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Geschichte · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Imperialismus und Kolonialismus im Kaiserreich

Aktive Methoden helfen den Schülerinnen und Schülern, die komplexen Zusammenhänge von Imperialismus und Kolonialismus im Kaiserreich nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern durch konkrete Handlungen nachzuvollziehen. Durch Rollenspiele, Quellenarbeit und Kartenanalyse werden die abstrakten Motive und Folgen erfahrbar und kritisch hinterfragt.

KMK BildungsstandardsBayern LehrplanPLUS G 11.2: Die Motive, Formen und Ziele imperialistischer Politik erläutern.NRW Kernlehrplan Sek II, Inhaltsfeld 5: Die Motive und Ziele des Imperialismus sowie seine Folgen für die kolonisierten Völker untersuchen.KMK Bildungsstandards, Die moderne Industriegesellschaft: Imperialismus und Erster Weltkrieg.
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen50 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Motive der Expansion

Richten Sie vier Stationen ein: wirtschaftliche Motive (Handelsbilanzen analysieren), politische (Berliner Kongokonferenz-Quellen), ideologische (Rassismus-Zitate) und Folgen (Herero-Aufstand-Berichte). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, sammeln Belege und präsentieren Zusammenfassungen.

Welche Motive trieben die europäische Expansion in Afrika und Asien an?

ModerationstippBeim Stationenlernen achten Sie darauf, dass jede Station konkrete Materialien wie Briefe, Statistiken oder Karikaturen enthält, die die Schüler direkt analysieren und diskutieren müssen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwiefern beeinflusst die koloniale Vergangenheit das heutige Selbstverständnis Deutschlands?'. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler zunächst einzeln Stichpunkte sammeln und dann in Kleingruppen diskutieren, bevor sie ihre wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Berliner Kongokonferenz

Teilen Sie Rollen zu (Staatenvertreter, Kritiker, Kolonialherren). Schüler verhandeln über Afrikateilung, berücksichtigen Motive und Folgen. Abschließende Reflexion diskutiert reale Ungerechtigkeiten.

Wie wirkte sich der koloniale Rassismus auf das Selbstbild der Deutschen aus?

ModerationstippIm Rollenspiel zur Berliner Kongokonferenz geben Sie den Schülerinnen und Schülern klare Rollenbeschreibungen mit historischen Zitaten, um die unterschiedlichen Interessen und Machtverhältnisse authentisch darstellen zu lassen.

Worauf zu achten istGeben Sie jeder Schülerin und jedem Schüler eine Karte mit einer der folgenden Rollen: deutscher Kolonialbeamter, Herero-Krieger, deutscher Reichstagsabgeordneter. Bitten Sie sie, eine kurze Notiz (3-4 Sätze) aus dieser Perspektive zu verfassen, die ihre Haltung zum Kolonialismus im Kaiserreich widerspiegelt.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse35 Min. · Partnerarbeit

Quellenkonfrontation: Herero-Aufstand

Paare erhalten deutsche Offiziersberichte und Herero-Zeugenaussagen. Sie vergleichen Perspektiven, identifizieren Verzerrungen und erstellen eine Bilanz der Verbrechen.

Analysieren Sie die Verbrechen des deutschen Kolonialismus, z.B. im Herero-Aufstand.

ModerationstippBei der Quellenkonfrontation zum Herero-Aufstand konfrontieren Sie die Schüler direkt mit widersprüchlichen Quellen, um sie dazu anzuregen, die Perspektiven der Täter und Opfer zu vergleichen und zu hinterfragen.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein Bild oder eine Karikatur aus der Zeit des deutschen Kolonialismus. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, drei Beobachtungen zu notieren und eine Vermutung zu formulieren, welche Botschaft das Bild vermitteln soll und welche Motive dahinterstecken könnten.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Kartenarbeit: Deutsche Kolonien

Individuell oder in Paaren markieren Schüler Kolonien auf einer Weltkarte, notieren Motive und Folgen. Gemeinsame Präsentation verbindet mit aktuellen Konflikten.

Welche Motive trieben die europäische Expansion in Afrika und Asien an?

ModerationstippBei der Kartenarbeit zu den deutschen Kolonien achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur die räumliche Verteilung, sondern auch die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge zwischen den Kolonien und dem Deutschen Reich erkennen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwiefern beeinflusst die koloniale Vergangenheit das heutige Selbstverständnis Deutschlands?'. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler zunächst einzeln Stichpunkte sammeln und dann in Kleingruppen diskutieren, bevor sie ihre wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf eine Balance zwischen Empathieförderung und kritischer Distanz. Sie vermeiden eine einseitige Darstellung, die die Kolonialzeit entweder verherrlicht oder ausschließlich als moralische Verfehlung darstellt. Stattdessen nutzen sie multiperspektivische Ansätze, die sowohl die Täter- als auch die Opferperspektive sichtbar machen. Wichtig ist, dass die Schüler die historischen Strukturen verstehen, ohne die Verantwortung der Täter zu relativieren oder die Leidenserfahrungen der Kolonisierten zu romantisieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die wirtschaftlichen, politischen und rassistischen Motive der Expansion erklären können und die systematische Gewalt in den Kolonien, insbesondere beim Herero- und Nama-Aufstand, historisch einordnen. Sie erkennen zudem die Langzeitfolgen des Kolonialismus für heutige Debatten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zu den Motiven der Expansion beobachten Sie, dass einige Schüler die Darstellung als rein wirtschaftlich und friedlich übernehmen.

    Nutzen Sie die Stationen, um gezielt rassistische und gewalttätige Aspekte der Expansion zu thematisieren. Fordern Sie die Schüler auf, in ihren Gruppen zu diskutieren, wie Rassismus und Gewalt in den Quellen und Materialien sichtbar werden und welche Rolle sie in der deutschen Kolonialpolitik spielten.

  • Während des Rollenspiels zur Berliner Kongokonferenz vertreten einige Schüler die Ansicht, dass der Kolonialismus nur das deutsche Selbstbild stärkte.

    Lenken Sie die Debatte im Rollenspiel darauf, dass der Kolonialismus auch innere Konflikte und Rassismusvorstellungen in Deutschland schuf. Fordern Sie die Schüler auf, nach den Langzeitfolgen für die deutsche Gesellschaft zu fragen und heutige Kontinuitäten zu benennen.

  • Während des Stationenlernens zu den Motiven der Expansion glauben einige Schüler, dass die Verbrechen Einzelfälle ohne Systemcharakter waren.

    Nutzen Sie die Stationen, um den systematischen Charakter der Gewalt sichtbar zu machen. Fordern Sie die Schüler auf, in ihren Gruppen Befehle, Lagerstrukturen und politische Entscheidungen zu sammeln und Muster zu identifizieren, die auf eine systematische Politik hindeuten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden