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Philosophie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Mensch und Tier: Philosophische Abgrenzung

Aktive Methoden ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, abstrakte philosophische Konzepte wie Vernunft, Moral und Leidensfähigkeit konkret zu erleben. Durch den Vergleich von Schelers exzentrischer Positionalität mit pathozentrischen Ansätzen erkennen sie, wie unterschiedliche Kriterien die Tierethik prägen und warum diese Unterscheidungen im Alltag relevant sind.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie: Inhaltsfeld 2, Anthropologische GrundbestimmungenBayern LehrplanPLUS Philosophie 12: Ph 12.2, Die Sonderstellung des MenschenKMK Bildungsstandards Philosophie: Inhaltsfeld 2, Das Verhältnis von Mensch und Tier
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Sokratisches Seminar45 Min. · Kleingruppen

Gruppenvergleich: Abgrenzungskriterien

Teilen Sie die Klasse in Gruppen auf, jede analysiert ein Kriterium (Vernunft, Sprache, Moral) anhand von Texten von Scheler oder Plessner. Die Gruppen erstellen eine Tabelle mit Argumenten für und gegen die Abgrenzung. Im Plenum präsentieren sie und diskutieren Implikationen für Tierethik.

Vergleichen Sie verschiedene philosophische Kriterien zur Abgrenzung von Mensch und Tier (z.B. Vernunft, Sprache, Moral).

ModerationstippStellen Sie sicher, dass in der Gruppenarbeit zu Abgrenzungskriterien jede Gruppe mindestens ein Zitat von Scheler oder Plessner diskutiert, um die Theorie direkt mit den Texten zu verknüpfen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: eine vertritt eine stark anthropozentrische Position, die andere eine stark pathozentrische. Geben Sie ihnen die Aufgabe, Argumente für die jeweilige Position zu sammeln und im Plenum zu präsentieren, um die Kernunterschiede und deren Folgen für die Tierethik herauszuarbeiten.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Anthropozentrismus vs. Pathozentrismus

Zwei Teams bereiten Positionen vor, ein Team pro Ansatz. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält Karten mit Argumenten. Die Debatte dauert 20 Minuten mit Wechselreden, gefolgt von Abstimmung und Reflexion.

Analysieren Sie, welche Konsequenzen die Zuschreibung spezifischer Eigenschaften für den moralischen Status von Tieren hat.

ModerationstippLenken Sie die Debatte 'Anthropozentrismus vs. Pathozentrismus' mit gezielten Nachfragen, die die Schülerinnen und Schüler zwingen, ihre Positionen zu präzisieren.

Worauf zu achten istStellen Sie folgende Frage: 'Welches philosophische Kriterium (Vernunft, Sprache, Moral) zur Abgrenzung von Mensch und Tier finden Sie am überzeugendsten und warum? Nennen Sie eine konkrete Konsequenz dieser Wahl für den Umgang mit Tieren.' Schülerinnen und Schüler notieren ihre Antwort auf einem Zettel.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Rollenspiel30 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Tierperspektive

Paare verkörpern Mensch und Tier in Szenarien wie Laborversuchen. Sie argumentieren aus ihrer Rolle heraus über moralischen Status. Abschließend teilen sie Erkenntnisse und bewerten die philosophischen Kriterien.

Bewerten Sie die Stärken und Schwächen anthropozentrischer und pathozentrischer Positionen in der Tierethik.

ModerationstippBeobachten Sie die Rollenspiele genau und greifen Sie ein, wenn die Schülerinnen und Schüler die Tierperspektive zu stark vermenschlichen oder umgekehrt.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen die Definitionen von 'Anthropozentrismus' und 'Pathozentrismus' diskutieren. Jede Gruppe erstellt eine kurze Zusammenfassung der Kernideen und identifiziert eine Stärke und eine Schwäche jeder Position. Anschließend tauschen die Gruppen ihre Zusammenfassungen aus und geben sich gegenseitig Feedback zur Klarheit und Vollständigkeit.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Sokratisches Seminar35 Min. · Einzelarbeit

Mindmap: Ethische Konsequenzen

Individuell erstellen Schülerinnen und Schüler eine Mindmap zu Konsequenzen der Kriterien für Tierethik. In Kleingruppen erweitern sie gegenseitig und präsentieren eine gemeinsame Version.

Vergleichen Sie verschiedene philosophische Kriterien zur Abgrenzung von Mensch und Tier (z.B. Vernunft, Sprache, Moral).

ModerationstippFordern Sie bei der Mindmap zu ethischen Konsequenzen auf, konkrete Beispiele aus dem Tierschutzgesetz oder der Landwirtschaft einzubringen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: eine vertritt eine stark anthropozentrische Position, die andere eine stark pathozentrische. Geben Sie ihnen die Aufgabe, Argumente für die jeweilige Position zu sammeln und im Plenum zu präsentieren, um die Kernunterschiede und deren Folgen für die Tierethik herauszuarbeiten.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf eine Kombination aus kontrastierenden Positionen und praktischen Bezügen. Vermeiden Sie reine Theorievermittlung, da die Schülerinnen und Schüler sonst den Bezug zur Lebenswelt verlieren. Nutzen Sie stattdessen die Debatte und das Rollenspiel, um die abstrakten Konzepte erlebbar zu machen. Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler durch solche aktiven Formate eher in der Lage sind, philosophische Argumente zu analysieren und anzuwenden.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Unterschiede zwischen anthropozentrischen und pathozentrischen Positionen klar benennen können. Sie wenden philosophische Kriterien auf reale Fälle an und begründen ihre Urteile mit konkreten Argumenten aus den Debatten und Rollenspielen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Gruppenarbeit 'Abgrenzungskriterien' hören einige Schülerinnen und Schüler den Satz: 'Der Mensch ist immer absolut überlegen durch Vernunft.'

    Lenken Sie die Diskussion in der Gruppe gezielt auf Schelers Konzept der exzentrischen Positionalität. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, Beispiele für tierische Problemlösungsfähigkeiten zu sammeln und zu diskutieren, wie diese mit Vernunft in Verbindung gebracht werden können.

  • Im Rollenspiel 'Tierperspektive' äußern Schülerinnen und Schüler die Ansicht: 'Pathozentrismus macht alle Tiere gleichwertig mit Menschen.'

    Nutzen Sie die Reflexionsphase nach dem Rollenspiel, um den Unterschied zwischen Leidensfähigkeit und Gleichwertigkeit zu klären. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, konkrete Beispiele zu nennen, in denen pathozentrische Ansätze Tiere anders behandeln als anthropozentrische.

  • Während der Mindmap 'Ethische Konsequenzen' kommentieren einige: 'Philosophische Abgrenzung ist rein theoretisch und hat keine Praxis.'

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, konkrete Gesetze oder Praktiken zu nennen, die auf philosophischen Abgrenzungen basieren. Zeigen Sie ihnen z.B. wie der §1 des Tierschutzgesetzes oder die Haltung von Nutztieren mit den diskutierten Kriterien zusammenhängen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden