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Geographie · Klasse 9 · Globalisierung: Vernetzte Welt · 1. Halbjahr

Globale Wertschöpfungsketten verfolgen

Die Schülerinnen und Schüler verfolgen am Beispiel eines T-Shirts oder Smartphones den Weg vom Rohstoff zum Konsumenten.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - SystemcheckKMK: Sekundarstufe I - Fachwissen

Über dieses Thema

Globale Wertschöpfungsketten verfolgen bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler am Beispiel eines T-Shirts oder Smartphones den gesamten Produktionsweg nachzeichnen. Vom Rohstoffabbau, wie Baumwolle in Usbekistan oder Lithium in Australien, über die Verarbeitung in Fabriken in Bangladesch bis hin zum Verkauf in deutschen Geschäften lernen sie die vernetzte Welt kennen. Sie beantworten Fragen wie: Warum verteilt sich die Produktion über Kontinente? Welchen Einfluss haben Konzerne auf Umweltstandards? Wie fair ist die Gewinnverteilung?

Dieses Thema entspricht den KMK-Standards für Sekundarstufe I im Systemcheck und Fachwissen. Es verbindet Geographie mit Wirtschaftswissen und schult systemisches Denken. Schüler erkennen Abhängigkeiten zwischen Ländern, soziale Ungleichheiten und ökologische Folgen, etwa Wasserverschwendung oder CO2-Emissionen durch Transport.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da abstrakte Ketten durch Modelle und Rollenspiele konkret werden. Schüler bauen Ketten mit Karten oder Kartenmustern nach, diskutieren Rollen und kalkulieren Kosten. Solche Methoden machen Zusammenhänge erlebbar, fördern Diskussion und bleibendes Wissen.

Leitfragen

  1. Warum wird ein Produkt oft über mehrere Kontinente hinweg gefertigt?
  2. Welchen Einfluss haben multinationale Konzerne auf nationale Umweltstandards?
  3. Wie gerecht ist die Verteilung des Gewinns entlang der Produktionskette?

Lernziele

  • Analysieren Sie die einzelnen Produktionsschritte eines T-Shirts oder Smartphones und ordnen Sie sie geografischen Regionen zu.
  • Erklären Sie die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen der globalen Arbeitsteilung anhand von Beispielen entlang der Wertschöpfungskette.
  • Bewerten Sie die Verteilung von Gewinn und Arbeitsbedingungen entlang der Produktionskette eines Konsumgutes.
  • Vergleichen Sie die Umweltstandards in verschiedenen Produktionsländern und deren Einfluss auf multinationale Konzerne.
  • Entwerfen Sie alternative, fairere Produktionsmodelle für ein ausgewähltes Produkt.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Globalisierung

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Globalisierungsprozessen ist notwendig, um die Vernetzung von Produktionsschritten über Ländergrenzen hinweg nachvollziehen zu können.

Wirtschaftliche Grundbegriffe (Angebot, Nachfrage, Preisbildung)

Warum: Grundkenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge helfen den Schülern, die Preisbildung und Gewinnverteilung entlang der Wertschöpfungskette zu verstehen.

Schlüsselvokabular

WertschöpfungsketteDie Summe aller Schritte, die ein Produkt von der Rohstoffgewinnung bis zum Endverbraucher durchläuft, wobei jeder Schritt einen Mehrwert schafft.
Global SourcingDie Beschaffung von Rohstoffen, Komponenten oder Dienstleistungen aus verschiedenen Ländern weltweit, um Kosten zu senken oder spezifische Ressourcen zu nutzen.
Fair TradeEin Handelssystem, das darauf abzielt, Produzenten in Entwicklungsländern gerechtere Preise und bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.
LieferkettengesetzGesetzliche Regelungen, die Unternehmen verpflichten, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in ihren globalen Lieferketten einzuhalten.
OutsourcingDie Auslagerung von Produktionsschritten oder Dienstleistungen an externe Unternehmen, oft in Länder mit niedrigeren Lohnkosten.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungProdukte entstehen komplett in einem Land.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele glauben, ein T-Shirt komme aus einer Fabrik in Deutschland. Aktive Kettenmodelle mit Weltkarten zeigen die Verteilung über Kontinente. Gruppenarbeit hilft, Vorstellungen zu korrigieren und reale Wege zu visualisieren.

