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Informatik · Klasse 9 · Kryptographie und IT-Sicherheit · 2. Halbjahr

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Grundprinzipien der DSGVO und deren Auswirkungen auf den Umgang mit persönlichen Daten auseinander.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Informatik und GesellschaftKMK: Sekundarstufe I - Bewerten

Über dieses Thema

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) schützt personenbezogene Daten in der EU und gilt seit 2018. Schülerinnen und Schüler in Klasse 9 erarbeiten die Kernprinzipien wie Datensparsamkeit, Transparenz, Zweckbindung und Datenminimierung. Sie lernen, dass Unternehmen Daten nur erheben dürfen, wenn ein Rechtsgrund vorliegt, und dass Betroffene informiert werden müssen. Diese Regeln wirken sich direkt auf den Alltag aus, etwa bei Apps, Social Media oder Online-Käufen, wo Daten wie IP-Adressen oder Standortinformationen betroffen sind.

Im Curriculum "Digitale Welten Gestalten" verknüpft das Thema Informatik mit gesellschaftlichen Aspekten. Die Lernenden analysieren Rechte der Einzelpersonen, wie das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung oder Widerspruch gegen Verarbeitung. Sie bewerten die Bedeutung der DSGVO für Unternehmen, die Bußgelder riskieren, und für Bürger, die Kontrolle über ihre Daten zurückgewinnen. Dies stärkt Kompetenzen in Bewertung und ethischem Denken gemäß KMK-Standards.

Aktive Lernformen machen die DSGVO greifbar, da abstrakte Prinzipien durch Rollenspiele und reale Fallbeispiele erlebbar werden. Schülerinnen und Schüler diskutieren Szenarien aus dem echten Leben, erkennen Verletzungen und entwickeln Lösungen. Solche Methoden fördern tiefes Verständnis und motivieren, da die Relevanz für den eigenen digitalen Alltag sofort spürbar ist.

Leitfragen

  1. Erklären Sie die Kernprinzipien der DSGVO (z.B. Datensparsamkeit, Transparenz).
  2. Analysieren Sie die Rechte von Einzelpersonen im Rahmen der DSGVO.
  3. Bewerten Sie die Bedeutung der DSGVO für Unternehmen und Bürger im digitalen Zeitalter.

Lernziele

  • Erklären Sie die Kernprinzipien der DSGVO, wie Datensparsamkeit und Transparenz, anhand von Beispielen aus dem digitalen Alltag.
  • Analysieren Sie die Rechte von Einzelpersonen gemäß der DSGVO, z.B. das Recht auf Auskunft und Löschung, und formulieren Sie konkrete Anwendungsfälle.
  • Bewerten Sie die Konsequenzen der Nichteinhaltung der DSGVO für Unternehmen und die Vorteile für Bürger im Hinblick auf den Schutz ihrer persönlichen Daten.
  • Identifizieren Sie personenbezogene Daten in verschiedenen digitalen Kontexten (z.B. Online-Formulare, Social Media) und ordnen Sie sie den DSGVO-Prinzipien zu.

Bevor es losgeht

Grundlagen der digitalen Kommunikation

Warum: Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, wie Daten im Internet übertragen und gespeichert werden, um die Notwendigkeit des Datenschutzes nachvollziehen zu können.

Identität und digitale Spuren

Warum: Ein Bewusstsein dafür, dass digitale Handlungen Spuren hinterlassen, ist grundlegend, um die Relevanz des Schutzes persönlicher Daten zu erkennen.

Schlüsselvokabular

personenbezogene DatenInformationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Beispiele sind Name, Adresse, E-Mail-Adresse oder auch IP-Adressen.
DatensparsamkeitDas Prinzip, nur so viele Daten zu erheben und zu speichern, wie für den jeweiligen Zweck unbedingt notwendig sind. Weniger ist mehr.
TransparenzDie Verpflichtung für Organisationen, klar und verständlich darüber zu informieren, welche Daten sie sammeln, warum sie diese sammeln und wie sie verarbeitet werden.
Recht auf AuskunftDas Recht einer Person, von einem Datenverantwortlichen zu erfahren, ob und welche Daten über sie verarbeitet werden, und eine Kopie dieser Daten zu erhalten.
ZweckbindungDaten dürfen nur für den spezifischen Zweck erhoben und verarbeitet werden, für den sie ursprünglich gesammelt wurden. Eine Weiterverwendung für andere Zwecke ist nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie DSGVO gilt nur für große Unternehmen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Tatsächlich betrifft sie alle Verantwortlichen, auch kleine Firmen oder Vereine. Aktive Diskussionen in Rollenspielen helfen, da Schüler Szenarien aus ihrem Umfeld nachstellen und die universelle Geltung erkennen.

