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Geschichte · Klasse 5

Ideen für aktives Lernen

Die griechische Kolonisation

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil Schülerinnen und Schüler durch konkrete Handlungen wie das Platzieren von Kolonien auf einer Karte oder das Nachspielen von Entscheidungen historische Prozesse greifbar und nachvollziehbar machen. Die Mischung aus räumlicher Orientierung, Rollenspiel und kreativem Gestalten fördert nicht nur das Faktenwissen, sondern auch das historische Denken und die Empathie für die Lebensumstände der Menschen in der Antike.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 6: G 6.1 Die Welt der Griechen, Die Griechen am Mittelmeer: KolonisationKernlehrplan NRW Geschichte G9: Inhaltsfeld 2 Die griechisch-römische Antike, Ursachen und Folgen der griechischen Kolonisation
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Gruppenpuzzle35 Min. · Kleingruppen

Kartenrotation: Kolonien lokalisieren

Teilen Sie Karten des Mittelmeerraums aus. Gruppen markieren bekannte Kolonien wie Syrakus oder Tarent, zeichnen Handelsrouten ein und notieren Gründe für die Lage. Jede Gruppe präsentiert eine Route. Abschluss: Gemeinsame Weltkarte vervollständigen.

Erklären Sie die wirtschaftlichen und sozialen Ursachen der griechischen Kolonisation.

ModerationstippAchten Sie bei der Kartenrotation darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Lage der Kolonien markieren, sondern auch die Legende nutzen, um Gründe und Auswirkungen zu verorten.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte des Mittelmeerraums. Sie sollen drei wichtige griechische Kolonien einzeichnen und jeweils einen Grund für ihre Gründung (z.B. Handel, Landmangel) und eine Auswirkung (z.B. kultureller Austausch, neue Handelsbeziehungen) auf einem separaten Blatt notieren.

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Entscheidung zur Kolonisation

Schüler übernehmen Rollen als Polis-Bürger (Bauer, Händler, Oikistes). Sie diskutieren in Runden Gründe für eine Kolonie und planen die Gründung. Jede Gruppe entwirft eine Charta mit Regeln und Vorteilen.

Analysieren Sie die Auswirkungen der Kolonisation auf die Mutterstädte und die neu gegründeten Siedlungen.

ModerationstippIm Rollenspiel sollten Sie als Moderatorin oder Moderator gezielt Fragen stellen, die die Teilnehmer dazu bringen, ihre Entscheidungen mit den Ursachen aus der Kolonisation zu begründen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein junger Grieche im 8. Jahrhundert v. Chr. Würden Sie in Ihrer überfüllten Heimatstadt bleiben oder in eine unbekannte Kolonie aufbrechen? Begründen Sie Ihre Entscheidung mit mindestens zwei Argumenten, die auf den Ursachen der Kolonisation basieren.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Gruppenpuzzle40 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Analyse: Auswirkungen

Erstellen Sie einen gemeinsamen Zeitstrahl. Individuen recherchieren Ereignisse vor/nach Kolonisation (z. B. Handel mit Ägypten). Gruppen verknüpfen Ursachen mit Folgen und präsentieren mit Bildern.

Beurteilen Sie die langfristigen kulturellen und politischen Folgen der griechischen Expansion.

ModerationstippBeim Modellbau der Kolonie fordern Sie die Schülerinnen auf, ein konkretes Gebäude (z.B. Tempel, Agora) zu erklären und dabei auf die historische Funktion einzugehen.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten: 'Mutterstadt' und 'Kolonie'. Geben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Liste von Städten (z.B. Korinth, Milet, Syrakus, Massalia) und lassen Sie sie die entsprechenden Paare zuordnen. Überprüfen Sie die Zuordnungen im Plenum.

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Gruppenpuzzle50 Min. · Kleingruppen

Modellbau: Eine Kolonie

Gruppen bauen mit Karton und Ton eine typische Kolonie (Akropolis, Hafen). Beschreiben Sie wirtschaftliche Vorteile. Ausstellungsrunde mit Erklärungen zu Mutterstadt-Bezug.

Erklären Sie die wirtschaftlichen und sozialen Ursachen der griechischen Kolonisation.

ModerationstippBeim Zeitstrahl legen Sie Wert darauf, dass die Schülerinnen nicht nur Daten eintragen, sondern auch die Auswirkungen in eigenen Worten formulieren und mit Beispielen belegen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte des Mittelmeerraums. Sie sollen drei wichtige griechische Kolonien einzeichnen und jeweils einen Grund für ihre Gründung (z.B. Handel, Landmangel) und eine Auswirkung (z.B. kultureller Austausch, neue Handelsbeziehungen) auf einem separaten Blatt notieren.

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer klaren Struktur und visualisieren die Kolonisationsbewegungen zunächst auf einer großen Wandkarte, an der die Schülerinnen während der Einheit arbeiten können. Wichtig ist, von Anfang an die Unterschiede zwischen friedlicher Siedlung und militärischer Eroberung herauszuarbeiten, um spätere Fehlvorstellungen zu vermeiden. Die Kombination aus Gruppenarbeit und Plenumsphasen sorgt dafür, dass alle Lernenden aktiv einbezogen werden. Vermeiden Sie zu lange Frontalphasen oder reine Textarbeit – die antike Welt wird für Kinder der 5. Klasse erst durch Handeln und Gestalten lebendig.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die wirtschaftlichen und sozialen Ursachen der Kolonisation benennen können, den Unterschied zwischen friedlicher Siedlung und militärischer Expansion erklären und die Verflechtungen zwischen Mutterstädten und Kolonien in eigenen Worten beschreiben. Die Diskussionen im Plenum und die Arbeitsergebnisse sollten erkennen lassen, dass sie die historischen Zusammenhänge verstanden und auf andere Kontexte übertragen haben.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Entscheidung zur Kolonisation' achten Sie darauf, dass Schülerinnen nicht automatisch von Eroberung oder Krieg sprechen. Korrigieren Sie beharrlich, indem Sie sie auffordern, ihre Argumente auf friedliche Siedlung, Handel oder Landknappheit zu beziehen.

    Ergänzen Sie in der Kartenrotation eine Spalte, in der die Schülerinnen eintragen, ob es sich um eine friedliche Siedlung oder eine militärische Aktion handelt, und begründen sie die Einordnung.

  • Während der Kartenrotation beobachten Sie, ob Schülerinnen Kolonien als unabhängig von den Mutterstädten darstellen. Fordern Sie sie auf, Netzwerkkarten zu zeichnen, die Handelswege und kulturelle Verbindungen sichtbar machen.

    Lassen Sie die Schülerinnen während der Kartenrotation zusätzlich Pfeile zwischen Mutterstädten und Kolonien zeichnen und mit Stichworten wie 'Handel', 'Kult' oder 'Schutz' beschriften.

  • Während der Gruppendebatte über Vor- und Nachteile der Kolonisation hören Sie zu, ob Schülerinnen nur auf die griechischen Probleme eingehen. Lenken Sie die Diskussion gezielt auf globale Auswirkungen wie Konflikte mit Karthago.

    Integrieren Sie in die Debatte eine Karte, auf der die Schülerinnen mögliche Konfliktzonen mit anderen Kulturen (z.B. Karthago, Phönizier) markieren und diskutieren, wie diese entstanden.


In dieser Übersicht verwendete Methoden