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Bauhaus-Prinzipien: Form follows FunctionAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Aktives Lernen eignet sich hier besonders, weil die Schüler die Prinzipien des Bauhauses nicht nur theoretisch verstehen, sondern direkt erleben können. Durch die praktische Auseinandersetzung mit Design, Materialien und Funktion wird das Thema greifbar und bleibt nachhaltig im Gedächtnis.

Klasse 10Perspektiven und Transformationen: Kunst im Dialog mit der Moderne3 Aktivitäten30 Min.90 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren Sie die Kernprinzipien des Bauhauses, insbesondere 'Form folgt Funktion', und identifizieren Sie deren Anwendung in mindestens drei verschiedenen Produktdesign-Beispielen.
  2. 2Vergleichen Sie die gestalterischen Ansätze des Bauhauses mit denen einer anderen modernen Designbewegung (z. B. Art déco) hinsichtlich Funktionalität und Ästhetik.
  3. 3Bewerten Sie die sozialen und architektonischen Ziele des Bauhauses im Hinblick auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und deren Relevanz für heutige Stadtplanung.
  4. 4Entwerfen Sie ein einfaches Objekt (z. B. einen Stuhl, eine Lampe), das die Prinzipien der Materialgerechtigkeit und Funktionalität des Bauhauses verkörpert.

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90 Min.·Kleingruppen

Planspiel: Das Design-Studio

In Kleingruppen erhalten Schueler den Auftrag, ein Sitzmoebel fuer einen spezifischen Ort (z.B. eine Bushaltestelle oder ein Kinderzimmer) zu entwerfen. Sie muessen ihre Entwuerfe vor der 'Jury' (Klasse) rechtfertigen und dabei erklaeren, wie die Form die Funktion unterstuetzt.

Vorbereitung & Details

Wie bestimmt die geplante Nutzung eines Gebäudes seine äußere Gestalt?

Moderationstipp: Im Design-Studio sollte die Lehrkraft als Moderator agieren und gezielt Fragen stellen, die die Schüler dazu anregen, ihre Entwürfe zu begründen und zu optimieren.

Setup: Flexibler Raum für verschiedene Gruppenstationen

Materials: Rollenkarten mit Zielen und Ressourcen, Spielwährung oder Token, Rundenprotokoll

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
45 Min.·Ganze Klasse

Debatte: Funktionalismus vs. Individualitaet

Die Klasse debattiert ueber die These: 'Radikaler Funktionalismus macht unsere Staedte seelenlos'. Eine Gruppe vertritt die Bauhaus-Ideale der Effizienz, die andere die Forderung nach Ornament und Vielfalt.

Vorbereitung & Details

Welche Materialien vermitteln Transparenz und welche Schwere?

Moderationstipp: Bei der Debatte ist es wichtig, eine klare Struktur vorzugeben, sodass beide Seiten gleichberechtigt zu Wort kommen und die Lehrkraft nur bei Bedarf eingreift.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
30 Min.·Ganze Klasse

Museumsgang: Material-Check

Schueler bringen Alltagsgegenstaende mit und ordnen sie nach Materialgruppen (Stahl, Glas, Kunststoff). Sie diskutieren im Rundgang, welche haptischen und visuellen Eigenschaften diese Materialien fuer die Funktion des Objekts mitbringen.

Vorbereitung & Details

Inwieweit schränkt radikaler Funktionalismus die individuelle Lebensqualität ein?

Moderationstipp: Beim Material-Check sollten die Schüler angeleitet werden, nicht nur die Materialien zu beschreiben, sondern ihre Wahl systematisch zu begründen, z.B. durch Vergleiche mit anderen Objekten.

Setup: Wandflächen oder Tische entlang der Raumwände

Materials: Plakatpapier oder Posterwände, Marker, Haftnotizen für Feedback

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein

Dieses Thema unterrichten

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass das Bauhaus-Thema besonders gut gelingt, wenn die Schüler selbst gestalten und diskutieren. Vermeiden Sie reine Vorträge, sondern setzen Sie auf handlungsorientierte Methoden. Nutzen Sie Alltagsbeispiele, um den Bezug zur Lebenswelt der Schüler herzustellen. Achten Sie darauf, dass die soziale Komponente des Bauhauses nicht zu kurz kommt, etwa durch Diskussionen über bezahlbaren Wohnraum.

