Skip to content
Geschichte · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Die Rolle der Medien in BRD und DDR

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Schüler die Unterschiede in den Medienlandschaften nur durch eigene Analyse und Reflexion wirklich verstehen. Durch den Vergleich konkreter Quellen und Rollenspiele erleben sie, wie Systeme Medien steuern und wie Menschen damit umgehen.

KMK BildungsstandardsMethodenkompetenzOrientierungskompetenz
30–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Quellenrätsel30 Min. · Partnerarbeit

Quellenvergleich: BRD vs. DDR-Artikel

Teilen Sie Paare Zeitungsartikel aus BRD und DDR zu einem Ereignis wie der Berliner Mauer ein. Lassen Sie sie Unterschiede in Sprache, Inhalt und Ton notieren. Beenden Sie mit Partnergespräch und Plakatpräsentation.

Analysieren Sie die Unterschiede in der Pressefreiheit und Zensur zwischen BRD und DDR.

ModerationstippBei der Quellenanalyse leiten Sie die Schüler an, nicht nur Inhalte zu vergleichen, sondern auch Layout, Sprache und Zielgruppe zu beachten.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern zwei kurze Textauszüge, einen aus einer BRD-Zeitung und einen aus einer DDR-Zeitung, die über dasselbe Ereignis berichten. Bitten Sie sie, auf dem Ticket zwei wesentliche Unterschiede in der Darstellung zu notieren und zu erklären, welche Funktion diese Unterschiede für das jeweilige System hatten.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Redaktionssitzung DDR

Gruppen von vier übernehmen Rollen als SED-Zensor, Journalist und Chefredakteur. Sie debattieren über einen Artikel zu Honeckers Politik und entscheiden über Freigabe. Danach Reflexion: Welche Zwänge wirkten?

Erklären Sie, wie die Medien zur Legitimierung oder Delegitimierung der jeweiligen Systeme beitrugen.

ModerationstippIm Rollenspiel halten Sie die Schüler durch gezielte Fragen dazu an, ihre Rolle konsequent durchzuhalten und Zensurmechanismen aktiv zu erleben.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wie stark beeinflusste das westliche Fernsehen (z.B. West 3, ARD) die Wahrnehmung der DDR-Bürger von ihrer eigenen Gesellschaft und dem Westen?' Lassen Sie die Schüler diskutieren, welche Beweise sie für diese Beeinflussung anführen können und welche Rolle die DDR-Führung bei der Reaktion darauf spielte.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Quellenrätsel35 Min. · Ganze Klasse

Medien-Timeline: Whole Class

Die Klasse baut gemeinsam eine Timeline mit Meilensteinen wie Gründung ARD, DDR-Fernsehmonopol und Samisdat. Jeder Schüler trägt eine Karte bei und begründet ihren Eintrag.

Beurteilen Sie den Einfluss westlicher Medien auf die Bevölkerung der DDR.

ModerationstippIn der Medien-Timeline achten Sie darauf, dass Schüler nicht nur Daten nennen, sondern Zusammenhänge zwischen politischen Entscheidungen und Medienreformen herstellen.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Schlagzeile oder ein Bild aus einer typischen DDR-Zeitung (z.B. Neues Deutschland). Bitten Sie die Schüler, in einer Minute aufzuschreiben, welche Botschaft die Zeitung hier vermitteln wollte und wie sie dies durch die Wahl der Worte oder des Bildes erreicht hat.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Debatte40 Min. · Kleingruppen

Debatte: Westmedien-Einfluss

Teilen Sie in zwei Gruppen: Pro und Contra zum Einfluss von ARD/ZDF auf DDR-Bürger. Jede Gruppe bereitet Argumente mit Quellen vor, moderiert Debatte folgt.

Analysieren Sie die Unterschiede in der Pressefreiheit und Zensur zwischen BRD und DDR.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern zwei kurze Textauszüge, einen aus einer BRD-Zeitung und einen aus einer DDR-Zeitung, die über dasselbe Ereignis berichten. Bitten Sie sie, auf dem Ticket zwei wesentliche Unterschiede in der Darstellung zu notieren und zu erklären, welche Funktion diese Unterschiede für das jeweilige System hatten.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

Nutzen, bearbeiten, drucken oder teilen.

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte kombinieren hier Quellenarbeit mit emotionalem Zugang. Sie vermeiden reine Faktenvermittlung, weil die Wirkung von Medien in Diktatur und Demokratie nur durch persönliche Auseinandersetzung spürbar wird. Nutzen Sie Alltagsbeispiele wie Schlagzeilen oder Werbung, um die Unterschiede greifbar zu machen.

Am Ende können Schüler erklären, wie Medien in beiden Systemen funktionierten und welche Rolle sie für die Stabilität oder Infragestellung des Systems spielten. Sie erkennen Unterschiede in Struktur, Funktion und Wirkung auf die Öffentlichkeit.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • In der DDR gab es gar keine Medienkritik.

    Während des Rollenspiels 'Redaktionssitzung DDR' achten Sie darauf, dass Schüler erkennen, wie Kritik nur verdeckt oder über Westmedien möglich war. Fragen Sie gezielt nach versteckten Botschaften oder Lücken in der Berichterstattung.

  • BRD-Medien waren immer vollständig objektiv und frei.

    Beim Quellenvergleich 'BRD vs. DDR-Artikel' konfrontieren Sie die Schüler mit Artikeln zu umstrittenen Themen (z.B. NATO-Doppelbeschluss). Fordern Sie sie auf, sprachliche und inhaltliche Verzerrungen zu markieren und zu diskutieren.

  • Medien spielten in der DDR keine große Rolle für die Systemlegitimation.

    Während der Medien-Timeline 'Whole Class' stellen Sie Verbindungen zwischen scheinbar neutralen Meldungen und politischen Zielen her. Fragen Sie, wie Alltagsberichte wie 'Neuer Rekord in der Braunkohleförderung' das Bild der DDR als fortschrittlich prägen sollten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden