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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Deutsche Kolonialpolitik und Völkermord

Aktives Lernen wirkt hier, weil es den Schülern ermöglicht, die abstrakten Begriffe Kolonialismus und Völkermord konkret erfahrbar zu machen. Durch die Auseinandersetzung mit historischen Orten, Befehlen und Zeugnissen wird das Thema greifbar und emotional zugänglich, ohne die historische Verantwortung zu relativieren.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 11.3: Imperialismus und Erster Weltkrieg (Der deutsche Imperialismus)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 5: Imperialismus und Erster Weltkrieg (Deutsche Kolonialherrschaft)KMK Bildungsstandards: Inhaltsfeld 6: Imperialismus und Erster Weltkrieg (Deutscher Imperialismus)
30–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis90 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Der Weg zum Genozid

Schüler rekonstruieren anhand von Quellen (Befehle, Tagebücher) die Eskalation der Gewalt und diskutieren die Merkmale, die diesen Konflikt zum Völkermord machen.

Analysieren Sie die Besonderheiten der deutschen Kolonialpolitik im Vergleich zu anderen Mächten.

ModerationstippLegen Sie bei der Collaborative Investigation Wert auf die gezielte Auswahl von Quellen, die sowohl deutsche als auch Herero- und Nama-Perspektiven zeigen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwiefern können die Methoden und die Ideologie der deutschen Kolonialherrschaft als Vorläufer für die Verbrechen des Nationalsozialismus betrachtet werden?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend ihre wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Museumsgang45 Min. · Kleingruppen

Museumsgang: Koloniale Spuren heute

Präsentation von Beispielen heutiger Debatten: Straßennamen, Museumsexponate (Raubkunst) und Entschädigungsfragen zwischen Deutschland und Namibia.

Erklären Sie die Ereignisse, die zum Völkermord an den Herero und Nama führten.

ModerationstippVergewissern Sie sich beim Gallery Walk, dass die Schüler nicht nur die sichtbaren kolonialen Spuren identifizieren, sondern auch ihre historische Einordnung vornehmen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einem Zettel zwei spezifische Unterschiede und zwei Gemeinsamkeiten zwischen der deutschen Kolonialpolitik und der Kolonialpolitik einer anderen europäischen Macht (z.B. Großbritannien oder Frankreich) zu notieren.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Kontinuitäten der Gewalt

Diskussion über die These, ob koloniale Konzentrationslager und Rassentheorien eine direkte Linie zum Nationalsozialismus ziehen lassen.

Beurteilen Sie die Kontinuitäten zwischen Kolonialverbrechen und späterem NS-Unrecht.

ModerationstippNutzen Sie beim Think-Pair-Share die Methode, um die Schüler gezielt zu kontroversen Aussagen zu führen, die eine differenzierte Betrachtung erfordern.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern kurze Auszüge aus Primärquellen (z.B. Briefe von Kolonialbeamten, Berichte von Herero- oder Nama-Vertretern, Befehle von Trotha). Die Schüler sollen die Quelle identifizieren (wer hat sie verfasst, wann, zu welchem Zweck) und eine zentrale Aussage daraus ableiten.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen die Bedeutung einer multiperspektivischen Quellenarbeit, die deutsche Täterdokumente mit Opfernarrativen kontrastiert. Vermeiden Sie eine rein chronologische Abhandlung des Themas – stattdessen sollten die Schüler die Ideologien hinter der Gewalt und ihre langfristigen Folgen analysieren. Aktuelle Bezüge helfen, die Relevanz des Themas zu verdeutlichen, ohne die historische Distanz zu verwischen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schüler die genozidale Absicht der deutschen Kolonialpolitik erkennen und Verbindungen zu späteren Gewaltstrukturen herstellen können. Sie sollen Materialien kritisch einordnen und eigene Positionen begründet vertreten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Collaborative Investigation zum Thema 'Der Weg zum Genozid' könnte die Annahme aufkommen, die deutschen Kolonien seien friedlicher als die anderer Mächte gewesen.

    Nutzen Sie den Vergleich der Opferzahlen und Kriegsmethoden aus den Materialien dieser Aktivität, um die Brutalität in Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika direkt gegenüberzustellen und das Bild der 'humanen' deutschen Kolonialherrschaft zu korrigieren.

  • Während der Analyse des 'Vernichtungsbefehls' im Rahmen der Collaborative Investigation könnte die Ansicht entstehen, der Völkermord an den Herero sei ein bloßer Unfall des Krieges gewesen.

    Verweisen Sie die Schüler auf den expliziten Wortlaut des Befehls und die Struktur der Quellen in dieser Aktivität, um die genozidale Absicht und bewusste Planung durch von Trotha deutlich zu machen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden