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Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Abstraktion des Körpers

Aktives Gestalten und räumliches Denken sind zentral, um die Abstraktion des Körpers in der Skulptur zu verstehen. Durch das eigene Erleben im Modellieren und Inszenieren erkennen Schülerinnen und Schüler, wie Künstler wie Moore und Giacometti durch Form und Raumwirkung Bedeutung erzeugen. Diese körperliche und visuelle Erfahrung übertrifft rein theoretische Erklärungen und fördert ein tieferes Verständnis für die Verbindung von Form und Emotion.

KMK BildungsstandardsPlastikRezeption
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Ausstellungsmethode45 Min. · Partnerarbeit

Drahtmodellieren: Giacometti-Figuren

Schüler erhalten Draht und Zangen, um gelängte Körper zu bauen. Sie experimentieren mit Proportionen und testen die Wirkung durch Drehen im Raum. Abschließend präsentieren sie und notieren emotionale Assoziationen.

Wann hört eine Form auf, menschlich zu wirken?

ModerationstippWährend des Drahtmodellierens achten Sie darauf, dass die Schüler zunächst einfache Grundformen bilden, bevor sie Details hinzufügen, um den Prozess der Reduktion zu verdeutlichen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten ein Bild einer abstrakten Skulptur (nicht von Moore oder Giacometti). Sie beantworten schriftlich: 1. Welche menschlichen Merkmale sind noch erkennbar? 2. Welche Emotion wird durch die Form und den Raum um die Skulptur erzeugt?

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Ausstellungsmethode50 Min. · Kleingruppen

Rauminszenierung: Moore-Volumen

Gruppen modellieren Moores organische Formen mit Ton oder Schaumstoff. Sie platzieren die Skulpturen in verschiedenen Raumkontexten und fotografieren Veränderungen der Wahrnehmung. Eine Plenumdiskussion folgt.

Wie kommuniziert eine Skulptur durch den sie umgebenden Raum?

ModerationstippBei der Rauminszenierung lassen Sie die Schüler ihre Modelle aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, um die Wechselwirkung zwischen Skulptur und Raum zu erleben.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wann hört eine Form auf, menschlich zu wirken?' Lassen Sie die Schüler ihre Antworten mit Bezug auf die besprochenen Werke von Moore und Giacometti begründen. Fordern Sie sie auf, Beispiele für Formen zu nennen, die sie noch als menschlich empfinden und solche, bei denen diese Grenze überschritten ist.

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Ausstellungsmethode30 Min. · Partnerarbeit

Vergleichsanalyse: Bildkarten

Verteilen Sie Karten mit Werken beider Künstler. Paare sortieren nach 'menschlich' oder 'abstrakt' und begründen mit Key Questions. Gemeinsam erstellen sie eine Klassen-Skala der Abstraktion.

Welche Gefühle lösen extrem gelängte oder massiv verkürzte Körper aus?

ModerationstippFür die Vergleichsanalyse verteilen Sie die Bildkarten so, dass immer zwei bis drei Schüler gemeinsam ein Paar analysieren und ihre Beobachtungen anschließend im Plenum teilen.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Skulpturen nebeneinander, eine organisch-voluminöse und eine stark gestreckte. Bitten Sie die Schüler, auf kleinen Kärtchen die Hauptunterschiede in der Formgebung und die jeweils hervorgerufenen Gefühle zu notieren. Sammeln Sie die Kärtchen zur schnellen Überprüfung des Verständnisses.

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Ausstellungsmethode35 Min. · Einzelarbeit

Emotionale Skizzen: Extreme Proportionen

Individuell skizzieren Schüler verkürzte oder verlängerte Körper. Dann teilen sie in Kleingruppen Assoziationen und vergleichen mit Originalwerken.

Wann hört eine Form auf, menschlich zu wirken?

ModerationstippLassen Sie die Schüler bei den emotionalen Skizzen bewusst extreme Proportionen wählen, um die Bandbreite möglicher Wirkungen zu erkunden.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten ein Bild einer abstrakten Skulptur (nicht von Moore oder Giacometti). Sie beantworten schriftlich: 1. Welche menschlichen Merkmale sind noch erkennbar? 2. Welche Emotion wird durch die Form und den Raum um die Skulptur erzeugt?

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehren Sie Abstraktion nicht als Verlust von Realismus, sondern als bewusste Entscheidung für das Wesentliche. Vermeiden Sie es, die Werke von Moore oder Giacometti vorab zu erklären, sondern lassen Sie die Schüler selbst die Formen erkunden. Begleiten Sie sie dabei, indem Sie gezielte Fragen stellen, die zum Nachdenken über Proportionen, Räume und Emotionen anregen. Nutzen Sie den Vergleich zwischen beiden Künstlern, um unterschiedliche Ansätze der Abstraktion sichtbar zu machen und Diskussionen anzuregen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler abstrakte Körperformen gezielt reduzieren und ihre räumliche Wirkung bewusst gestalten. Sie können die künstlerischen Intentionen von Moore und Giacometti erklären und eigene Abstraktionen begründen. Zudem formulieren sie differenziert, wie Proportionen und Positionierung Emotionen und Assoziationen beeinflussen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Drahtmodellierens von Giacometti-Figuren äußern einige Schüler, dass abstrakte Skulpturen willkürlich seien und nichts mit dem Körper zu tun hätten.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schüler auf die Ausgangsformen: Beginnen Sie mit einer einfachen Drahtfigur und fragen Sie, welche Körperteile noch erkennbar sind. Zeigen Sie, wie Giacometti durch Streckung und Hohlräume zwar die Anatomie reduziert, aber gezielt menschliche Assoziationen weckt.

  • Während der Rauminszenierung von Moore-Volumen behaupten einige, Skulpturen würden den Raum nicht beeinflussen und wirkten statisch.

    Fordern Sie die Schüler auf, ihre Moore-Modelle im Klassenraum zu platzieren und aus mindestens drei verschiedenen Positionen zu betrachten. Diskutieren Sie anschließend, wie der Raum zwischen den Volumen und die Positionierung im Raum die Wirkung verändern.

  • Bei den emotionalen Skizzen zu extremen Proportionen gehen einige davon aus, dass alle Menschen dieselben Gefühle mit denselben Formen verbinden.

    Lassen Sie die Schüler ihre Skizzen in Kleingruppen vergleichen und nach Gemeinsamkeiten oder Unterschieden in den Assoziationen suchen. Fragen Sie gezielt nach kulturellen oder persönlichen Hintergründen, die die Wahrnehmung beeinflussen könnten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden