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Politik · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Arbeitsrecht: Jugendarbeitsschutz und Ausbildung

Aktives Lernen ist hier besonders wirksam, weil das Arbeitsrecht für Jugendliche und Auszubildende viele abstrakte Regelungen enthält, die durch konkrete Fallbeispiele und Rollenspiele greifbar werden. Die Schülerinnen und Schüler verstehen Schutzbestimmungen besser, wenn sie sie direkt anwenden, statt nur aus dem Gesetzestext zu lesen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - HandlungskompetenzKMK: Sekundarstufe I - Fachwissen
20–40 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse30 Min. · Kleingruppen

Fallstudienanalyse: Jugendarbeitsschutzgesetz

Schüler analysieren reale Fälle aus dem JArbSchG und bewerten Verstöße. Sie diskutieren Konsequenzen für Arbeitgeber und Jugendliche. Abschließend formulieren sie Präventionsmaßnahmen.

Analysieren Sie die Schutzbestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler in der Fallstudie zunächst selbstständig die Regelungen des JArbSchG im Gesetzestext nachschlagen, bevor sie im Plenum diskutieren, um das selbstgesteuerte Lernen zu fördern.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einer kurzen Fallbeschreibung (z.B. ein Jugendlicher arbeitet 10 Stunden am Tag). Sie sollen auf der Rückseite notieren, ob diese Regelung mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz vereinbar ist und warum, oder welche Rechte der Auszubildende in Bezug auf die Vergütung hat.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel25 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Ausbildungsvertrag

In Paaren verhandeln Auszubildende und Ausbilder einen Vertrag unter Berücksichtigung von Rechten und Pflichten. Sie integrieren Tarifvertragsklauseln. Die Klasse bewertet die Verhandlungen.

Erklären Sie die Rechte und Pflichten von Auszubildenden.

ModerationstippIm Rollenspiel sollten Sie die Rollen klar vorgeben, aber auch Raum für spontane Reaktionen der Schüler lassen, um die Authentizität zu erhöhen.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Auszubildender und Ihr Ausbilder verweigert Ihnen den vereinbarten Urlaub. Welche Schritte können Sie unternehmen, um Ihre Rechte durchzusetzen? Diskutieren Sie die Rolle des Ausbildungsvertrags und möglicher externer Beratungsstellen.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Tarifverträge

Die Klasse teilt sich in Für- und Gegner von Tarifverträgen. Jede Seite argumentiert mit Beispielen aus der Jugendarbeit. Abschluss: Abstimmung und Reflexion.

Beurteilen Sie die Bedeutung von Tarifverträgen für Arbeitnehmer.

ModerationstippBei der Debatte ist es wichtig, dass beide Seiten gleich viel Redezeit erhalten und Sie als Moderator darauf achten, dass sachliche Argumente im Vordergrund stehen.

Worauf zu achten istDer Lehrer nennt verschiedene Arbeitsbedingungen (z.B. 45-Stunden-Woche für einen 15-Jährigen, keine Pausen, Mindestlohn von 5 Euro). Die Schüler zeigen auf einer Skala von 1 (vollkommen in Ordnung) bis 5 (absolut nicht in Ordnung) ihre Einschätzung und begründen kurz, welche Schutzbestimmung verletzt wurde.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Expertenrunde20 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Recherche: Nebenjobs

Schüler recherchieren Regelungen für Ferienjobs und erstellen eine Infografik. Sie notieren eigene Tipps für Mitschüler. Präsentation im Plenum.

Analysieren Sie die Schutzbestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

ModerationstippFür die individuelle Recherche zu Nebenjobs können Sie eine Liste mit vertrauenswürdigen Quellen (z. B. Agentur für Arbeit, IHK) bereitstellen, um die Qualität der Ergebnisse zu sichern.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einer kurzen Fallbeschreibung (z.B. ein Jugendlicher arbeitet 10 Stunden am Tag). Sie sollen auf der Rückseite notieren, ob diese Regelung mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz vereinbar ist und warum, oder welche Rechte der Auszubildende in Bezug auf die Vergütung hat.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass das Thema nicht nur theoretisch vermittelt werden sollte, sondern durch lebensnahe Bezüge wie eigene Berufserfahrungen oder lokale Ausbildungsbetriebe. Vermeiden Sie eine reine Gesetzesparagrafendurchsprache, da dies schnell zu Überforderung führt. Stattdessen empfiehlt es sich, immer wieder die Frage zu stellen: 'Was bedeutet das für euch als Jugendliche oder Auszubildende?' und konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Erfolgreich ist die Einheit, wenn die Lernenden die zentralen Schutzrechte aus dem JArbSchG benennen und in Fallbeispielen anwenden können. Außerdem sollen sie die Bedeutung von Tarifverträgen und Ausbildungsverträgen für die eigene Berufsperspektive reflektieren und argumentativ vertreten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Fallstudie: Jugendarbeitsschutzgesetz, achten Sie darauf, dass einige Schüler denken, Jugendliche könnten einfach jederzeit so lange arbeiten, wie es ihnen passt.

    Nutzen Sie in der Fallstudie konkrete Beispiele aus dem Gesetzestext, z. B. die Arbeitszeitbegrenzung auf 8 Stunden täglich, und lassen Sie die Schüler die Regelungen direkt im Text markieren und auf die Fallbeispiele anwenden.

  • Während des Rollenspiels: Ausbildungsvertrag, beobachten Sie, ob einige Schüler glauben, Auszubildende hätten keinen Kündigungsschutz.

    Im Rollenspiel können Sie bewusst eine Situation einbauen, in der der Auszubildende nach der Probezeit gekündigt wird – die Schüler sollen dann im Spiel diskutieren, ob dies rechtmäßig ist und welche Rechte der Auszubildende hat.

  • Während der Debatte: Tarifverträge, könnte die Annahme entstehen, Tarifverträge würden nur Arbeitgeber binden.

    In der Debatte fordern Sie die Schüler auf, konkrete Beispiele für Tarifverträge zu nennen, z. B. den Mindestlohn, und zu diskutieren, wer davon profitiert – so wird klar, dass auch Arbeitnehmer verpflichtet sind, sich an die Vereinbarungen zu halten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden