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Philosophie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Gerechtigkeit nach John Rawls

Aktives Lernen funktioniert bei diesem Thema besonders gut, weil Rawls' Gedankenexperimente wie der Schleier des Nichtwissens abstrakte Konzepte greifbar machen. Durch Rollenspiele und Diskussionen wird die Theorie nicht nur verstanden, sondern auch kritisch reflektiert und auf reale Situationen bezogen.

KMK BildungsstandardsNRW Kernlehrplan Philosophie Sek II, Inhaltsfeld 5: Gerechtigkeit als Prinzip staatsphilosophischer LegitimationKMK EPA Philosophie, Problembereich: Rechts- und Staatsphilosophie
25–40 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel40 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Schleier des Nichtwissens

Schüler verhandeln hinter einem 'Schleier' die Prinzipien einer Gesellschaft. Jede Gruppe entwirft Regeln, ohne eigene Interessen zu kennen. Am Ende vergleichen sie mit Rawls' Prinzipien.

Erkläre das Gedankenexperiment des 'Schleiers des Nichtwissens' und seine Funktion.

ModerationstippBeim Rollenspiel 'Schleier des Nichtwissens' achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen strikt einhalten und keine persönlichen Präferenzen einfließen lassen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Berufe würden Sie hinter dem Schleier des Nichtwissens bevorzugen und warum?' Lassen Sie die Schüler ihre Wahl begründen und diskutieren Sie, ob die Wahl der Berufe die Prinzipien von Rawls widerspiegelt.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Fishbowl-Diskussion25 Min. · Partnerarbeit

Fishbowl-Diskussion: Differenzprinzip

In Paaren analysieren Schüler Beispiele wie Steuern oder Lohnungleichheit. Sie beurteilen, ob sie das Differenzprinzip erfüllen. Plenum fasst zusammen.

Analysiere die beiden Prinzipien der Gerechtigkeit, die Rawls daraus ableitet.

ModerationstippBei der Diskussion zum Differenzprinzip leiten Sie gezielt mit Beispielen an, die zeigen, wie Ungleichheiten den Schlechtestgestellten nutzen können.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karte eine soziale Ungleichheit zu beschreiben, die sie in der Gesellschaft beobachten. Anschließend sollen sie kurz erläutern, ob diese Ungleichheit nach Rawls' Kriterien (Differenzprinzip, Chancengleichheit) gerechtfertigt sein könnte.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse35 Min. · Kleingruppen

Fallstudienanalyse: Soziale Ungleichheit

Individuell schreiben Schüler einen Essay zu einer realen Ungleichheit. Dann diskutieren sie in Kleingruppen Lösungen nach Rawls.

Beurteile, ob Ungleichheit unter bestimmten Bedingungen gerechtfertigt sein kann.

ModerationstippIn der Fallstudie zu sozialer Ungleichheit bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, konkrete Daten oder Beispiele zu nennen, um die Theorie mit der Realität zu verknüpfen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine kurze Fallstudie, z.B. über die Einführung einer Erbschaftssteuer. Lassen Sie sie in Kleingruppen diskutieren, ob diese Maßnahme mit Rawls' Gerechtigkeitsprinzipien vereinbar ist und welche Argumente dafür oder dagegen sprechen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Planspiel30 Min. · Ganze Klasse

Vergleich: Rawls vs. Realität

Ganze Klasse debattiert, ob der deutsche Sozialstaat rawlsianisch ist. Mit Fakten und Zitaten.

Erkläre das Gedankenexperiment des 'Schleiers des Nichtwissens' und seine Funktion.

ModerationstippBeim Vergleich Rawls vs. Realität fordern Sie die Schüler auf, politische Maßnahmen oder gesellschaftliche Strukturen auf ihre Vereinbarkeit mit Rawls' Prinzipien zu prüfen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Berufe würden Sie hinter dem Schleier des Nichtwissens bevorzugen und warum?' Lassen Sie die Schüler ihre Wahl begründen und diskutieren Sie, ob die Wahl der Berufe die Prinzipien von Rawls widerspiegelt.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass Rawls' Theorie besonders dann gelingt, wenn sie durch konkrete Beispiele und Gegenüberstellungen mit der Realität veranschaulicht wird. Vermeiden Sie es, die Theorie abstrakt zu behandeln, und setzen Sie stattdessen auf alltagsnahe Fallbeispiele. Wichtig ist auch, immer wieder den Unterschied zwischen formaler Gleichheit und tatsächlicher Chancengerechtigkeit zu thematisieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Rawls' Prinzipien erklären, auf konkrete Beispiele anwenden und deren Vor- und Nachteile abwägen können. Sie sollen in der Lage sein, zwischen gerechten und ungerechten Ungleichheiten zu unterscheiden und ihre Urteile argumentativ zu begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Schleier des Nichtwissens' achten Sie darauf, dass einige Schülerinnen und Schüler die Idee haben, Rawls fordere absolute Gleichheit in allen Bereichen.

    Korrigieren Sie dies, indem Sie die Gruppe auffordern, über Ungleichheiten nachzudenken, die den Schlechtestgestellten nützen. Nutzen Sie dazu das Arbeitsblatt mit Beispielen für gerechtfertigte und ungerechtfertigte Ungleichheiten.

  • Während der Diskussion zum Schleier des Nichtwissens hören Sie Schülerinnen und Schüler sagen, das Gedankenexperiment sei unrealistisch und nutzlos.

    Lenken Sie die Diskussion auf die Funktion des Experiments als heuristisches Tool um. Bitten Sie die Gruppe, zu überlegen, warum Unwissenheit über die eigene Position zu faireren Ergebnissen führen kann.

  • Während der Fallstudie zu sozialer Ungleichheit vertreten einige Schülerinnen und Schüler die Ansicht, Rawls ignoriere individuelle Verdienste.

    Verweisen Sie auf die Diskussion zum Differenzprinzip und fragen Sie die Gruppe, wie Verdienste in einer Gesellschaft verteilt sein sollten, wenn alle gleiche Startchancen haben.


In dieser Übersicht verwendete Methoden