Häufige FehlvorstellungGewinne werden gleichmäßig geteilt.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler denken oft, alle Beteiligten profitieren gleich. Rollenspiele offenbaren Ungleichheiten, da Lieferanten wenig verdienen. Diskussionen stärken kritisches Denken und Verständnis für faire Verteilung.

Häufige FehlvorstellungUmweltstandards sind überall gleich hoch.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele unterschätzen den Einfluss von Konzernen. Rechercheaufgaben und Debatten zeigen Unterschiede. Peer-Feedback korrigiert dies durch Quellenvergleich.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Die Textilindustrie in Bangladesch, wo viele globale Modemarken ihre Kleidung produzieren lassen, steht häufig wegen niedriger Löhne und unsicherer Arbeitsbedingungen in der Kritik. Unternehmen wie H&M oder Zara beziehen einen Großteil ihrer Ware aus dieser Region.
  • Die Produktion von Smartphones involviert Rohstoffe wie seltene Erden aus Afrika und Asien, die Montage in China und den Verkauf weltweit. Apple und Samsung sind hier die dominierenden Akteure, deren Lieferketten komplex und global vernetzt sind.
  • Die Debatte um das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz betrifft Unternehmen, die Produkte aus dem Ausland importieren. Es zwingt sie, die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards in ihren Lieferketten zu überprüfen, beispielsweise bei Kaffeeproduzenten in Kolumbien.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karte mit einem Produkt (z.B. T-Shirt, Smartphone). Sie notieren drei Länder, die typischerweise an der Produktion beteiligt sind, und ordnen jedem Land einen Produktionsschritt zu (z.B. Rohstoffgewinnung, Verarbeitung, Montage).

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Welche Rolle spielen multinationale Konzerne bei der Festlegung von Umweltstandards in Produktionsländern?' Die Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren anschließend die wichtigsten Argumente.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie eine Grafik einer vereinfachten Wertschöpfungskette. Bitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt die Begriffe 'Rohstoffgewinnung', 'Weiterverarbeitung', 'Montage' und 'Handel' den entsprechenden Kästchen zuzuordnen und die geografische Verteilung zu skizzieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkläre ich globale Wertschöpfungsketten in Klasse 9?
Beginnen Sie mit einem greifbaren Beispiel wie einem T-Shirt. Zeigen Sie eine Weltkarte und markieren Sie Stationen vom Rohstoff bis zum Laden. Lassen Sie Schüler Kosten und Gewinne schätzen, dann reale Daten einführen. So wird das Systemcheck-Konzept lebendig und passt zu KMK-Standards. Ergänzen Sie mit Videos zu Fabriken für emotionale Tiefe. (62 Wörter)
Welchen Einfluss haben Konzerne auf Umweltstandards?
Multinationale Konzerne drücken oft auf niedrige Standards in Entwicklungsländern, um Kosten zu senken, was zu Verschmutzung führt. Schüler analysieren Fälle wie Fast Fashion. Aktivitäten wie Kartenrecherche zeigen, wie Verbraucherdruck höhere Standards erzwingen kann. Dies fördert Bewusstsein für nachhaltigen Konsum. (58 Wörter)
Wie kann aktives Lernen beim Thema Wertschöpfungsketten helfen?
Aktives Lernen macht Ketten erfahrbar: Durch Rollenspiele verkörpern Schüler Rollen und erleben Ungleichheiten. Kettenbau mit Karten visualisiert Wege, Debatten schärfen Argumente. Solche Methoden verbessern Retention, da Schüler selbst entdecken. Im KMK-Kontext stärkt das Systemdenken und transferiert Wissen auf Alltagskonsum. (64 Wörter)
Wie fair ist die Gewinnverteilung in Ketten?
Gewinne konzentrieren sich bei Konzernen, Rohstoffproduzenten erhalten wenig. Beim Smartphone machen 80 Prozent des Preises Marken und Vertrieb aus. Schüler kalkulieren in Gruppen Tortendiagramme. Dies regt zu Fragen nach fairem Handel an und verbindet Fachwissen mit Ethik. (56 Wörter)