Globale Wertschöpfungsketten verfolgen
Die Schülerinnen und Schüler verfolgen am Beispiel eines T-Shirts oder Smartphones den Weg vom Rohstoff zum Konsumenten.
Über dieses Thema
Globale Wertschöpfungsketten verfolgen bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler am Beispiel eines T-Shirts oder Smartphones den gesamten Produktionsweg nachzeichnen. Vom Rohstoffabbau, wie Baumwolle in Usbekistan oder Lithium in Australien, über die Verarbeitung in Fabriken in Bangladesch bis hin zum Verkauf in deutschen Geschäften lernen sie die vernetzte Welt kennen. Sie beantworten Fragen wie: Warum verteilt sich die Produktion über Kontinente? Welchen Einfluss haben Konzerne auf Umweltstandards? Wie fair ist die Gewinnverteilung?
Dieses Thema entspricht den KMK-Standards für Sekundarstufe I im Systemcheck und Fachwissen. Es verbindet Geographie mit Wirtschaftswissen und schult systemisches Denken. Schüler erkennen Abhängigkeiten zwischen Ländern, soziale Ungleichheiten und ökologische Folgen, etwa Wasserverschwendung oder CO2-Emissionen durch Transport.
Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da abstrakte Ketten durch Modelle und Rollenspiele konkret werden. Schüler bauen Ketten mit Karten oder Kartenmustern nach, diskutieren Rollen und kalkulieren Kosten. Solche Methoden machen Zusammenhänge erlebbar, fördern Diskussion und bleibendes Wissen.
Leitfragen
- Warum wird ein Produkt oft über mehrere Kontinente hinweg gefertigt?
- Welchen Einfluss haben multinationale Konzerne auf nationale Umweltstandards?
- Wie gerecht ist die Verteilung des Gewinns entlang der Produktionskette?
Lernziele
- Analysieren Sie die einzelnen Produktionsschritte eines T-Shirts oder Smartphones und ordnen Sie sie geografischen Regionen zu.
- Erklären Sie die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen der globalen Arbeitsteilung anhand von Beispielen entlang der Wertschöpfungskette.
- Bewerten Sie die Verteilung von Gewinn und Arbeitsbedingungen entlang der Produktionskette eines Konsumgutes.
- Vergleichen Sie die Umweltstandards in verschiedenen Produktionsländern und deren Einfluss auf multinationale Konzerne.
- Entwerfen Sie alternative, fairere Produktionsmodelle für ein ausgewähltes Produkt.
Bevor es losgeht
Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Globalisierungsprozessen ist notwendig, um die Vernetzung von Produktionsschritten über Ländergrenzen hinweg nachvollziehen zu können.
Warum: Grundkenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge helfen den Schülern, die Preisbildung und Gewinnverteilung entlang der Wertschöpfungskette zu verstehen.
Schlüsselvokabular
| Wertschöpfungskette | Die Summe aller Schritte, die ein Produkt von der Rohstoffgewinnung bis zum Endverbraucher durchläuft, wobei jeder Schritt einen Mehrwert schafft. |
| Global Sourcing | Die Beschaffung von Rohstoffen, Komponenten oder Dienstleistungen aus verschiedenen Ländern weltweit, um Kosten zu senken oder spezifische Ressourcen zu nutzen. |
| Fair Trade | Ein Handelssystem, das darauf abzielt, Produzenten in Entwicklungsländern gerechtere Preise und bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. |
| Lieferkettengesetz | Gesetzliche Regelungen, die Unternehmen verpflichten, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in ihren globalen Lieferketten einzuhalten. |
| Outsourcing | Die Auslagerung von Produktionsschritten oder Dienstleistungen an externe Unternehmen, oft in Länder mit niedrigeren Lohnkosten. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungProdukte entstehen komplett in einem Land.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Viele glauben, ein T-Shirt komme aus einer Fabrik in Deutschland. Aktive Kettenmodelle mit Weltkarten zeigen die Verteilung über Kontinente. Gruppenarbeit hilft, Vorstellungen zu korrigieren und reale Wege zu visualisieren.
