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Geographie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Fischerei und Überfischung der Meere

Aktive Methoden machen die komplexen Zusammenhänge von Überfischung für Jugendliche greifbar. Durch Simulationen, Debatten und konkrete Konsumentscheidungen erleben Lernende die Dynamik von Ressourcenverbrauch und ökologischen Folgen am eigenen Leib statt abstrakt aus Lehrbüchern.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - SystemcheckKMK: Sekundarstufe I - Beurteilung
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel45 Min. · Kleingruppen

Planspiel: Fischbestandsmodell

Teilen Sie Karten mit Fischpopulationen aus und lassen Sie Gruppen 'Fischerei-Runden' simulieren, indem sie Fangmengen ziehen. Passen Sie Bestände basierend auf Reproduktionsraten an und visualisieren Sie den Kollaps. Diskutieren Sie am Ende Schutzstrategien.

Analysieren Sie die Ursachen und Folgen der globalen Überfischung.

ModerationstippLassen Sie die Schüler im Fischbestandsmodell zunächst frei experimentieren, bevor Sie gezielt Fragen zu Reproduktionsraten und Altersstrukturen stellen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in vier Gruppen ein: Fischer, Umweltschützer, Politik (EU-Kommission), Verbraucher. Geben Sie jeder Gruppe eine kurze Beschreibung ihrer Interessen und Ziele. Lassen Sie die Gruppen über die Einführung einer neuen Fangquote für Makrele diskutieren und verhandeln. Fragen Sie am Ende: Welche Kompromisse mussten eingegangen werden und warum?

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Für und gegen Fangquoten

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Contra-Teams ein. Jede Seite bereitet Argumente mit Daten vor, moderiert durch Flipcharts. Abschließende Abstimmung und Reflexion zur Wirksamkeit.

Bewerten Sie die Effektivität internationaler Abkommen und Fangquoten.

ModerationstippBeziehen Sie bei der Debatte über Fangquoten konkrete Fallzahlen aus den Recherche-Stationen ein, um die Argumente sachlich zu untermauern.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine Tabelle mit drei verschiedenen Fischarten (z.B. Lachs, Thunfisch, Scholle) und deren typischen Fangmethoden (z.B. Stellnetzfischerei, Ringwadenfischerei, Grundschleppnetzfischerei) zur Verfügung. Bitten Sie die Schüler, für jede Fischart die wahrscheinlichste Fangmethode und eine daraus resultierende ökologische Auswirkung (z.B. Beifang, Bodenschädigung) zuzuordnen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Forschungskreis40 Min. · Kleingruppen

Recherche-Stationen: Abkommen im Fokus

Richten Sie Stationen zu UN-Abkommen, EU-Quoten und MSC ein. Gruppen sammeln Fakten, erstellen Infoposter und präsentieren. Ergänzen Sie mit Konsumanalyse eigener Einkäufe.

Entwickeln Sie Vorschläge für einen nachhaltigeren Fischkonsum und Meeresschutz.

ModerationstippGeben Sie den Gruppen für die Konsum-Challenge klare Kriterien (z.B. MSC-Siegel, regionale Alternativen) mit auf den Weg, damit die Entscheidungen nicht beliebig wirken.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einem Zettel zwei Hauptursachen für die Überfischung zu nennen und einen konkreten Vorschlag zu formulieren, wie sie persönlich ihren Fischkonsum nachhaltiger gestalten könnten.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Forschungskreis30 Min. · Partnerarbeit

Konsum-Challenge: Nachhaltiges Menü

Individuell planen Schüler wöchentliche Menüs mit nachhaltigem Fischanteil. In Paaren austauschen, bewerten und klassenweit abstimmen über machbare Vorschläge.

Analysieren Sie die Ursachen und Folgen der globalen Überfischung.

ModerationstippFordern Sie bei der Simulation zunächst einfache Strategien (z.B. feste Fangmengen), bevor Sie die Komplexität durch Marktmechanismen oder Schwarzbefischung erhöhen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in vier Gruppen ein: Fischer, Umweltschützer, Politik (EU-Kommission), Verbraucher. Geben Sie jeder Gruppe eine kurze Beschreibung ihrer Interessen und Ziele. Lassen Sie die Gruppen über die Einführung einer neuen Fangquote für Makrele diskutieren und verhandeln. Fragen Sie am Ende: Welche Kompromisse mussten eingegangen werden und warum?

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrungsgemäß gelingt die Thematisierung besser, wenn Sie nicht mit moralischen Appellen beginnen, sondern mit einer neutralen Bestandsaufnahme. Beginnen Sie mit lokalen Bezügen (z.B. Fischtheke im Supermarkt um die Ecke), um die globale Dimension verständlich zu machen. Vermeiden Sie dabei eine zu starke Polarisierung zwischen Gut und Böse. Stattdessen sollten Schüler selbst die Widersprüche in der Diskussion erkennen, etwa zwischen Überlebensnotwendigkeit lokaler Fischer und langfristiger Ressourcensicherung. Aktuelle Daten und echte Fallbeispiele (z.B. EU-Fischereipolitik) wirken nachhaltiger als theoretische Modelle allein.

Erfolg zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler systemische Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Politik und Ökologie herstellen. Sie sollen Ursachen und Folgen nicht nur benennen, sondern in Rollen und Simulationen argumentativ vertreten und nachhaltige Handlungsoptionen entwickeln können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Simulation 'Fischbestandsmodell' wird oft angenommen, dass sich Fischbestände schnell von Überfischung erholen.

    Beobachten Sie in der Simulation, wie die Schüler auf leere Bestände reagieren. Fragen Sie gezielt nach der Altersstruktur der Fische und der Zeitspanne, bis neue Generationen herangewachsen sind. Nutzen Sie die Auswertungsphase, um die Langsamkeit natürlicher Regeneration mit konkreten Daten zu belegen.

  • Während der Konsum-Challenge wird Überfischung als Problem fernab des eigenen Handelns wahrgenommen.

    Achten Sie darauf, dass die Schüler in der Challenge die Herkunft ihres Schulessens oder regionaler Angebote recherchieren. Fragen Sie in der Abschlussrunde, wie ihr eigener Einkauf mit der Situation in fernen Fischereigebieten zusammenhängt.

  • Während der Debatte zu Fangquoten wird angenommen, dass Quoten allein die Überfischung lösen.

    Lenken Sie die Debatte gezielt auf die Umsetzungsschwierigkeiten. Fordern Sie die Gruppen auf, im Rollenspiel Schwarzbefischung oder politische Widerstände zu thematisieren und nach alternativen Lösungen zu suchen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden