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Philosophie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Materialismus und Identitätstheorie

Aktive Lernformen eignen sich besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler hier die komplexen Debatten um Materialismus und Identitätstheorie nicht nur theoretisch verstehen, sondern selbst argumentieren und anwenden können. Durch Debatten und Rollenspiele wird der abstrakte Stoff greifbar und die kritische Reflexion gefördert.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie: Inhaltsfeld 2, Das Leib-Seele-ProblemBayern LehrplanPLUS Philosophie 12: Ph 12.2, Das Leib-Seele-ProblemKMK Bildungsstandards Philosophie: Inhaltsfeld 2, Das Verhältnis von Körper, Geist und Seele
10–30 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte20 Min. · Partnerarbeit

Debatte: Pro und Contra Identitätstheorie

Schülerinnen und Schüler bereiten in Paaren Argumente für und gegen die Identitätstheorie vor und debattieren gegeneinander. Jede Seite notiert Schwächen der Gegenseite. Abschließend stimmt die Klasse ab.

Vergleichen Sie materialistische Positionen mit dem Dualismus hinsichtlich der Erklärung mentaler Phänomene.

ModerationstippLegen Sie vor der Paar-Debatte klare Kriterien für starke Argumente fest, z.B. Verwendung von Beispielen oder Verweis auf philosophische Positionen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen auf: Befürworter der Identitätstheorie und Kritiker. Geben Sie ihnen die Aufgabe, jeweils drei Kernargumente für ihre Position zu formulieren und sich dann in einer moderierten Debatte mit den Argumenten der Gegenseite auseinanderzusetzen. Der Lehrer notiert die stärksten Argumente beider Seiten.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Debatte30 Min. · Kleingruppen

Textanalyse: Armstrongs Argumente

In kleinen Gruppen analysieren Schüler Auszüge aus Identitätstheoretikern wie Armstrong. Sie extrahieren Kernargumente und diskutieren Implikationen für Dualismus. Gruppen präsentieren Ergebnisse.

Analysieren Sie die Argumente für und gegen die These, dass mentale Zustände identisch mit Gehirnzuständen sind.

ModerationstippFordern Sie die Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel auf, ihre Argumente mit konkreten Beispielen aus der Neurowissenschaft oder Alltagserfahrungen zu stützen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte eine kurze Antwort auf die Frage zu geben: 'Wenn mentale Zustände reine Gehirnzustände sind, was bedeutet das für die Vorstellung von freiem Willen?' Die Antworten sollten die Implikationen der Identitätstheorie für die Personalität aufzeigen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Rollenspiel15 Min. · Ganze Klasse

Rollenspiel: Materialist vs. Dualist

Ein Schüler verkörpert einen Materialisten, der ein mentales Phänomen erklärt, ein anderer den Dualisten. Die Klasse stellt Fragen und bewertet die Positionen.

Bewerten Sie, welche Konsequenzen die Identitätstheorie für unser Verständnis von Bewusstsein und Personalität hat.

ModerationstippGeben Sie bei der Textanalyse zu Armstrongs Argumenten gezielte Leitfragen vor, die die Schülerinnen und Schüler zum Vergleich mit eigenen Überlegungen anregen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine kurze Fallstudie vor, z.B. über eine Person, die nach einem Hirntrauma ihre Persönlichkeit verändert. Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren, wie die Identitätstheorie und der Dualismus dieses Phänomen unterschiedlich erklären würden. Jede Gruppe präsentiert kurz ihre Hauptunterschiede.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Debatte10 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Persönliche Identität

Schülerinnen und Schüler schreiben, wie Identitätstheorie ihr Selbstverständnis beeinflusst. Sie teilen in Plenum.

Vergleichen Sie materialistische Positionen mit dem Dualismus hinsichtlich der Erklärung mentaler Phänomene.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen auf: Befürworter der Identitätstheorie und Kritiker. Geben Sie ihnen die Aufgabe, jeweils drei Kernargumente für ihre Position zu formulieren und sich dann in einer moderierten Debatte mit den Argumenten der Gegenseite auseinanderzusetzen. Der Lehrer notiert die stärksten Argumente beider Seiten.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Dieses Thema erfordert eine Balance zwischen philosophischer Tiefe und wissenschaftlicher Fundierung. Vermeiden Sie es, die Debatte auf eine rein naturwissenschaftliche Ebene zu reduzieren, sondern betonen Sie die philosophischen Implikationen. Erfahrungen zeigen, dass die Kombination aus Textarbeit und aktiver Diskussion die besten Ergebnisse bringt. Nutzen Sie die Debatte, um die Schülerinnen und Schüler dazu zu bringen, ihre eigenen Vorannahmen zu hinterfragen.

Am Ende der Einheit sollen die Lernenden in der Lage sein, die Kernargumente der Identitätstheorie zu benennen, sie gegen den Dualismus abzugrenzen und die Implikationen für die Vorstellung von Bewusstsein und Identität zu diskutieren. Die aktive Auseinandersetzung zeigt sich durch präzise Argumentation und die Fähigkeit, Gegenpositionen zu hinterfragen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paar-Debatte zur Identitätstheorie hören Sie möglicherweise die Aussage: 'Materialismus leugnet das Bewusstsein vollständig.'

    Nutzen Sie die Debatte, um zu betonen, dass Materialismus Bewusstsein als emergentes Phänomen physischer Prozesse versteht und es nicht als Illusion abtut. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, konkrete Beispiele für emergente Phänomene zu nennen.

  • Während des Rollenspiels 'Materialist vs. Dualist' könnte geäußert werden: 'Identitätstheorie macht alle mentalen Zustände direkt messbar.'

    Verweisen Sie im Rollenspiel auf die Subjektivität von Qualia und bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, zu diskutieren, warum nicht alle mentalen Zustände empirisch zugänglich sind. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Unterschiede zwischen messbaren Gehirnprozessen und subjektiven Erlebnissen zu verdeutlichen.

  • Während der Textanalyse zu Armstrongs Argumenten könnte die Annahme entstehen: 'Dualismus und Materialismus sind gleich plausibel.'

    Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler, nach der Textanalyse zu benennen, welche Position wissenschaftliche Erklärbarkeit bietet und welche mit Interaktionsproblemen kämpft. Nutzen Sie Armstrongs Argumente, um die Überlegenheit des Materialismus in der Erklärung mentaler Phänomene hervorzuheben.


In dieser Übersicht verwendete Methoden