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Geographie · Klasse 7 · Kräfte der Natur: Endogene und exogene Prozesse · 1. Halbjahr

Gletscher als Landschaftsformer

Die Schülerinnen und Schüler analysieren die erosive und akkumulative Wirkung von Gletschern und die daraus resultierenden Landformen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - FachwissenKMK: Sekundarstufe I - Erkenntnisgewinnung

Über dieses Thema

Gletscher formen Landschaften durch erosive und akkumulative Prozesse. Schülerinnen und Schüler lernen, dass Gletscher durch Abrasion und Plucking Gestein abtragen und U-förmige Täler, Cirques und Fjorde schaffen. Akkumulation führt zu Moränen, Drumlins und Outwash-Ebenen. In Hochgebirgen wie den Alpen wirken Gletscher heute noch, während in Norddeutschland Relikte der Weichsel-Eiszeit sichtbar sind. Diese Analyse verbindet exogene Kräfte mit geologischen Zeiträumen.

Im KMK-Lehrplan Sekundarstufe I fördert das Thema Fachwissen zu endogenen und exogenen Prozessen sowie Erkenntnisgewinnung durch Beobachtung und Vergleich. Schüler vergleichen aktive Gletscher mit pleistozänen Landschaften und diskutieren Klimawandel-Effekte wie Rückzug der Gletscher seit 1850, was 90 Prozent des Volumens betrifft. Das schult systemisches Denken und räumliche Vorstellung.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da abstrakte Prozesse durch Modelle und Karten greifbar werden. Schüler bauen Gletschermodelle oder analysieren Satellitenbilder, was Beobachtungen mit Erklärungen verknüpft und langfristiges Verständnis vertieft.

Leitfragen

  1. Erklären Sie die Mechanismen der glazialen Erosion und Akkumulation.
  2. Vergleichen Sie die durch Gletscher geformten Landschaften in Hochgebirgen und ehemaligen Eiszeitgebieten.
  3. Analysieren Sie die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher weltweit.

Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler erklären die Prozesse der glazialen Erosion (Abrasion, Plucking) und Akkumulation (Moränenbildung).
  • Die Schülerinnen und Schüler vergleichen die charakteristischen Landformen von Hochgebirgsgletschern (z.B. Kare, Trogtäler) mit denen von eiszeitlichen Ablagerungen (z.B. Drumlinfelder, Sander).
  • Die Schülerinnen und Schüler analysieren anhand von Kartenmaterial und Diagrammen die Veränderungen von Gletschern im Alpenraum seit dem 19. Jahrhundert im Kontext des Klimawandels.
  • Die Schülerinnen und Schüler identifizieren und klassifizieren verschiedene glaziale und periglaziale Landformen auf topografischen Karten.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Plattentektonik und Gebirgsbildung

Warum: Ein Verständnis der endogenen Kräfte, die Gebirge schaffen, ist notwendig, um die Entstehung von Hochgebirgen zu verstehen, in denen Gletscher heute aktiv sind.

Verwitterung und Bodentypen

Warum: Grundkenntnisse über Verwitterungsprozesse helfen, die Zerkleinerung von Gestein durch Gletscher zu verstehen und die Zusammensetzung von Moränenmaterial einzuordnen.

Schlüsselvokabular

GletschererosionDer Prozess, bei dem ein Gletscher Gestein und Sedimente abträgt. Dies geschieht hauptsächlich durch Abrasion (Zerkratzen durch Eis und Gesteinsmaterial) und Plucking (Herausbrechen von Gesteinsbrocken).
GletscherakkumulationDie Ablagerung von Gesteinsmaterial und Sedimenten durch einen Gletscher. Dies führt zur Bildung von Moränen und anderen Ablagerungsformen.
TrogtalEin U-förmiges Tal, das durch die erosive Kraft eines Gletschers geformt wurde. Es unterscheidet sich von einem V-förmigen Flusstal durch seine breite Sohle und steilen Wände.
MoräneEine Ablagerung von Gesteinsmaterial, das von einem Gletscher transportiert und abgelagert wurde. Moränen können als Rücken, Hügel oder Bedeckungen im Gelände auftreten.
DrumlinEin länglicher, stromlinienförmiger Hügel aus Gletschermaterial, der in der Fließrichtung des ehemaligen Gletschers ausgerichtet ist. Sie entstehen oft in Gruppen, sogenannten Drumlinfeldern.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungGletscher schieben nur Erde zur Seite, ohne zu erodieren.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Erosion entsteht durch Abrasion und Plucking, was U-Täler statt V-Täler formt. Hands-on-Modelle mit Eis und Ton lassen Schüler den Unterschied selbst erleben und korrigieren Vorstellungen durch Beobachtung.

