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Biologie · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Angeborenes und erlerntes Verhalten

Aktives Handeln verankert das abstrakte Konzept von angeborenem und erlerntem Verhalten im Gedächtnis der Schüler. Durch Bewegung, Rollenspiel und direkte Beobachtung wird aus theoretischem Wissen erlebbares Lernen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Fachwissen EntwicklungKMK: Sekundarstufe I - Erkenntnisgewinnung
25–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Verhaltensarten erkunden

Richten Sie vier Stationen ein: 1. Video von Instinkten (z.B. Spinnennetz bauen), 2. Prägungsvideo mit Gänsen, 3. Konditionierungsversuch mit Spieluhr und Futter, 4. Diskussion eigener Beispiele. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Unterschiede.

Differentiieren Sie zwischen angeborenem und erlerntem Verhalten anhand von Beispielen.

ModerationstippLassen Sie beim Stationenlernen die Schüler die Stationen in beliebiger Reihenfolge durchlaufen, aber achten Sie darauf, dass jedes Kind mindestens drei verschiedene Verhaltensbeispiele direkt vergleichen kann.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem kurzen Tierverhaltensbeispiel (z.B. ein Vogelbaby folgt dem ersten bewegten Objekt, ein Hund wedelt mit dem Schwanz, wenn er sein Futter bekommt). Sie sollen notieren, ob es sich um angeborenes oder erlerntes Verhalten handelt und mit einem Satz begründen, warum.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel30 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Konditionierung simulieren

Teilen Sie Paare ein, eines ist 'Hund', das andere 'Forscher'. Der Forscher koppelt Licht mit Futterbelohnung über 10 Wiederholungen. Wechseln Sie Rollen und besprechen Sie, was erlernt wurde.

Erklären Sie die Bedeutung von Schlüsselreizen und Instinktbewegungen.

ModerationstippFühren Sie das Rollenspiel zur Konditionierung erst mit einem einfachen Signal durch, bevor Sie komplexere Reize wie Töne oder Gesten einbauen, um Überforderung zu vermeiden.

Worauf zu achten istStellen Sie folgende Frage in die Klasse: 'Stellen Sie sich vor, Sie trainieren einen Papagei, ein bestimmtes Wort zu sagen. Welche Art von Verhalten liegt hier zugrunde und welche Lernform ist am ehesten beteiligt? Diskutieren Sie die Schritte, die Sie anwenden würden, um das Ziel zu erreichen.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse50 Min. · Einzelarbeit

Beobachtungsprotokoll: Schulfischbecken

Schüler beobachten Fische individuell 15 Minuten: Notieren Sie angeborene Schwimmbewegungen und erlernte Futterreaktionen. Im Plenum vergleichen Gruppen Protokolle und klassifizieren Verhalten.

Analysieren Sie die Rolle von Prägung und Konditionierung bei der Verhaltensentwicklung.

ModerationstippFordern Sie beim Beobachtungsprotokoll im Schulfischbecken die Schüler auf, nur konkrete, messbare Beobachtungen zu notieren, um Spekulationen zu reduzieren.

Worauf zu achten istZeigen Sie Bilder oder kurze Videos von verschiedenen Tieren in spezifischen Situationen. Bitten Sie die Schüler, auf Zuruf 'angeboren' oder 'erlernt' zu rufen oder eine Handgeste zu machen. Wiederholen Sie dies mit Beispielen für Schlüsselreize und Instinktbewegungen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse25 Min. · Kleingruppen

Karten-Sortierung: Verhalten zuordnen

Verteilen Sie Karten mit Verhaltensbeschreibungen (z.B. Greifen nach Mutterbrust). In Kleingruppen sortieren Schüler in 'angeboren' oder 'erlernt' und begründen mit Schlüsselreizen.

Differentiieren Sie zwischen angeborenem und erlerntem Verhalten anhand von Beispielen.

ModerationstippVerwenden Sie bei der Karten-Sortierung klare Kategorien und lassen Sie die Schüler zunächst in Partnerarbeit sortieren, bevor sie ihre Lösung der Klasse präsentieren.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem kurzen Tierverhaltensbeispiel (z.B. ein Vogelbaby folgt dem ersten bewegten Objekt, ein Hund wedelt mit dem Schwanz, wenn er sein Futter bekommt). Sie sollen notieren, ob es sich um angeborenes oder erlerntes Verhalten handelt und mit einem Satz begründen, warum.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Biologie-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Unterrichten Sie dieses Thema durch eine Mischung aus direktem Erleben und strukturierter Reflexion. Vermeiden Sie Frontalunterricht mit langen Erklärungen, da die Unterschiede zwischen angeborenem und erlerntem Verhalten erst durch eigenes Handeln greifbar werden. Nutzen Sie Alltagsbeispiele der Schüler, um Brücken zwischen Tierverhalten und menschlichem Verhalten zu bauen. Aktuelle Forschung zeigt, dass Lernprozesse bei Tieren und Menschen ähnliche Prinzipien folgen, was den Transfer erleichtert.

Am Ende der Einheit können Schülerinnen und Schüler Verhalten klar unterscheiden, Beispiele aus dem Tierreich benennen und Lernformen wie Prägung oder Konditionierung experimentell nachvollziehen. Ihr Wissen zeigen sie in konkreten Handlungen, nicht nur in Worten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels zur Konditionierung beobachten manche Schüler, dass alle Verhaltensweisen gleich behandelt werden.

    Nutzen Sie die Reflexionsphase nach dem Rollenspiel, um gezielt nachzufragen: 'Welche Verhaltensweisen traten auf, ohne dass ihr sie vorher üben musstet? Zeigen Sie mir diese noch einmal.' So werden angeborene und erlernte Elemente sichtbar unterschieden.

  • Während des Stationenlernens verwechseln Schüler Prägung und Instinkt.

    Fordern Sie die Schüler auf, an der Prägungs-Station gezielt nach dem 'kritischen Zeitraum' zu suchen und diesen mit den angeborenen Instinktbewegungen der anderen Stationen zu vergleichen.

  • Während der Gruppendiskussion über menschliches Verhalten entsteht der Eindruck, dass alles erlernt ist.

    Nutzen Sie die Diskussion, um die Schüler aufzufordern, ihre eigenen angeborenen Reflexe zu benennen und zu zeigen, wie diese ihr Handeln prägen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden