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Geographie · Klasse 6 · Naturkräfte und die Gestaltung der Erdoberfläche · 1. Halbjahr

Gletscher und Eiszeiten: Landschaftsformer der Vergangenheit

Die Schülerinnen und Schüler identifizieren Spuren der Eiszeiten in der heutigen Landschaft und verstehen die Rolle von Gletschern als Landschaftsformer.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - GeomorphologieKMK: Sekundarstufe I - Klimageschichte

Über dieses Thema

Gletscher und Eiszeiten formen die Landschaft durch Erosion und Ablagerung. Schülerinnen und Schüler in Klasse 6 erkennen, wie Gletscher Gestein abschleifen und U-förmige Täler, Cirques oder Fjorde schaffen. Sie untersuchen Moränen, Drumlin und Findlinge als Ablagerungen. In Deutschland finden sie Spuren in den Alpen, dem Bayerischen Wald oder dem norddeutschen Tiefland, etwa Zungenbecken oder Geschiebe.

Gemäß KMK-Standards zu Geomorphologie und Klimageschichte verbindet das Thema vergangene Kaltzeiten mit heutigen Prozessen. Schüler erklären, wie Gletscher unter Schwerkraft und Druck voranschreiten, Gestein transportieren und ablagern. Sie analysieren regionale Beispiele und prognostizieren Folgen des Gletscherschwunds: Weniger Schmelzwasser bedroht Trinkwasser und Ökosysteme.

Aktives Lernen passt ideal, weil Modelle mit Eis, Ton oder Sand die Bewegungen nachstellen. Lokale Exkursionen oder Kartenarbeiten machen Spuren sichtbar, fördern Beobachtung und Diskussion. So werden abstrakte Konzepte konkret, und Schüler entwickeln räumliches Denken.

Leitfragen

  1. Erklären Sie, wie Gletscher Landschaften durch Erosion und Ablagerung formen.
  2. Analysieren Sie die sichtbaren Spuren der Eiszeiten in Ihrer Region oder in Deutschland.
  3. Prognostizieren Sie die zukünftigen Auswirkungen des Gletscherschwunds auf die Landschaft und Wasserversorgung.

Lernziele

  • Erklären Sie die Prozesse der glazialen Erosion (Talbildung, Gletscherzunge) und Akkumulation (Moränen, Findlinge) anhand von Modellen und Kartenmaterial.
  • Analysieren Sie topografische Karten, um Spuren von eiszeitlichen Gletschern in ausgewählten deutschen Landschaften (z.B. Alpenvorland, Norddeutschland) zu identifizieren.
  • Vergleichen Sie die typischen Landschaftsformen, die durch Gletscher in verschiedenen Regionen Deutschlands hinterlassen wurden.
  • Prognostizieren Sie anhand von Klimadaten die möglichen Auswirkungen des aktuellen Gletscherschwunds auf die Wasserverfügbarkeit in Gebirgsregionen.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Plattentektonik und Gebirgsbildung

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Erdplattenbewegungen hilft, die Entstehung von Gebirgen zu verstehen, in denen Gletscher entstehen.

Flusserosion und Talbildung

Warum: Der Vergleich von U-Tälern (Gletscher) und V-Tälern (Fluss) erfordert Kenntnisse über fluviale Erosionsprozesse.

Wetter und Klima: Niederschlag und Temperatur

Warum: Das Verständnis von Niederschlagsformen (Schnee) und Temperaturen ist grundlegend für die Entstehung und das Verhalten von Gletschern.

Schlüsselvokabular

GletscherEine große, dichte Masse aus Eis und Schnee, die sich über Jahre hinweg durch die eigene Schwerkraft langsam bewegt und die Landschaft formt.
EiszeitEin längerer Zeitraum in der Erdgeschichte, in dem große Teile der Erdoberfläche von Gletschern bedeckt waren, gekennzeichnet durch niedrige Temperaturen.
MoräneEine Ablagerung von Gesteinsmaterial (Geröll, Sand, Schlamm), das von einem Gletscher transportiert und am Rand oder unter dem Gletscher abgelagert wurde.
U-TalEin von einem Gletscher geformtes Tal mit einem charakteristischen U-förmigen Querschnitt, im Gegensatz zu den V-förmigen Tälern von Flusserosion.
FindlingEin großer, isolierter Felsblock, der von einem Gletscher über weite Strecken transportiert und an einem Ort abgelagert wurde, der geologisch nicht zu diesem Gestein passt.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungGletscher sind nur große Eisblöcke ohne Bewegung.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Gletscher fließen langsam durch Schwerkraft. Modellversuche mit dehnbaren Materialien zeigen diese Dynamik. Paardiskussionen klären, wie Bewegung Erosion und Ablagerung verursacht.

Häufige FehlvorstellungEiszeitspuren stammen von Flüssen, nicht von Eis.

Was Sie stattdessen lehren sollten

U-Täler und geschliffene Findlinge deuten auf Gletscher hin. Stationen mit Vergleichen von Fluss- und Gletschertälern helfen Schüler, Merkmale zu unterscheiden.

Häufige FehlvorstellungGletscherschwund hat keine lokalen Folgen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schmelzwasser speist Flüsse. Kartenanalysen zeigen Abhängigkeiten in Deutschland. Gruppendebatten verbinden vergangene und zukünftige Landschaftswandel.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Geologen und Landschaftsplaner nutzen das Wissen über eiszeitliche Ablagerungen, um Standorte für Bauprojekte zu bewerten oder Rohstoffe wie Kies und Sand abzubauen, beispielsweise im norddeutschen Tiefland.
  • Tourismusregionen in den Alpen, wie das Berchtesgadener Land, werben aktiv mit ihren von Gletschern geformten Landschaften wie Seen (z.B. Königssee) und Tälern, die Besucher anziehen.
  • Wasserwirtschaftsämter beobachten die Schmelzwasserabflüsse von Gletschern in den Alpen, um die Wasserversorgung für Städte und die Landwirtschaft in den Sommermonaten zu sichern und die Auswirkungen des Klimawandels abzuschätzen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karte einer Region mit sichtbaren eiszeitlichen Spuren (z.B. Moränenwälle, ein U-Tal). Sie sollen zwei dieser Spuren benennen und kurz erklären, wie sie durch Gletscher entstanden sind.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Wenn Sie heute in einer Landschaft leben, die früher von Gletschern geformt wurde, welche drei Dinge könnten Sie dann in der Landschaft beobachten, die auf diese Vergangenheit hinweisen?' Lassen Sie die Schüler ihre Beobachtungen und Begründungen austauschen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie Bilder von verschiedenen Landschaftsformen (z.B. Fjorde, Drumlin, Gebirgsbach-Tal). Die Schüler ordnen jedem Bild die korrekte Entstehungsweise zu (glaziale Erosion, glaziale Ablagerung, fluviale Erosion) und begründen kurz ihre Wahl.

Häufig gestellte Fragen

Wie formen Gletscher Landschaften durch Erosion und Ablagerung?
Gletscher schleifen Gestein ab und formen U-Täler oder Cirques, lagern es als Moränen oder Drumlin ab. Schüler modellieren das mit Sand und Brettern, messen Veränderungen und vergleichen mit Fotos. So verstehen sie Prozesse konkret, etwa in den Alpen.
Welche Spuren der Eiszeiten gibt es in Deutschland?
Beispiele sind U-Täler im Bayerischen Wald, Moränen im Norddeutschen Tiefland und Findlinge in Schleswig-Holstein. Schüler analysieren Karten und Luftbilder, markieren Merkmale regional. Exkursionen oder Apps machen Spuren greifbar und fördern lokales Bewusstsein.
Wie wirkt sich Gletscherschwund auf Wasserversorgung aus?
Weniger Gletschermasse bedeutet unregelmäßigeres Schmelzwasser, was Trockenperioden verschärft. In Deutschland betrifft das Alpenflüsse wie Isar. Schüler prognostizieren mit Diagrammen und debattieren Lösungen wie Speicherseen.
Wie hilft aktives Lernen beim Thema Gletscher und Eiszeiten?
Modelle und Stationen machen Bewegungen sichtbar, Exkursionen verbinden Theorie mit Realität. Schüler bauen Gletscher nach, beobachten Erosion und diskutieren in Gruppen. Das stärkt Verständnis dynamischer Prozesse und räumliches Denken, statt nur Fakten zu merken.