Häufige FehlvorstellungGletscherlandschaften existieren nur in Hochgebirgen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Formen stammen aus der Eiszeit und finden sich in Norddeutschland. Kartenvergleiche in Gruppen helfen, regionale Unterschiede zu erkennen und das pleistozäne Erbe zu verstehen.

Häufige FehlvorstellungKlimawandel beeinflusst Gletscher nicht spürbar.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Seit 1850 schrumpfen Gletscher weltweit um 90 Prozent. Datenanalysen in Aktivitäten visualisieren Trends und fördern Diskussionen über Ursachen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Geologen und Glaziologen untersuchen heute aktiv die Gletscher in den Alpen, um deren Rückgang aufgrund des Klimawandels zu dokumentieren und die Auswirkungen auf Wasserressourcen und Naturgefahren (z.B. Gletscherseeausbrüche) zu bewerten.
  • Die Analyse von eiszeitlichen Ablagerungen in Norddeutschland, wie z.B. die Endmoränenzüge der Mecklenburgischen Seenplatte, hilft Archäologen und Historikern, die Besiedlungsgeschichte der Region zu verstehen und landwirtschaftliche Potenziale abzuschätzen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Jede Schülerin und jeder Schüler erhält eine Karte mit einem Bild einer Landform (z.B. Kar, Trogtal, Moräne, Drumlin). Sie sollen den Namen der Form und eine kurze Beschreibung des Entstehungsprozesses (Erosion oder Akkumulation) notieren.

Kurze Überprüfung

Stellen Sie eine topografische Karte einer Region mit Gletscherspuren (z.B. Alpenvorland oder Skandinavien) zur Verfügung. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, drei verschiedene glaziale Landformen zu identifizieren und ihre Entstehung kurz zu erläutern.

Diskussionsfrage

Diskutieren Sie in Kleingruppen: 'Welche zwei Hauptunterschiede gibt es zwischen einem Tal, das von einem Fluss geformt wurde, und einem von einem Gletscher geformten Tal? Begründen Sie Ihre Antworten mit den spezifischen Prozessen Erosion und Akkumulation.'

Häufig gestellte Fragen

Wie erkläre ich glaziale Erosion in Klasse 7?
Beginnen Sie mit Alltagsbeispielen wie Schuhsohlen auf Asphalt für Abrasion. Bauen Sie Modelle mit Eis und Ton, um Plucking zu zeigen. Schüler protokollieren Veränderungen und verknüpfen sie mit realen Landformen wie dem Aletschgletscher. Das macht Prozesse greifbar und verbindet Theorie mit Praxis in 45 Minuten.
Welche Landformen entstehen durch Gletscherakkumulation?
Moränen, Drumlins und Outwash-Ebenen bilden sich durch Sedimentablagerung. Moränen sind Schuttwälle am Gletscherrand, Drumlins stromlinienförmige Hügel. Aktivitäten wie Moränen-Modelle mit Sand und Eis helfen Schülern, Ablagerungsprozesse nachzuvollziehen und mit Karten zu vergleichen.
Wie wirkt sich Klimawandel auf Gletscher aus?
Gletscher verlieren Masse durch höhere Temperaturen, was Meerespiegelanstieg verursacht. Weltweit schmelzen sie schneller, z. B. im Himalaya. Schüler analysieren Diagramme und diskutieren Folgen wie Wassermangel, was Bewusstsein für globale Zusammenhänge schafft.
Wie fördert aktives Lernen das Verständnis von Gletschern?
Modelle und Stationen machen unsichtbare Prozesse sichtbar, z. B. Erosion durch Eisblöcke spüren. Gruppenarbeit fördert Diskussionen, die Fehlvorstellungen klären. Vergleiche mit Karten vertiefen räumliches Denken, während Simulationen Klimawandel erfahrbar machen und Motivation steigern.