Häufige FehlvorstellungPersönliche Daten sind nur Name und Adresse.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Dazu zählen auch IP-Adressen, Standortdaten oder Verhaltensprofile. Fallanalysen machen dies klar, weil Schüler reale Beispiele untersuchen und durch Gruppendiskussionen ihre Vorstellungen korrigieren.

Häufige FehlvorstellungDSGVO-Rechte kann man nicht durchsetzen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Betroffene können sich an Aufsichtsbehörden wenden, die Bußgelder verhängen. Rollenspiele simulieren diesen Prozess und zeigen, wie aktiv Betroffene handeln können.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Datenschutzbeauftragte in Unternehmen wie 'Otto' oder 'Zalando' prüfen regelmäßig die Einhaltung der DSGVO bei neuen Online-Diensten und Kampagnen, um Bußgelder zu vermeiden.
  • Bürgerinnen und Bürger nutzen das Auskunftsrecht, um von sozialen Netzwerken wie 'Facebook' oder 'Instagram' zu erfahren, welche Daten über sie gespeichert sind und wie diese genutzt werden.
  • Entwickler von Smartphone-Apps müssen bei der Erstellung neuer Anwendungen die DSGVO von Anfang an berücksichtigen, um sicherzustellen, dass Nutzerinformationen rechtmäßig erhoben und verarbeitet werden.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einem kurzen Szenario (z.B. 'Eine App fragt nach Zugriff auf den Standort, obwohl sie nur Spiele anzeigt'). Sie sollen auf der Karte notieren: 1. Welches DSGVO-Prinzip wird hier potenziell verletzt? 2. Welches Recht könnte die betroffene Person geltend machen?

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie gründen ein kleines Online-Geschäft. Welche drei konkreten Schritte müssen Sie sofort unternehmen, um die DSGVO einzuhalten?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und ihre Ergebnisse anschließend im Plenum vorstellen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie eine Liste von Datenpunkten (z.B. Name, IP-Adresse, Lieblingsfarbe, Kaufhistorie, Gesundheitsdaten). Die Schülerinnen und Schüler sollen für jeden Datenpunkt kurz begründen, ob und warum er als personenbezogenes Datum im Sinne der DSGVO gilt.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Kernprinzipien der DSGVO?
Zu den Kernprinzipien gehören Rechtmäßigkeit, Verarbeitungszweckbindung, Datensparsamkeit, Transparenz, Korrektheit, Speicherbegrenzung, Integrität und Vertraulichkeit sowie Rechenschaftspflicht. Diese sorgen dafür, dass Daten nur notwendig, sicher und transparent verarbeitet werden. Im Unterricht eignen sie sich für Mindmaps, um Zusammenhänge zu visualisieren und den Alltagsbezug herzustellen.
Welche Rechte haben Einzelpersonen nach DSGVO?
Betroffene haben Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung (Recht auf Vergessenwerden), Einschränkung der Verarbeitung, Datenübertragbarkeit und Widerspruch. Diese Rechte stärken die Kontrolle über eigene Daten. Praktische Übungen wie Briefvorlagen helfen Schülern, diese anzuwenden.
Warum ist die DSGVO für Unternehmen wichtig?
Unternehmen müssen Compliance sicherstellen, um Bußgelder bis zu 4 Prozent des Umsatzes zu vermeiden. Sie brauchen Datenschutzbeauftragte und Einwilligungen. Bewertungsaufgaben lassen Schüler Risiken und Vorteile abwägen, was kritisches Denken schult.
Wie fördert aktives Lernen das Verständnis der DSGVO?
Aktives Lernen macht abstrakte Regeln konkret: Durch Rollenspiele erleben Schüler Datenschutzverletzungen, in Fallanalysen bewerten sie reale Fälle und in Gruppenquizzen testen sie Wissen. Diese Methoden verbinden Theorie mit Praxis, steigern Motivation und fördern Diskussionen. Schüler internalisieren Prinzipien nachhaltig, da sie aktiv Lösungen entwickeln.

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