Was Sie erwartet

Am Ende der Einheit sollten die Schüler erklären können, wie Form und Funktion zusammenhängen und warum das Bauhaus damit eine Revolution auslöste. Sie erkennen Materialgerechtigkeit und ergonomische Lösungen in ihrem Alltag und können diese Erkenntnisse in Debatten und Gestaltungsprozessen anwenden.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend des Design-Studios könnte die Aussage fallen: 'Bauhaus-Design ist immer nur kahl und ungemütlich.'

Was Sie stattdessen lehren sollten

Greifen Sie dies auf und lassen Sie die Schüler Beispiele aus dem Alltag sammeln, in denen Bauhaus-Design durch Licht, Textilien oder Farbakzente 'gemütlich' wirkt. Zeigen Sie Fotos von Interieurs wie dem Haus am Horn oder verweisen Sie auf moderne Interpretationen wie die Lampen von Ingo Maurer.

Häufige FehlvorstellungWährend des Material-Checks könnte geäußert werden: 'Design ist nur die Hübschmachung eines Produkts.'

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nutzen Sie die Gelegenheit und lassen Sie die Schüler einfache Objekte wie einen Kugelschreiber oder eine Schere auseinandernehmen. Die Schüler sollen erkennen, dass die Mechanik die Form bestimmt und umgekehrt – das Prinzip 'Form folgt Funktion' wird so direkt erfahrbar.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Nach dem Design-Studio erhalten die Schüler eine Postkarte mit einem Bild eines bekannten Bauhaus-Objekts (z.B. Wagenfeld-Lampe). Sie schreiben auf der Rückseite zwei Sätze, wie die Form die Funktion unterstützt, und nennen ein weiteres funktional gestaltetes Objekt aus ihrem Alltag.

Diskussionsfrage

Während der strukturierten Debatte 'Funktionalismus vs. Individualität' notieren Sie als Lehrkraft die wichtigsten Argumente der Schüler an der Tafel oder auf einem Plakat. Die Schüler fassen am Ende die Kernaussagen zusammen und bewerten, wie ausgewogen die Diskussion war.

Kurze Überprüfung

Nach dem Gallery Walk 'Material-Check' verteilen Sie Arbeitsblätter mit Abbildungen von Alltagsgegenständen wie einem Smartphone, Bürostuhl oder einer Kaffeetasse. Die Schüler begründen kurz, ob und wie das Prinzip 'Form folgt Funktion' angewendet wurde und welche Materialien verwendet wurden.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie schnelle Schüler auf, ein eigenes funktionales Design für ein konkretes Problem zu entwickeln, z.B. ein ergonomisches Schulmaterial.
  • Für Schüler mit Schwierigkeiten: Geben Sie vorstrukturierte Arbeitsblätter mit leeren Feldern, in die sie nur noch Stichworte eintragen müssen.
  • Vertiefen Sie mit einer Exkursion zu einem Bauhaus-Objekt in der Nähe oder einem Besuch im Museum für angewandte Kunst.

Schlüsselvokabular

Form folgt FunktionEin zentrales Designprinzip, das besagt, dass die Form eines Objekts primär durch seine vorgesehene Funktion bestimmt werden sollte. Dekorative Elemente sind zweitrangig.
MaterialgerechtigkeitDie bewusste und ehrliche Verwendung von Materialien, bei der ihre natürlichen Eigenschaften und ihr Aussehen zur Geltung kommen, ohne sie zu verfälschen.
Serielle FertigungDie Herstellung von Produkten in standardisierten, wiederholbaren Schritten, oft unter Einsatz von Maschinen, um eine Massenproduktion zu ermöglichen.
TypografieDie Kunst und Technik der Anordnung von Schrift, die im Bauhaus eine wichtige Rolle spielte, um Lesbarkeit und ästhetische Klarheit zu erreichen.
GesamtkunstwerkEin Konzept, das darauf abzielt, verschiedene Künste und Disziplinen (Architektur, Design, Kunst) zu einem einheitlichen Ganzen zu verschmelzen.

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