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Geschichte · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Wilhelminische Ära und 'Neuer Kurs'

Aktives Lernen eignet sich besonders hier, weil die Wilhelminische Ära und der 'Neue Kurs' komplexe Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeit, Politik und Macht zeigen. Durch das eigene Handeln der Schülerinnen und Schüler werden die Unterschiede in Denkweisen und Entscheidungen greifbar und nachhaltig verankert.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzUrteilskompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Partnerarbeit

Vergleichsstationen: Bismarck vs. Wilhelm II.

Richten Sie Stationen ein: eine zu Bismarcks Bündnispolitik, eine zu Wilhelms Flottenvorlage, eine zu Sozialgesetzen. Paare sammeln Fakten aus Quellen, erstellen eine Tabelle mit Ähnlichkeiten und Unterschieden, präsentieren dann.

Vergleichen Sie die politische Ausrichtung Wilhelms II. mit der Bismarcks.

ModerationstippLassen Sie die Vergleichsstationen mit konkreten Zitaten aus Bismarcks und Wilhelms Reden arbeiten, damit die Schüler die Unterschiede in der Argumentationsweise direkt nachvollziehen können.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Berater von Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1890. Welche drei Argumente würden Sie ihm nennen, um die Beibehaltung von Bismarcks Bündnissystem zu empfehlen, und welche drei Argumente, um den 'Neuen Kurs' zu unterstützen?' Lassen Sie die Schüler ihre Antworten im Plenum diskutieren.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Entlassungsdebatte

Teilen Sie Rollen zu: Wilhelm II., Bismarck, Berater. Gruppen bereiten Argumente vor, führen eine Debatte durch und voten über die Entlassung. Abschließende Reflexion notiert Folgen.

Analysieren Sie die Gründe für Bismarcks Entlassung und die Folgen des 'Neuen Kurses'.

ModerationstippIm Rollenspiel sollten Sie eine klare Rollenverteilung vorgeben und konkrete Positionen aus der Entlassungsdebatte zur Verfügung stellen, damit die Diskussion zielgerichtet verläuft.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karteikarte. Bitten Sie sie, auf der einen Seite die Hauptunterschiede zwischen Bismarcks und Wilhelms II. Außenpolitik in jeweils einem Stichpunkt zu notieren. Auf der anderen Seite sollen sie eine kurze Begründung formulieren, warum Bismarcks Entlassung für die weitere Entwicklung des Kaiserreichs bedeutsam war.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse40 Min. · Kleingruppen

Außenpolitik-Karten: Neuer Kurs

Gruppen zeichnen eine Europa-Karte 1890 und 1900, markieren Bündniswechsel und Flottenbau. Diskutieren Sie Veränderungen und präsentieren mit Pfeilen die Risiken.

Erklären Sie, wie der 'Neue Kurs' die deutsche Außenpolitik veränderte.

ModerationstippBei der Außenpolitik-Kartenarbeit ist es hilfreich, wenn die Schüler mit farbigen Markierungen arbeiten, um die Verschiebungen in den Bündnissen und Kolonialambitionen sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten: 'Bismarcks Politik' und 'Wilhelms II. Politik'. Geben Sie den Schülern eine Liste von Stichwörtern (z.B. Bündnisse, Flottenbau, Kolonien, Sozialistengesetz, Rückversicherung, Weltmachtstreben) und lassen Sie sie diese den jeweiligen Politikern zuordnen. Besprechen Sie die Ergebnisse gemeinsam.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Chronik: Schlüsselereignisse

Individuell oder in Paaren listen Ereignisse des Neuen Kurses auf, sortieren sie chronologisch und verknüpfen mit Ursachen/Folgen. Gemeinsam bauen Sie einen Klassenzeitstrahl.

Vergleichen Sie die politische Ausrichtung Wilhelms II. mit der Bismarcks.

ModerationstippBeim Zeitstrahl-Chronik sollten Sie die Schüler anleiten, nicht nur Daten zu notieren, sondern auch kurze Zusammenhänge zwischen den Ereignissen herzustellen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Berater von Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1890. Welche drei Argumente würden Sie ihm nennen, um die Beibehaltung von Bismarcks Bündnissystem zu empfehlen, und welche drei Argumente, um den 'Neuen Kurs' zu unterstützen?' Lassen Sie die Schüler ihre Antworten im Plenum diskutieren.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Nehmen Sie eine induktive Herangehensweise: Beginnen Sie mit den konkreten Widersprüchen zwischen Bismarck und Wilhelm II., bevor Sie die übergeordneten Strukturen erklären. Vermeiden Sie es, zu schnell zu generalisieren, und achten Sie darauf, dass die Schüler die Quellen selbst interpretieren. Historisches Lernen gelingt am besten, wenn die Schülerinnen und Schüler die Komplexität der Entscheidungen nachempfinden und nicht nur Fakten abrufen.

Am Ende der Einheit erkennen die Lernenden die zentralen Konfliktlinien zwischen Stabilität und Expansion, analysieren Entscheidungen vor ihrem historischen Kontext und bewerten die Folgen dieser Politik für das Kaiserreich. Ihr Verständnis wird sichtbar durch präzise Argumentation und kritische Quellenarbeit.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Vergleichsstationen 'Bismarck vs. Wilhelm II.' achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur oberflächliche Gegensätze wie 'Bismarck war klug, Wilhelm II. impulsiv' formulieren, sondern konkret die sachlichen Differenzen in Sozialpolitik, Bündnissystem und Russlandkurs herausarbeiten.

    Nutzen Sie im Rollenspiel 'Entlassungsdebatte' gezielt die Positionen der Schüler, um die sachlichen Gründe für die Entlassung zu erarbeiten und so das Klischee der rein persönlichen Motive zu korrigieren.

  • Bei der Aktivität 'Außenpolitik-Karten: Neuer Kurs' könnte der Eindruck entstehen, dass der 'Neue Kurs' allein für den Ersten Weltkrieg verantwortlich war.

    Lassen Sie die Schüler in Gruppenarbeit die schrittweise Eskalation der Spannungen mithilfe der Karten analysieren, um zu erkennen, dass es sich um einen langfristigen Prozess mit mehreren Akteuren handelte.

  • In den Vergleichsstationen 'Bismarck vs. Wilhelm II.' könnte die Vorstellung entstehen, Bismarcks Politik sei fehlerfrei und stabil gewesen.

    Verwenden Sie die Vergleichstabelle, um gezielt Schwächen wie innere Konflikte oder übermäßige Abhängigkeit von Bündnissen zu thematisieren und die Schüler in Peer-Diskussionen dazu anzuregen, kritisch zu hinterfragen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden