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Moralische Entwicklung nach Kohlberg
Psychologie · Klasse 12 · Entwicklungspsychologie · 3.º Período

Moralische Entwicklung nach Kohlberg

Untersuchung der Entwicklung des moralischen Urteilsvermögens.

Kurzfassung:Lawrence Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung untersucht, wie sich das moralische Urteilsvermögen von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter wandelt. In der 12. Klasse lernen die Schüler die drei Ebenen (präkonventionell, konventionell, postkonventionell) und deren sechs Stufen kennen. Dabei geht es nicht darum, *was* jemand entscheidet, sondern *wie* er seine Entscheidung begründet. Dies ist ein zentrales Thema für das Verständnis von Recht, Ethik und gesellschaftlichen Werten.

KMK BildungsstandardsEPA Psychologie 3.3: MoralentwicklungKLP NRW Psychologie: Werte und Moral

Über dieses Thema

Lawrence Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung untersucht, wie sich das moralische Urteilsvermögen von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter wandelt. In der 12. Klasse lernen die Schüler die drei Ebenen (präkonventionell, konventionell, postkonventionell) und deren sechs Stufen kennen. Dabei geht es nicht darum, *was* jemand entscheidet, sondern *wie* er seine Entscheidung begründet. Dies ist ein zentrales Thema für das Verständnis von Recht, Ethik und gesellschaftlichen Werten.

Die KMK-Standards betonen hier die Förderung der Urteilskompetenz. Die Schüler setzen sich mit moralischen Dilemmata auseinander, was zu lebhaften Diskussionen führt. Durch diese aktive Auseinandersetzung erkennen sie die Komplexität moralischen Handelns und lernen, unterschiedliche Argumentationsniveaus zu identifizieren und kritisch zu hinterfragen, auch im Hinblick auf die eigene moralische Entwicklung.

Leitfragen

  1. Wie entwickeln Menschen moralische Prinzipien?
  2. Welche Stufen der Moralentwicklung gibt es?
  3. Handeln Menschen immer gemäß ihrem moralischen Urteil?

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungEine höhere Stufe bedeutet, dass man ein 'besserer' Mensch ist.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Kohlberg misst die kognitive Komplexität der Begründung, nicht die moralische Güte einer Person. Ein Mensch auf Stufe 5 kann die gleiche Entscheidung treffen wie einer auf Stufe 2, nur die Gründe unterscheiden sich. Diskussionen über Handlungsabsichten klären diesen Punkt.

Häufige FehlvorstellungMoralisches Urteilen führt automatisch zu moralischem Handeln.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es gibt eine Lücke zwischen Urteil und Handeln (Urteils-Handlungs-Diskrepanz). Faktoren wie Mut, Situation und Emotionen spielen eine große Rolle. Fallstudien zu Zivilcourage helfen, diesen Unterschied zu verstehen.

Ideen für aktives Lernen

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Häufig gestellte Fragen

Was ist das Ziel der Moralentwicklung nach Kohlberg?
Das Ziel ist das Erreichen der postkonventionellen Ebene, auf der moralische Entscheidungen auf universellen ethischen Prinzipien und Gerechtigkeit basieren, unabhängig von Gesetzen oder sozialer Anerkennung. Im Unterricht reflektieren wir, wie selten diese Stufe tatsächlich erreicht wird.
Welche Kritik gibt es an Kohlbergs Modell?
Ein häufiger Kritikpunkt ist der Fokus auf Gerechtigkeit und Logik (männliche Perspektive) gegenüber Fürsorge und Empathie (weibliche Perspektive nach Carol Gilligan). Wir thematisieren diese Kritik, um ein breiteres Verständnis von Moral zu vermitteln.
Wie hängen Piagets und Kohlbergs Theorien zusammen?
Kohlberg baut auf Piaget auf. Er geht davon aus, dass die moralische Entwicklung eine gewisse kognitive Reife voraussetzt. Wer nicht abstrakt denken kann (Piagets formal-operative Stufe), wird kaum universelle ethische Prinzipien (Kohlbergs Stufe 6) begründen können.
Warum sind Dilemma-Diskussionen so effektiv für den Unterricht?
Dilemmata zwingen Schüler dazu, ihre impliziten Werte zu explizieren und zu begründen. Durch den Austausch mit Mitschülern, die auf anderen Stufen argumentieren, entsteht ein kognitiver Konflikt, der laut Kohlberg der Motor für die Weiterentwicklung der moralischen Urteilskompetenz ist.
Edited by Adriana Perusin, Editor-in-Chief, Flip Education