Skip to content
Kunst · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Modellbau und Raumwirkung

Aktives Bauen und Erproben von Modellen unterbricht das passive Betrachten von Architektur. Die Schüler:innen erleben selbst, wie Proportionen, Licht und Materialien den Raum prägen, statt sich nur theoretisch damit auseinanderzusetzen. Das greifbare Arbeiten fördert das Verständnis für räumliche Zusammenhänge, das später in komplexeren Entwürfen anwendbar ist.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionGestaltete Umwelt
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis60 Min. · Partnerarbeit

Forschungskreis: Die Lichtstudie

Schueler bauen einfache Raummodule mit verschiedenen Fensterformen. Mit einer Taschenlampe simulieren sie den Sonnenverlauf und fotografieren die Schattenwuerfe im Inneren, um die atmosphaerische Wirkung zu vergleichen.

Wie verändert der Lichteinfall die Wahrnehmung eines Innenraums?

ModerationstippWährend der Lichtstudie die Schüler:innen anweisen, mit dem Smartphone in das Modell hineinzufotografieren und gezielt Lichtquellen zu platzieren, statt nur die Außenansicht zu betrachten.

Worauf zu achten istDie Schüler präsentieren ihre Modelle in Kleingruppen. Jeder Schüler bewertet das Modell eines Mitschülers anhand von zwei Kriterien: 'Wie gut ist die Lichtwirkung im Innenraum gestaltet?' und 'Sind die Proportionen stimmig?'. Die Bewertung erfolgt auf einer Skala von 1-5 mit kurzer schriftlicher Begründung.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Lernen durch Lehren30 Min. · Kleingruppen

Lernen durch Lehren: Massstabs-Check

Ein Schueler erklaert seiner Gruppe, wie man von der Realgroesse (z.B. 2m Deckenhoehe) in den Massstab 1:20 umrechnet. Gemeinsam bauen sie eine maßstabsgetreue Figur aus Draht, um die Proportionen im Modell zu ueberpruefen.

Welche Wirkung erzielen unterschiedliche Maßstäbe auf den Betrachter?

ModerationstippBeim Massstabs-Check die Schüler:innen auffordern, ihre Modelle mit einem Lineal zu vermessen und die Messergebnisse in einer Tabelle zu dokumentieren, um ein Gefühl für die Dimensionen zu entwickeln.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten ein Blatt mit drei Feldern: 'Ein Aspekt des Modells, der die Raumwirkung stark beeinflusst', 'Eine Frage zur ökologischen Nachhaltigkeit meines Entwurfs' und 'Eine Idee zur Verbesserung der Lichtführung'. Sie füllen die Felder kurz aus.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Museumsgang45 Min. · Ganze Klasse

Museumsgang: Architektur-Pitch

Die fertigen Modelle werden ausgestellt. Die Schueler wandern in Gruppen umher und bewerten die Entwuerfe nach Kriterien wie 'Lichteinfall', 'Raumfluss' und 'Nachhaltigkeit' mittels eines Feedback-Bogens.

Wie lassen sich ökologische Aspekte in einen modernen Gebäudeentwurf integrieren?

ModerationstippBeim Architektur-Pitch die Schüler:innen anleiten, ihre Präsentationen auf zwei zentrale Aspekte zu fokussieren: Lichtführung und Raumwirkung, um die Zuhörenden nicht zu überfordern.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Stellt euch vor, ihr müsstet euer Modell in einem Ausstellungsraum präsentieren. Welche zwei Aspekte würdet ihr besonders hervorheben, um die 'Wohnung der Zukunft' zu erklären, und warum?' Die Schüler diskutieren ihre Antworten im Plenum.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Modellbau in der Architektur lebt von Iteration. Ermutigen Sie die Schüler:innen, mehrere Modelle zu erstellen und gezielt zu verwerfen, statt an einem einzigen Entwurf festzuhalten. Forschung zeigt, dass physisches Bauen das räumliche Denken stärker fördert als digitale Tools allein. Vermeiden Sie es, zu schnell fertige Lösungen vorzugeben – die Schüler:innen sollen selbst experimentieren und scheitern dürfen.

Am Ende des Moduls sollen die Schüler:innen nicht nur ein Modell bauen, sondern gezielt Aussagen über dessen Raumwirkung treffen können. Sie erkennen Licht als gestalterisches Werkzeug und können Proportionen kritisch hinterfragen. Erfolg zeigt sich in präzisen Rückmeldungen zu Mitschülerarbeiten und in der Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Lichtstudie achten viele Schüler:innen nur auf die äußere Optik des Modells.

    Fordern Sie die Schüler:innen auf, mit dem Smartphone durch das Modell zu fotografieren und die Lichtführung im Innenraum zu dokumentieren. Besprechen Sie anschließend, welche Gestaltungselemente die Raumwirkung tatsächlich beeinflussen.

  • Große Fenster werden oft automatisch als bessere Lösung angesehen.

    Wählen Sie während des Massstabs-Checks gezielt Modelle mit unterschiedlichen Fenstergrößen aus und lassen Sie die Schüler:innen diskutieren, wie sich diese auf Licht, Wärme und Privatsphäre auswirken. Nutzen Sie die Modelle als Anschauungsmaterial für die Debatte.


In dieser Übersicht verwendete Methoden