abschließende Reflexion: Welche Rechte wurden gestärkt?

Beurteilen Sie die Rolle internationaler Investoren und Konzerne bei der Landaneignung.

ModerationstippBeobachten Sie die Verhandlungen im Rollenspiel genau: Achten Sie darauf, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Rollen ernst nehmen und die Argumente auf Fakten basieren.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte die drei wichtigsten Folgen von Landgrabbing für die Ernährungssicherheit aufzulisten und einen konkreten Vorschlag zu machen, wie die Rechte von Kleinbauern gestärkt werden könnten.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Projektbasiertes Lernen60 Min. · Partnerarbeit

Projektbasiertes Lernen: Eigene Lösungsansätze

In Paaren recherchieren Schüler einen Landgrabbing-Fall online, bewerten Auswirkungen auf Ernährungssicherheit und entwerfen einen Aktionsplan. Präsentation mit Plakaten oder Digitalfolien, Peer-Feedback rundet ab.

Entwickeln Sie Lösungsansätze, um die Rechte lokaler Bauern zu stärken und Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

ModerationstippLegen Sie für die Whole Class Debatte klare Redezeiten fest, damit auch zurückhaltende Schülerinnen und Schüler ihre Argumente einbringen können.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine kurze Fallstudie über ein reales Landgrabbing-Projekt vor. Lassen Sie sie anschließend in Partnerarbeit die Hauptakteure identifizieren und die primären Konfliktpunkte benennen.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Pro und Contra

Teilen Sie die Klasse in Befürworter (Wirtschaftswachstum) und Gegner (Rechte lokaler Bauern). Jede Seite bereitet Reden vor, moderiertes Duell mit Abstimmung. Schüler notieren Argumente für eigene Bewertung.

Erklären Sie die Ursachen und Folgen von Landgrabbing in Entwicklungsländern.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Investoren und lokale Bauern. Lassen Sie jede Gruppe Argumente für ihre Position bezüglich einer fiktiven Landinvestition sammeln. Leiten Sie eine Debatte, in der die Schüler ihre erarbeiteten Argumente austauschen und nach Kompromissen suchen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass Landgrabbing am besten über konkrete Beispiele und Perspektivübernahmen vermittelt wird. Vermeiden Sie abstrakte Erklärungen – stattdessen sollten Schülerinnen und Schüler selbst recherchieren, diskutieren und handeln. Nutzen Sie aktuelle Daten und Fallstudien, um die Relevanz des Themas zu unterstreichen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler die Ursachen und Folgen von Landgrabbing erklären können und dabei sowohl lokale als auch globale Perspektiven einnehmen. Sie sollen in der Lage sein, Lösungsansätze zu entwickeln und ihre Argumente sachlich zu vertreten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Verhandlungen um Land' könnte der Eindruck entstehen, dass Landgrabbing immer positive Effekte hat.

    Nutzen Sie die Vorbereitungsphase des Rollenspiels, um den Schülerinnen und Schülern reale Daten zu Arbeitsbedingungen und Umweltfolgen zu geben. Fordern Sie sie auf, diese in ihren Argumenten zu berücksichtigen.

  • Während der Stationenrotation 'Fallbeispiele Landgrabbing' wird möglicherweise angenommen, dass nur westliche Länder Landgrabbing betreiben.

    Stellen Sie in der Stationenrotation auch Fallbeispiele aus China, Indien oder dem Golfraum bereit und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler globale Vernetzungen erkennen.

  • Während der Whole Class Debatte könnte der Eindruck entstehen, dass lokale Bauern immer direkt von Investitionen profitieren.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in der Debatte Quellen zu prüfen und langfristige Folgen für Ernährungssicherheit zu bewerten. Verwenden Sie dazu die Debattenmaterialien mit lokalen Fallstudien.


In dieser Übersicht verwendete Methoden