Häufige FehlvorstellungGewinne werden gleichmäßig geteilt.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Schüler denken oft, alle Beteiligten profitieren gleich. Rollenspiele offenbaren Ungleichheiten, da Lieferanten wenig verdienen. Diskussionen stärken kritisches Denken und Verständnis für faire Verteilung.
Häufige FehlvorstellungUmweltstandards sind überall gleich hoch.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Viele unterschätzen den Einfluss von Konzernen. Rechercheaufgaben und Debatten zeigen Unterschiede. Peer-Feedback korrigiert dies durch Quellenvergleich.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenKettenbau: T-Shirt-Reise
Teilen Sie die Klasse in Gruppen auf. Jede Gruppe erhält Karten mit Stationen der Wertschöpfungskette eines T-Shirts. Schüler sortieren die Karten chronologisch, notieren Länder, Kosten und Umweltauswirkungen. Abschließend präsentieren sie die Kette und diskutieren Gewinnverteilung.
Rollenspiel: Konzernentscheidungen
Weisen Sie Rollen zu: Rohstofflieferant, Fabrikbesitzer, Konzernchef, Verbraucher. Gruppen verhandeln über Preise, Standards und Gewinne. Nach 20 Minuten spiegeln sie reale Ungleichheiten wider und debattieren Alternativen wie fairem Handel.
Recherche-Rallye: Smartphone-Kette
Schüler durchsuchen in Paaren Quellen zu einem Smartphone. Sie erstellen eine Mindmap mit Rohstoffen, Ländern und Kritikpunkten. Im Plenum teilen sie Funde und vergleichen Ketten.
Debatte: Globale vs. lokale Produktion
Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegen-Gruppen. Jede Seite bereitet Argumente zu Vorteilen und Nachteilen globaler Ketten vor. Moderierte Debatte mit Abstimmung schließt ab.
Bezüge zur Lebenswelt
- Die Textilindustrie in Bangladesch, wo viele globale Modemarken ihre Kleidung produzieren lassen, steht häufig wegen niedriger Löhne und unsicherer Arbeitsbedingungen in der Kritik. Unternehmen wie H&M oder Zara beziehen einen Großteil ihrer Ware aus dieser Region.
- Die Produktion von Smartphones involviert Rohstoffe wie seltene Erden aus Afrika und Asien, die Montage in China und den Verkauf weltweit. Apple und Samsung sind hier die dominierenden Akteure, deren Lieferketten komplex und global vernetzt sind.
- Die Debatte um das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz betrifft Unternehmen, die Produkte aus dem Ausland importieren. Es zwingt sie, die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards in ihren Lieferketten zu überprüfen, beispielsweise bei Kaffeeproduzenten in Kolumbien.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schüler erhalten eine Karte mit einem Produkt (z.B. T-Shirt, Smartphone). Sie notieren drei Länder, die typischerweise an der Produktion beteiligt sind, und ordnen jedem Land einen Produktionsschritt zu (z.B. Rohstoffgewinnung, Verarbeitung, Montage).
Stellen Sie die Frage: 'Welche Rolle spielen multinationale Konzerne bei der Festlegung von Umweltstandards in Produktionsländern?' Die Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren anschließend die wichtigsten Argumente.
Zeigen Sie eine Grafik einer vereinfachten Wertschöpfungskette. Bitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt die Begriffe 'Rohstoffgewinnung', 'Weiterverarbeitung', 'Montage' und 'Handel' den entsprechenden Kästchen zuzuordnen und die geografische Verteilung zu skizzieren.
Häufig gestellte Fragen
Wie erkläre ich globale Wertschöpfungsketten in Klasse 9?
Welchen Einfluss haben Konzerne auf Umweltstandards?
Wie kann aktives Lernen beim Thema Wertschöpfungsketten helfen?
Wie fair ist die Gewinnverteilung in Ketten?
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