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Geschichte · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Preußens Aufstieg zur Hegemonialmacht

Aktive Lernmethoden eignen sich hier besonders, weil die komplexen Zusammenhänge zwischen Militärreformen, politischer Führung und territorialer Expansion für Schülerinnen und Schüler oft abstrakt bleiben. Durch konkretes Handeln wie Rollenspiele oder Kartenanalysen verankern sie historische Kausalitäten im Gedächtnis und erkennen, dass Preußens Aufstieg ein Prozess war, nicht das Werk einzelner Personen.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzOrientierungskompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Heeresreform-Schlüsselpersonen

Richten Sie vier Stationen ein: Stein (Verwaltungsreform), Scharnhorst (Ausbildung), Gneisenau (Taktik), Hardenberg (Wirtschaft). Gruppen sammeln Infos aus Quellenkarten, notieren Effekte und präsentieren. Wechsel alle 10 Minuten.

Analysieren Sie die Bedeutung der Heeresreform für Preußens militärische Stärke.

ModerationstippLassen Sie die Stationenlernen-Materialien zu Scharnhorst, Stein und Hardenberg bewusst unvollständig gestalten, damit die Schülerinnen und Schüler Lücken durch Diskussion im Team schließen müssen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit der Frage: 'Welche zwei Reformen im preußischen Heer waren Ihrer Meinung nach am wichtigsten für dessen Erfolg und warum?' Sie schreiben eine kurze Begründung (2-3 Sätze).

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Ganze Klasse

Rollenspiel: Reichstagsdebatte 1862

Teilen Sie Rollen zu: Bismarck, Abgeordnete, Offiziere. Schüler bereiten Reden vor, debattieren 'Eisen und Blut'. Moderator leitet, Klasse stimmt ab. Abschließende Reflexion zu Realpolitik.

Erklären Sie Bismarcks Politik der 'Eisen und Blut'-Rede.

ModerationstippIm Rollenspiel setzen Sie als Spielleiter gezielt Nachfragen, die Abgeordnete dazu bringen, Bismarcks Argumente mit eigenen Worten zu formulieren und so die Redeinhalte zu verinnerlichen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwiefern war Bismarcks Politik der 'Eisen und Blut'-Rede eine Fortsetzung oder eine Abkehr von den preußischen Reformen?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend ihre wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Kartenanalyse: Einigungskriege

Verteilen Sie Karten Preußens, Deutschlands, Europas. Paare markieren Schlachtenorte, Ziele und Ergebnisse der Kriege 1864-1871. Diskutieren Sie Preußens Hegemonie.

Beurteilen Sie, inwiefern Preußen die deutsche Einigung dominierte.

ModerationstippBei der Kartenanalyse bitten Sie die Schüler, in Partnerarbeit zunächst nur die geänderten Grenzen zu beschreiben, bevor sie über Ursachen sprechen, um eine Überforderung zu vermeiden.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Karte von Deutschland vor 1871 und eine nach 1871. Bitten Sie die Schüler, aufzuschreiben, welche drei militärischen oder politischen Ereignisse zwischen diesen beiden Karten zur deutschen Einigung unter preußischer Führung führten.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse40 Min. · Kleingruppen

Zeitstrahl-Bau: Preußischer Aufstieg

Gruppen erstellen interaktiven Zeitstrahl mit Reformen, Reden und Kriegen. Fügen Bilder, Zitate ein. Präsentation mit Quiz für die Klasse.

Analysieren Sie die Bedeutung der Heeresreform für Preußens militärische Stärke.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit der Frage: 'Welche zwei Reformen im preußischen Heer waren Ihrer Meinung nach am wichtigsten für dessen Erfolg und warum?' Sie schreiben eine kurze Begründung (2-3 Sätze).

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einem Überblick über die Heeresreformen, bevor sie die Schüler selbst die Reformen nachvollziehen lassen. Vermeiden Sie es, Bismarcks Politik isoliert zu betrachten, sondern zeigen Sie immer wieder die Verbindung zu den Reformen des frühen 19. Jahrhunderts. Forschungsbasiert wirkt ein chronologischer Zugang am nachhaltigsten, da er Kausalzusammenhänge verdeutlicht und Verwechslungen zwischen Reformen und Reichsgründung vorbeugt.

Am Ende der Einheit sollen die Lernenden erklären können, wie die Heeresreformen nach 1806 die Basis für Preußens Macht legten und wie Bismarck diese mit diplomatischem Geschick und militärischer Strategie ausbaute. Sie sollen zudem die Bedeutung der Einigungskriege für die Reichsgründung einordnen und historische Akteure in ihren Rollen und Entscheidungen bewerten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zur Heeresreform-Schlüsselpersonen wird oft angenommen, dass Bismarcks Macht allein aus seiner Persönlichkeit entstand.

    Nutzen Sie die Materialien zu Scharnhorst und Gneisenau, um bewusst nach der Kontinuität zu fragen: Die Schüler sollen in ihren Präsentationen explizit darlegen, welche Reformen sie übernehmen und welche Bismarck neu interpretierte.

  • Während des Rollenspiels zur Reichstagsdebatte 1862 wird 'Eisen und Blut' als reine Kriegstreiberei missverstanden.

    Fordern Sie die Schüler als Abgeordnete auf, Bismarcks Argumente in ihren eigenen Worten zusammenzufassen und zu bewerten, ob sie eine friedliche Lösung oder militärische Stärke für notwendig halten.

  • Während der Kartenanalyse zu den Einigungskriegen wird Preußen als rein militärisch agierender Akteur wahrgenommen.

    Bitten Sie die Schüler, vor der Analyse der Karten eine Liste möglicher Gründe für die Einigung zu erstellen und diese während der Partnerarbeit systematisch mit den tatsächlichen Ereignissen abzugleichen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden