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Geographie · Klasse 9 · Bevölkerung und Migration · 2. Halbjahr

Ernährung der Weltbevölkerung sichern

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Tragfähigkeit der Erde und Strategien zur Sicherung der Welternährung.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - SystemcheckKMK: Sekundarstufe I - Handlung

Über dieses Thema

Die Sicherung der Welternährung für bald 10 Milliarden Menschen ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. In diesem Thema untersuchen die Schülerinnen und Schüler die Tragfähigkeit der Erde und die Verteilung von Ressourcen. Sie analysieren den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum, Flächenverbrauch und globalem Hunger sowie die Rolle der industriellen Landwirtschaft im Vergleich zu ökologischen Ansätzen.

Die KMK-Standards fordern hier eine System- und Handlungskompetenz. Die Jugendlichen bewerten technologische Innovationen wie Vertical Farming oder die Grüne Gentechnik kritisch. Sie reflektieren ihren eigenen Fleischkonsum und dessen Auswirkungen auf den Regenwald oder den Weltmarktpreis für Getreide. Durch kooperative Problemlösungen, bei denen sie Strategien für eine nachhaltige Welternährung entwerfen, begreifen sie, dass Hunger oft kein Mangel an Nahrung, sondern ein Problem der Verteilung und der Armut ist.

Leitfragen

  1. Kann die Erde 10 Milliarden Menschen nachhaltig ernähren?
  2. Welche Rolle spielt der Fleischkonsum für den globalen Flächenverbrauch?
  3. Wie sinnvoll sind technologische Lösungen wie Vertical Farming?

Lernziele

  • Analysieren Sie die globalen Nahrungsnetze und identifizieren Sie Engpässe in der Versorgungskette.
  • Bewerten Sie die Nachhaltigkeit verschiedener landwirtschaftlicher Praktiken hinsichtlich ihres Ressourcenverbrauchs und ihrer Umweltauswirkungen.
  • Vergleichen Sie die Effizienz von pflanzlicher und tierischer Ernährung im Hinblick auf Land- und Wasserbedarf.
  • Entwerfen Sie eine Strategie zur Verbesserung der globalen Nahrungsverteilung unter Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren.

Bevor es losgeht

Bevölkerungswachstum und seine Ursachen

Warum: Grundlegendes Verständnis der Faktoren, die das globale Bevölkerungswachstum beeinflussen, ist notwendig, um die Herausforderungen der Welternährung zu verstehen.

Grundlagen der Ökosysteme und Stoffkreisläufe

Warum: Kenntnisse über Energiefluss und Nährstoffkreisläufe in Ökosystemen sind essenziell, um die Auswirkungen landwirtschaftlicher Praktiken auf die Umwelt zu bewerten.

Schlüsselvokabular

Tragfähigkeit der ErdeDie maximale Populationsgröße einer Art, die ihre Umwelt dauerhaft unterstützen kann, ohne ihre Ressourcen zu erschweren.
FlächenverbrauchDie Landfläche, die für die Produktion von Nahrungsmitteln, Futtermitteln, Fasern und Biokraftstoffen benötigt wird, einschließlich der Flächen für Weideland und Anbau.
Vertical FarmingDie Praxis des Anbaus von Pflanzen in vertikal gestapelten Schichten, oft in kontrollierten Umgebungen wie Gebäuden, was den Flächenbedarf reduziert.
NahrungsnetzEin komplexes System von Nahrungsbeziehungen, das zeigt, wer wen in einem Ökosystem frisst, und die Energieflüsse darstellt.
RessourcenverteilungDie Art und Weise, wie natürliche und wirtschaftliche Ressourcen auf verschiedene Regionen und Bevölkerungsgruppen aufgeteilt werden.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungEs gibt Hunger auf der Welt, weil wir nicht genug Nahrung produzieren können.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Wir produzieren theoretisch genug Kalorien für alle, aber vieles wird als Tierfutter oder Biosprit verwendet oder weggeworfen. Durch die Analyse von Nahrungsmittelverlusten lernen Schüler, dass Verteilung und Nutzung das Hauptproblem sind.

Häufige FehlvorstellungBio-Landwirtschaft allein kann die Welt niemals ernähren.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Studien zeigen, dass ökologische Methoden bei richtiger Anwendung hohe Erträge liefern und die Bodenfruchtbarkeit langfristig sichern. In Diskussionen wägen Schüler die kurzfristigen Erträge der Industrie gegen die langfristige Stabilität von Ökosystemen ab.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Ernährungsberaterinnen und -berater in internationalen Hilfsorganisationen wie dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen entwickeln Strategien zur Bekämpfung von Mangelernährung in Krisenregionen und arbeiten mit lokalen Gemeinschaften zusammen.
  • Landwirte in Deutschland experimentieren mit Precision Farming und neuen Anbaumethoden wie der Aquaponik, um den Ertrag zu steigern und gleichzeitig den Einsatz von Wasser und Dünger zu minimieren.
  • Verbraucher in Supermärkten treffen täglich Entscheidungen über den Kauf von Lebensmitteln, die indirekt Auswirkungen auf globale Landnutzungsmuster und den Regenwaldschutz haben, je nach Herkunft und Produktionsweise der Produkte.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Hauptgründe, warum die Erde möglicherweise nicht 10 Milliarden Menschen nachhaltig ernähren kann, und schlagen Sie eine konkrete Maßnahme vor, um eines dieser Probleme anzugehen.'

Diskussionsfrage

Lehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil einer globalen Konferenz zur Welternährung. Diskutieren Sie in Kleingruppen: Welche Rolle sollte technologische Innovation wie Vertical Farming spielen im Vergleich zu traditionellen, ökologischen Landwirtschaftsmethoden? Begründen Sie Ihre Prioritäten.'

Kurze Überprüfung

Lehrkraft präsentiert eine Grafik zum globalen Fleischkonsum und Flächenverbrauch. Die Schülerinnen und Schüler notieren auf einem Arbeitsblatt: 'Welchen Zusammenhang zeigt die Grafik? Welche Schlussfolgerung ziehen Sie daraus für Ihren eigenen Konsum?'

Häufig gestellte Fragen

Was ist die 'Tragfähigkeit' der Erde?
Die Tragfähigkeit beschreibt die maximale Anzahl an Menschen, die auf der Erde dauerhaft leben können, ohne die natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. Sie hängt stark vom Lebensstil und der Ernährung (z.B. Fleischkonsum) ab.
Warum ist Fleischkonsum so flächenintensiv?
Um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren, werden bis zu 10 Kilogramm pflanzliches Futter benötigt. Die dafür nötigen Ackerflächen fehlen für den direkten Anbau von Nahrungsmitteln für Menschen.
Wie kann aktives Lernen das Thema Ernährung greifbar machen?
Durch 'Food-Audits' oder das Planen von globalen Speiseplänen. Wenn Schüler selbst berechnen, wie viel Land für ihr Lieblingsessen nötig ist, wird der Zusammenhang zwischen lokalem Konsum und globaler Tragfähigkeit sofort verständlich und persönlich relevant.
Was ist Vertical Farming?
Vertical Farming ist der Anbau von Pflanzen in gestapelten Schichten, oft in Gebäuden unter kontrollierten Bedingungen. Es spart Platz und Wasser und ermöglicht die Produktion direkt in Städten, ist aber derzeit noch sehr energieintensiv.