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Kunst · Klasse 7 · Plastik und Raum: Objektkunst · 1. Halbjahr

Das Ready-made: Kunst aus dem Alltag

Die Schülerinnen und Schüler deuten Alltagsgegenstände zu Kunstobjekten um und reflektieren Duchamps Konzept.

KMK BildungsstandardsPlastikRezeption

Über dieses Thema

Das Ready-made ist ein radikales Konzept, das die Kunstwelt im 20. Jahrhundert revolutionierte. In der 7. Klasse nutzen wir dieses Thema, um den Kunstbegriff der Schüler herauszufordern und zu erweitern. Es geht nicht mehr primär um das 'Machen' im handwerklichen Sinne, sondern um das 'Finden' und 'Umdeuten'. Die KMK-Standards zur Rezeption und Plastik finden hier eine ideale Anwendung, da die Schüler lernen, Alltagsgegenstände als ästhetische Objekte wahrzunehmen.

Durch die Analyse von Marcel Duchamps Werken verstehen die Lernenden, dass der Kontext (z.B. ein Museum) und die Intention des Künstlers entscheidend dafür sind, was wir als Kunst betrachten. Dieses Thema ist prädestiniert für lebhafte Diskussionen und philosophische Fragen. Wenn Schüler selbst Alltagsgegenstände auswählen und ihnen durch Titelgebung eine neue Bedeutung verleihen, erfahren sie die Macht der Idee in der zeitgenössischen Kunst.

Leitfragen

  1. Wann wird ein gewöhnlicher Gegenstand zur Kunst?
  2. Wie verändert der Kontext im Museum die Bedeutung eines Objekts?
  3. Welche Rolle spielt die Idee im Vergleich zum handwerklichen Können?

Lernziele

  • Klassifizieren Sie Marcel Duchamps Ready-mades anhand ihrer ursprünglichen Funktion und ihres neuen künstlerischen Kontexts.
  • Analysieren Sie die Rolle des Betrachters bei der Zuschreibung von Kunstwerken im Ready-made-Konzept.
  • Erklären Sie, wie sich die Bedeutung eines Objekts durch seine Platzierung in einem musealen Raum verändert.
  • Entwerfen Sie ein eigenes Ready-made-Konzept, indem Sie einen Alltagsgegenstand auswählen und ihm einen neuen Titel geben, der seine Bedeutung verändert.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Bildanalyse

Warum: Schüler müssen lernen, visuelle Elemente und deren Wirkung zu beschreiben, bevor sie die konzeptuellen Aspekte von Ready-mades erfassen können.

Einführung in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der historischen Periode hilft, die revolutionäre Natur von Duchamps Werk einzuordnen.

Schlüsselvokabular

Ready-madeEin von Marcel Duchamp geprägter Begriff für ein vorgefertigtes Objekt, das der Künstler auswählt und als Kunstwerk deklariert.
KontextualisierungDie Veränderung der Wahrnehmung und Bedeutung eines Objekts durch seine Platzierung in einem neuen Umfeld, wie z.B. einer Galerie oder einem Museum.
IntentionDie Absicht oder der Gedanke des Künstlers hinter der Auswahl und Präsentation eines Objekts als Kunstwerk.
ObjektkunstEine Kunstform, bei der dreidimensionale Objekte, oft aus dem Alltag, im Mittelpunkt des Werkes stehen.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungKunst muss immer schwierig herzustellen sein.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Das Ready-made zeigt, dass die geistige Leistung – die Auswahl und Umdeutung – ebenso wertvoll sein kann wie handwerkliches Geschick. Aktive Diskussionen über den Wert von Ideen helfen, dieses moderne Kunstverständnis zu festigen.

Häufige FehlvorstellungJeder Müll ist automatisch ein Ready-made.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Ein Ready-made benötigt eine bewusste Entscheidung und eine Präsentation durch den Künstler. Ohne diesen Kontext bleibt es ein Gebrauchsgegenstand. Das Erstellen eigener 'Ausstellungen' macht diesen feinen Unterschied deutlich.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Museen wie das Centre Pompidou in Paris oder das Museum of Modern Art in New York präsentieren regelmäßig Ready-mades und andere Formen der Objektkunst, um die Entwicklung des Kunstbegriffs zu dokumentieren.
  • Zeitgenössische Künstler wie Ai Weiwei nutzen oft gefundene Objekte und Alltagsmaterialien, um soziale und politische Botschaften zu vermitteln, ähnlich wie Duchamp mit seinen Ready-mades.
  • Designmuseen stellen oft auch Alltagsgegenstände aus, die aufgrund ihrer Form, Funktion oder ihres historischen Werts als Objekte mit besonderer Bedeutung betrachtet werden.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten ein Bild eines Alltagsgegenstands (z.B. ein Stuhl, eine Gabel). Sie schreiben auf einen Zettel: 1. Wie hieß dieses Objekt ursprünglich? 2. Wie könnte es als Kunstwerk betitelt werden, um seine Bedeutung zu verändern? 3. Warum ist die Idee wichtiger als die handwerkliche Ausführung bei diesem Beispiel?

Diskussionsfrage

Stellen Sie den Schülern die Frage: 'Wenn ein Künstler einen einfachen Stein vom Strand auf ein Podest in einer Galerie stellt, ist das dann Kunst? Begründet eure Antwort mit Bezug auf Duchamps Konzept und die Rolle des Kontexts.'

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie verschiedene Bilder von Objekten. Die Schüler heben eine Karte mit 'Kunst' oder 'Keine Kunst' hoch, je nachdem, ob sie das Objekt als Ready-made interpretieren würden. Bitten Sie anschließend einige Schüler, ihre Wahl zu begründen.

Häufig gestellte Fragen

Wer hat das Ready-made erfunden?
Marcel Duchamp gilt als Pionier. Sein berühmtestes Werk ist 'Fountain' (ein Urinal), das er 1917 für eine Ausstellung einreichte, um die Grenzen der Kunst zu testen.
Was ist der Unterschied zwischen Objektkunst und Ready-made?
Ein Ready-made ist ein unveränderter Alltagsgegenstand. Objektkunst ist ein weiter gefasster Begriff, der auch bearbeitete oder kombinierte Gegenstände (Assemblagen) einschließt.
Wie profitieren Schüler von aktivem Lernen bei diesem Thema?
Da das Ready-made ein abstraktes Konzept ist, hilft das eigene 'Kuratieren' und 'Umbenennen' von Objekten, die Theorie zu verinnerlichen. Der spielerische Umgang mit Alltagsdingen baut Hemmschwellen gegenüber moderner Kunst ab.
Wie bewertet man ein Ready-made-Projekt?
Bewerten Sie die Originalität der Umdeutung, die Qualität der Präsentation und die schriftliche oder mündliche Begründung der künstlerischen Entscheidung.