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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Migration und Integration in Deutschland

Aktive Lernformate helfen hier, komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen. Durch Quellenarbeit, Rollenspiele und Debatten erleben Schülerinnen und Schüler Migration und Integration nicht nur theoretisch, sondern aus verschiedenen Perspektiven. So wird das Thema zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit Geschichte, Gesellschaft und eigener Haltung.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.3: Deutschland nach 1945 (Deutschland als Einwanderungsland)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 10: Umbrüche seit den 1980er Jahren (Herausforderungen des vereinten Deutschlands: Migration und Integration)
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Bürgerversammlung45 Min. · Kleingruppen

Gruppenanalyse: Quellen zu Gastarbeitern

Teilen Sie Primärquellen wie Anwerbeplakate und Zeitzeugenberichte aus. Gruppen notieren wirtschaftliche Motive und Alltagsherausforderungen, präsentieren dann Erkenntnisse. Schließen Sie mit einer Plenumdiskussion ab.

Analysieren Sie, wie Gastarbeiter, Spätaussiedler und Geflüchtete die Gesellschaft prägen.

ModerationstippGeben Sie den Gruppen für die Quellenanalyse zu Gastarbeitern konkrete Leitfragen (z.B. zu Arbeitsbedingungen oder Familienzusammenführungen), um die Diskussion zu strukturieren.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine der drei Hauptmigrantengruppen (Gastarbeiter, Spätaussiedler, Geflüchtete) und die Frage: 'Welche spezifischen Herausforderungen und Chancen brachte diese Gruppe für die deutsche Gesellschaft mit sich?' Lassen Sie die Gruppen ihre Ergebnisse präsentieren und diskutieren.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Integrationsgespräche

Schüler übernehmen Rollen als Geflüchtete, Beamte und Anwohner. Sie simulieren ein Beratungsgespräch zu Sprachkursen und Wohnen. Nachbereitung: Reflexion über Barrieren und Lösungen.

Erklären Sie, was "Leitkultur" in einer pluralistischen Gesellschaft bedeuten kann.

ModerationstippLegen Sie beim Rollenspiel 'Integrationsgespräche' Rollenkarten mit unterschiedlichen Perspektiven (z.B. Geflüchtete, Nachbarn, Arbeitgeber) vor, um den Perspektivwechsel zu erleichtern.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einem Zettel zwei Sätze zu schreiben: 1. Eine konkrete Auswirkung von Migration auf die deutsche Gesellschaft, die sie heute gelernt haben. 2. Eine Frage, die sie zum Thema 'Leitkultur' noch beschäftigt.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Leitkultur pro und contra

Teilen Sie die Klasse in zwei Teams. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert durch Sie. Abstimmung und Begründung am Ende.

Beurteilen Sie die Herausforderungen für den sozialen Zusammenhalt durch Migration.

ModerationstippModerieren Sie die Debatte zur Leitkultur mit einer klaren Zeitvorgabe und einer Regel, dass Argumente immer mit Beispielen aus den vorherigen Aktivitäten belegt werden müssen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste mit Begriffen (z.B. Anwerbeabkommen, Assimilation, Pluralismus, Integration, Rückkehrgesetz) zusammen. Bitten Sie die Schüler, jeden Begriff kurz zu definieren oder in einem Beispielsatz zu verwenden, der den Bezug zum Thema Migration und Integration in Deutschland verdeutlicht.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Zeitstrahl-Challenge30 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Challenge: Migrationswellen

Individuell oder in Paaren erstellen Schüler einen interaktiven Zeitstrahl mit Meilensteinen. Ergänzen Sie Fotos und Statistiken, präsentieren Sie digital.

Analysieren Sie, wie Gastarbeiter, Spätaussiedler und Geflüchtete die Gesellschaft prägen.

ModerationstippErstellen Sie beim Zeitstrahl zu Migrationswellen eine gemeinsame Vorlage mit leeren Feldern, die die Schüler mit prägnanten Stichworten (Jahr, Gruppe, Ereignis) füllen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine der drei Hauptmigrantengruppen (Gastarbeiter, Spätaussiedler, Geflüchtete) und die Frage: 'Welche spezifischen Herausforderungen und Chancen brachte diese Gruppe für die deutsche Gesellschaft mit sich?' Lassen Sie die Gruppen ihre Ergebnisse präsentieren und diskutieren.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf einen multiperspektivischen Ansatz, der historische Fakten mit emotionalen und sozialen Aspekten verbindet. Wichtig ist, Mythen nicht einfach zu widerlegen, sondern durch konkrete Beispiele und Quellenarbeit zu ersetzen. Vermeiden Sie eine rein politische Debatte – stattdessen stehen Menschen im Mittelpunkt. Die Forschung zeigt, dass persönliche Erzählungen und lokale Beispiele (z.B. aus der eigenen Stadt) die Akzeptanz für das Thema erhöhen.

Die Schülerinnen und Schüler wenden historische Fakten auf aktuelle Debatten an und erkennen, wie Migration Gesellschaften prägt. Sie formulieren differenzierte Argumente, hinterfragen Vorurteile und dokumentieren ihre Erkenntnisse in klaren Analysen oder Diskussionen. Erfolg zeigt sich in nuancierten Beiträgen und der Fähigkeit, verschiedene Standpunkte zu verbinden.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Gruppenanalyse zu Gastarbeitern beobachten Sie, dass einige Schüler die Zuwanderung erst ab den 1960er Jahren verorten. Lenken Sie ihre Aufmerksamkeit gezielt auf die Quellen zu früheren Migrationsbewegungen (z.B. Hugenotten ab 1685 oder polnische Arbeiter im Ruhrgebiet) und fragen Sie nach Kontinuitäten in den Motiven der Zuwanderung.

    Fordern Sie die Gruppen auf, in ihren Präsentationen jeweils einen Vergleich zwischen den Gastarbeitern der 1960er und einer früheren Migrationsgruppe (z.B. Spätaussiedler oder Geflüchtete) zu ziehen. So erkennen sie, dass Migration kein neues Phänomen ist, sondern unterschiedliche Formen annimmt.

  • Während des Rollenspiels 'Integrationsgespräche' hören Sie Schüler sagen, Integration sei allein Aufgabe der Migranten. Unterbrechen Sie das Spiel kurz und fragen Sie die Gruppe: 'Welche konkreten Erwartungen hat die deutsche Gesellschaft an sich selbst, wenn sie von Migranten Anpassung verlangt?'

    Fordern Sie die Schüler nach dem Rollenspiel auf, eine Liste mit gegenseitigen Erwartungen zu erstellen (z.B. 'Migranten lernen Deutsch' vs. 'Deutsche akzeptieren religiöse Feiertage'). Diskutieren Sie, wo diese Erwartungen realistisch oder problematisch sind.

  • Während der Debatte zur Leitkultur argumentieren einige Schüler pauschal, Migration zerstöre den Zusammenhalt. Unterbrechen Sie die Debatte und stellen Sie die Frage: 'Welche konkreten Beispiele aus unserer Quellenarbeit oder Rollenspiel widerlegen diese Aussage?'

    Fordern Sie die Schüler auf, in ihren Redebeiträgen jeweils ein positives Beispiel aus den vorherigen Aktivitäten (z.B. türkischstämmige Unternehmer oder erfolgreiche Integration von Spätaussiedlern) zu nennen und zu erklären, wie dieses den Zusammenhalt stärkt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden